Von Jan Kanter

Das Beeindruckendste beim Besuch der Kathedrale von Mexiko-Stadt? Mit Sicherheit der Fußboden. Der kirchentypisch durch den Jahrhunderte währenden Zustrom glatt getretene Marmorboden wirkt, als sei er entweder einem Dalí-Gemälde oder einem Hollywood-Science-Fiction-Film entnommen.
Wer vom Eingang den langen Gang entlangblickt, zu dem sich das Kirchenschiff der „Catedral Metropolitana“ zu reduzieren scheint, sieht, wie sich der Boden ganz merkwürdig, beinahe unnatürlich verdreht, erst nach rechts und dann nach links neigt. Das hat natürlich einen ganz erdnahen Grund. Mexiko Stadt wurde auf einem ehemaligen See errichtet, der schwammige Untergrund führt dazu, dass sich Teile der Stadt immer wieder absenken. Das macht sich natürlich in großen Gebäuden bemerkbar – und die Kathedrale der mexikanischen Hauptstadt ist schlicht gesagt monumental: Das Gebäude, dessen Bau 1753 begonnen wurde, ist 109 Meter lang, 69 Meter breit und 65 Meter hoch.

150 Jahre Bauzeit für die Kathedrale

Ob man die Kathedrale als schön empfindet, liegt hier ganz besonders im Auge des Betrachters. In den ziemlich genau 150 Jahren der Bauzeit haben mehrere Generationen ihre Geschmäcker und Stile einfließen lassen, so dass eine bunte Mischung entstand. Auf jeden Fall aber versteht  der Bau zu beindrucken: Allein die barocke Fassade, die den Haupteingang Richtung Zocalo, dem zentralen Platz von Mexiko-Stadt, ziert, verlangt mit ihren zahlreichen Verzierungen und Bildnissen längeres ehrfurchtsvolles Staunen. Ähnlich geht das mit vielen Details im Inneren der Kirche. Offiziell ist der goldprunkende „Altar des los Reyes“ (Altar der Könige) der wichtigste Anlaufpunkt der Kirche, Besucher könnten aber auch das gigantische hölzerne Chorgestühl, das sich an den Eingangsaltar „Altar de Perdon“ (Altar der Vergebung) anschließt, als ehrfurchtsgebietendsten Anblick im Innenraum ansehen.

 

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Im Inneren ist es still

Auffällig ist der stete Strom der Gläubigen, der sich durch die Kathedrale  in der Nähe des Nationalpalastes zieht. Die Mexikaner sind ein frommes Volk, der Glaube, die Beschäftigung mit dem Leben nach dem Tod, spielen in der Gesellschaft des Landes eine große Rolle. Ein Detail bei der Kirchenbesichtigung spielt sich vor der Kirche ab: Das Kirchenareal ist durch ein schweres, schmiedeeisernes Gitter vom Zocalo und dem Treiben auf dem Platz abgetrennt. Obgleich es dort mexikanisch hektisch zugeht, scheint sich das Bewegungstempo und die Hektik mindestens zu halbieren, sobald man die Tore durchschritten hat. Auch die Temperatur scheint zu sinken, so dass auch mäßig religiöse Menschen aus der gefühlten Sicherheit im Schatten des Kirchengebäudes entspannt das Treiben auf dem wichtigsten Platz der Hauptstadt Mexikos verfolgen können. Jan Kanter

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