Von Silke Böttcher

Eine Stadtbesichtigung kann man mit dem Bus machen, mit dem Auto, vielleicht sogar mit der Bahn. In New York kann man sie sogar zu Fuß machen. So richtig ausgiebig allerdings nur an einem Tag im Jahr. Immer am ersten Sonntag im November nutzen Tausende diese Gelegenheit: Sie starten beim New-York-City-Marathon, dem größten Marathon der Welt.

Seit 1970 gibt es den New Yorker Marathon. Während im ersten Jahr gerade einmal 130 Läufer dabeiwaren, sind es heutzutage mehr als 38.000, die den Kampf gegen den inneren Schweinehund aufnehmen. 

New Yorker Sehenswürdigkeiten im Lauftempo

Wer in New York läuft, der lernt viele Teile der Metropole kennen. Viele New Yorker Sehenswürdigkeiten liegen an der Strecke: Es geht über die Verrazano-Narrows-Brücke, durch Staten Island und Brooklyn. Vorbei am Old Stone House und der Brooklyn Academy of Music geht es, durch Queens, Manhattan und in die Bronx. Dann kämpfen sich die Läufer weiter durch Harlem, kommen am Guggenheim-Museum und anderen Museen vorbei und genießen dann die bunten Herbstblätter im Central Park.  42,195 Kilometer Sightseeing der etwas anderen Art.

Zieleinlauf beim New York City Marathon

Zieleinlauf beim New York City Marathon© PA/dpa

Vielleicht werden Sie jetzt einwenden, dass man als Läufer ja gar nicht so viel sieht – schließlich ist man viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Aber es gibt ja auch andere Ablenkungen: Überall spielen Bands und sorgen Tanzgruppen für Stimmung. So entsteht eine Atmosphäre, die die Läufer magisch vorwärts zieht und die Zuschauer jubeln lässt. Ein Volksfest für alle, die laufen – und für jene, die die Läufer lautstark anfeuern. Um die harten Muskeln und wunden Füße kann man sich später kümmern, jetzt ist erst einmal Genießen angesagt. Denn gerade im Central Park, einer der bedeutendsten (und grünsten) Sehenswürdigkeiten New Yorks, entfaltet der Marathon pure Magie. Die Erschöpfung ist für eine Weile vergessen, obwohl es spürbar bergauf geht. Aber die Landschaft, der Jubel und die Mitläufer reißen jeden mit – bis ins Ziel, zu diesem Glücksmoment, den man nur spüren kann, wenn man die 42, 195 Kilometer in den Beinen hat.

Einmalige Atmosphäre

Doch die Atmosphäre, die spüren auch die Zuschauer. Und so ist es kein Wunder, dass der New Yorker Marathon längst zur Touristen-Attraktion geworden ist. Zu Hunderttausenden stehen sie am Straßenrand, feuern Läufer an, hören den Bands zu und genießen die einmalige New Yorker Atmosphäre. Vielleicht beschließt so mancher Zuschauer, im nächsten Jahr selbst mitzulaufen. Aber wiederkommen will er unbedingt. Und viele Läufer, die eigens aus dem Ausland angereist sind, hängen noch ein paar Tage dran, suchen sich ein schönes New Yorker Hotel, gehen shoppen und gucken sich New Yorks Sehenswürdigkeiten dann doch nochmal auf die normale Art an: per Bus. Und ohne Laufschuhe.

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