Von Sebastian Struwe

Fidel Castro genoss seine Cohiba, Winston Churchill seine Romey y Julieta. Sowohl der kubanische Revolutionär als auch der bedeutende britische Staatsmann schworen auf Marken der berühmtesten und besten Zigarren der Welt. Die Habanos aus Kuba, im deutschen Volksmund meist schlicht Havanna-Zigarren oder Havannas genannt, sind die legendärsten und teuersten ihrer Art. Und das hat seinen Grund.

Zahlreiche Anbaugebiete für Habanos

Der exklusive Vertrieb der zahlreichen Marken liegt bei der Firma Habanos SA. Da sich in Havanna der Haupthafen für den Export und die berühmtesten Manufakturen befinden, trägt die Firma diesen Namen.

Die Tabakernte in der Region Pinar Del Rio

Die Tabakernte in der Region Pinar Del Rio© PA/dpa

Verteilt im gesamten Land gibt es zahlreiche Anbaugebiete für die Tabakpflanzen und Deckblätter. Die Bodenbeschaffenheit, Temperatur und Regenmenge sind hier ideal für die Pflanzen. Das größte Gebiet davon befindet sich im Westen, in der Provinz Pinar del Rio. Östlich liegt die Tabankanbauregion Vuelta Arriba. Eines der Gebiete dieser Region ist Oriente, wo Christoph Kolumbus am 28. Oktober 1492 landete und die Insel „das schönste Land, das ein menschliches Augen je entdeckt hat“, nannte. Nur 16 Tage nach der Entdeckung von Amerika führte sein Weg ihn somit nach Kuba – und damit auch zum kubanischen Tabak. Die Produktion der Zigarren begann allerdings erst im 18. Jahrhundert.

Hunderte Arbeitsschritte für eine Zigarre

Die Kubaner sind stolz auf ihre Zigarren

Die Kubaner sind stolz auf ihre Zigarren© PA/Photoshot

Von der Tabakpflanze bis zur fertigen Zigarre ist es ein langer und bis zu drei Jahre weiter Weg mit 300 Arbeitsschritten. Nur die besten Komponenten finden am Ende der Herstellung als original Habana den ehrvollen Weg in die Schachtel. Während die teuersten Zigarren mit dem besten Tabak und den besten Deckblättern per Hand gerollt werden, übernehmen diese Prozedur bei günstigeren Havanna-Zigarren auch Maschinen. Ein Besuch wert ist das Zigarrenmuseum La Casa del Habano. In einem der beliebtesten Museen in der kubanischen Hauptstadt erfährt der Besucher alles über die „Juwelen“ der Insel, die so gefeiert werden wie der ähnlich berühmte Rum.

Vorsicht bei der Einfuhr!

Ein tatsächlich gutes Geschäft kann unter Umständen bei Straßenhändlern gemacht werden, die in Europa bis zu 400 Euro teure Zigarren zu einem vielfach geringeren Preis anbieten. Diese werden von den Straßenhändlern meist selbst gedreht. Gelingt dem Kunden der günstige Kauf und gerät man nicht an eine der vielen Fälschungen, muss bei der Einfuhr allerdings Acht gegeben werden. Wer mehr als 24 Zigarren ausführen will, benötigt die Quittung der staatlichen Tabakläden. Da eine Schachtel normalerweise 25 Zigarren beinhaltet, sollte man dies berücksichtigen.

Ein Grund, sich Zeit zu nehmen

Hält man die fertige Habana letztendlich glücklich zwischen den Fingern, genießt man sie am besten nach gutem Essen oder Wein - an welchem Ort und mit welcher der zahlreichen Sorten und Marken auch immer. Und bloß keine Eile: Das genussvolle Rauchen einer Habano-Zigarre kann 30 Minuten und bei entsprechenden Zigarrengrößen gar zwei Stunden andauern.

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