Von Silke Böttcher

„Inseln über dem Winde“ werden die nördlichen Kleinen Antillen zwischen Karibik und Atlantik auch genannt – eine Reminisizenz an die Niederschläge, die der Nordost-Passat mitbringt. Sie sorgen dafür, dass das Gebiet üppig bewachsen ist. Grund genug, einer der Inseln über dem Winde mal einen Besuch abzustatten: Grenada, Teil der Inselgruppe der Grenadinen, und etwa 200 Kilometer von der Küste Venezuelas entfernt. Auch Barbados und Saint Lucia sind nicht weit. 

Paradiesische Farben auf Grenada

Tausende Variationen von Grün gibt es auf Grenada. Helles und ganz helles, bläuliches und dunkles. Zwischendrin blüht es rosa, gelb oder knallrot. Nicht zu vergessen der schneeweiße Sandstrand, das türkisfarbene Wasser und der azurblaue Himmel. Etwa so stellt man sich das Paradies vor – und in Wirklichkeit ist es auf Grenada noch schöner.

Aber der Reihe nach.

Entdeckt wurde Grenada wie so viele Inseln in dem Gebiet von Christoph Kolumbus. Der kam 1498 vorbei und nannte Grenada „Concepcíon“. Ihren heutigen Namen bekam die Insel später, es wird vermutet, dass Spanier sie nach der Stadt Granada benannten.

Viele Kriege um eine Insel

Es gab einige Gefechte um die Insel. Die Engländer waren da, die Franzosen auch. Auf die bisher auf Grenada lebenden Kariben nahmen beide wenig Rücksicht, die Bevölkerung wurde beinahe ausgerottet. Die Franzosen waren es auch, die 1650 die Hafenstadt Fort Royal gründeten – aus ihr entwickelte sich die heutige Hauptstadt St. George’s. Kämpfe gab es aber weiterhin um Grenada, das 1775 schließlich britisch und 1974 unabhängig wurde.  Fünf Jahre später geriet Grenada in die Schlagzeilen, als es eine Revolution gab,  bei der der bisherige Premierminister abgesetzt wurde. Der neue Staatschef Maurice Bishop setzte auf enge Beziehungen zur Sowjetunion und Kuba, was zu Spannungen mit den USA führte.  Nach einem Staatsstreich gegen Bishop und der Gründung einer Militärdiktatur starteten die USA am 25. Oktober 1983 eine Invasion, um die neue Regierung zu stürzen. Seit 1984 gibt es freie Wahlen auf der Insel, die Mitglied des Commonwealth of Nations ist.

Natürlich haben Touristen die 34 Kilometer lange und 18 Kilometer breite Insel und ihre Nachbarinnen Carriacou und Petit Martinique längst als Paradies entdeckt. Eine vierte hätten sie auch entdeckt, aber die ist in Privatbesitz und unbewohnt. Ronde Island heißt die 8,1 Quadratkilometer kleine Insel und weil man sie 2007 für 100 Millionen US-Dollar  zum Verkauf angeboten hat, gilt sie als teuerste Insel der Welt.

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