Von Sebastian Struwe

Die Plaza de la Catedral im Zentrum der historischen Altstadt Havannas ist einer der bedeutendsten Orte der Hauptstadt Kubas. Touristen lassen sich auf dem belebten Platz im Stadtteil Vieja von unvergleichlichem Flair und historischen Gebäuden in den Bann ziehen.

Im Kontrast zum hell gestalteten Platz selbst thront die Catedral de San Cristóbal de la Habana mit ihrer dunklen Korallenkalkfassade und den beiden mächtigen Glockentürmen über Platz und Fußvolk. Das äußerlich barocke Gebäude ist das markanteste Wahrzeichen von Havanna, eine der schönsten Kirchen Lateinamerikas und Paradeexemplar des so genannten Churrigueras-Stils. Der bekannte kubanische Schriftsteller Alejo Carpentier nannte die Kathedrale „zu Stein gewordene Musik“.

Von der Kirche zur riesigen Kathedrale

Papst Johannes Paul II. 1998 vor der Kathedrale

Papst Johannes Paul II. 1998 vor der Kathedrale© PA/dpa

Im Jahr 1748 wurde der Bau der einstigen Missionskirche von den Jesuiten begonnen. Als diese allerdings in Konflikt mit der spanischen Krone gerieten, wurden sie aus sämtlichen spanischen Gebieten vertrieben. Fertiggestellt wurde die Missionskirche mit dem Namen Iglesia de la Compania 1777 von den Franziskanern, danach allerdings über die Jahre stetig erweitert: 1789 folgten die markanten asymmetrischen Türme.Zur Kathedrale erhoben wurde das katholische Gebäude 1789 nach dem Zusammensturz der alten Kathedrale Parriquial Mayor. Der schwindelerregende damalige Name lautete Catedral de la Virgen Maria de la Inmaculada Concepción. Ihren heutigen Namen erhielt die bis zu 20.000 Menschen fassende Kathedrale ebenfalls Ende des 18. Jahrhunderts zu Ehren von Christoph Kolumbus. Der Legende nach wurden hier zwischen 1796 und 1898 die Gebeine des weltberühmten Seefahrers, der Amerika entdeckte, aufbewahrt. Aufsehenerregend war 1998 der Besuch von Papst Johannes Paul II. Im sozialistischen Kuba hielt das katholische Oberhaupt eine Messe in der Kathedrale ab.

Die Catedral de San Cristóbal ist schlicht, doch beeindruckend

Ein Mann vor dem steinernen Eingang

Ein Mann vor dem steinernen Eingang© PA/Arco Images

Die Fassade mit drei Schiffen und acht Kapellen ist typisch barock gebaut. Der beeindruckende Innenraum des Bauwerks hingegen weist einen klassizistischen und schlichten Stil auf. Die Catedral de San Cristóbal ist Sitz des Erzbischofs von Havanna und eine der größten Touristenattraktionen der Millionenstadt.Der prächtige Altar aus Carrara-Marmor wurde vom italienischen Künstler Guiseppe Bianchini entworfen. Sehenswert sind auch die Statue der Schutzpatronin Kubas, Virgen de la Caridad del Cobre, und die Fresken, die an italienische Vorbilder erinnern. Die aus Holz und Stuck gebaute Decke der Kathedrale wurde nach ihrer Zerstörung zwischen 1946 und 1952 neu aufgebaut. Von den beiden Glockentürmen aus haben Besucher eine hervorragende Aussicht auf den Plaza de la Catedral.

Schweigen und erhört werden

Wer Havanna am 16. November – dem Namenstag des heiligen Christopherus – besucht, kann in der Catedral de San Cristóbal eine Messe erleben, bei der Gläubige an der Statue des Heiligen auf seinen Segen hoffen. Wird danach bis zum Verlassen der Kirche geschwiegen, werden die Gebete erhört.

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