Von Silke Böttcher

Zwei Tage Prag – das ist wie zwei Tage eintauchen in eine ganz andere Welt. Wer in der tschechischen Metropole unterwegs ist, kann sich auf den Spuren von Kafka, Smetana und Dvorak bewegen, tanzende Häuser sehen und von einer der schönsten Brücken Europas aus in die Sonne blinzeln.

Karlsbrücke – Wahrzeichen mit Weitsicht

Ach ja, die Karlsbrücke. Sie ist aus gutem Grund das Wahrzeichen Prags, mit 30 Skulpturen, die von unzähligen Händen schon ganz blank gerieben sind. Man weiß nicht, wo man zuerst hinschauen soll – die Sicht ist in alle Richtungen grandios. Umso besser, dass die Brücke autofrei ist, so mancher würde wohl vor lauter Begeisterung über die Sicht in Lebensgefahr geraten. So guckt man sich um, bewundert die herrliche Brücke, die Moldau unter ihr und die Bauwerke um sie herum. 

Weltberühmter Veitsdom

Als nächstes ist natürlich die Prager Burg auf dem Berg Hradschin mit dem legendären Veitsdom an der Reihe. Der ist so eindrucksvoll, dass man auch beim fünften Besuch noch Details entdeckt, die einem bisher entgangen waren. Dass in dem Bauwerk der Kopf des Heiligen Veit aufbewahrt wird, verschweigen wir hier aber und widmen uns lieber der Wenzelskrone, die einer Krone aus dem Märchen bis ins Kleinste ähnelt. Anschließend geht es auf den Turm des Doms, um noch einmal den Weitblick über Prag zu genießen.

Einkaufsbummel in der Pariszka

Auf einer der Manesuv-Most-Brücke wandern wir über die Moldau – jetzt ist Shoppen angesagt. In der Pariszka, der Pariser Straße, die vom Altstädter Ring bis zur Moldau verläuft, bekommt man alles vom edlen Modestück über hochwertiges Glas bis zum Parfum. Anschließend lässt man sich in einem der schönen Kaffeehäuser nieder und genießt einen Kaffee. Auch Restaurants der gehobenen Klasse gibt es in der Prachtstraße.

Wunderschöne Bauwerke am Altstädter Ring

Ganz nebenbei bummelt man sich in Richtung  Altstädter Ring voran. Vorbei an prachtvollen Gebäuden im Renaissance-, Barock- und Rokokstil spaziert man auf die beiden Kirchen der Teynkirche zu, die übrigens Adam und Eva genannt werden. Ein Blickfang ist das Altstädtische Rathaus mit seiner berühmten Astronomischen Uhr, die vielen Betrachtern gehörig Kopfschmerzen bereitet – ihr System zu durchschauen ist eine Herausforderung.

Abstecher zum Goldenen Gässchen - und dann in die Bierkneipe

Natürlich gehören zu einer anständigen Prag-Reise auch noch Abstecher zum berühmten Wenzelsplatz, der Erinnerungen an die Samtene Revolution 1989 wach ruft, zum Tanzenden Haus am Moldau-Ufer, zu den Museen für die Komponisten Dvorak und Smetana und zum Goldenen Gässchen, über das manche die Nase rümpfen, weil es sie ein bisschen an Disneyland erinnert. Aber egal – es ist eine zauberhafte kleine Gasse mit windschiefen Häusern. Wer will, kann hier viel Geld für Souvenirs ausgeben, aber ein bisschen etwas sollte man noch übrigbehalten: für ein Pilsner in einer der berühmten Bierkneipen. Viel Alkohol ist nicht drin, aber wer sich auf einem der Holzstühle niederlässt, der hat ohnehin nicht vor, sich zu betrinken. Sondern die Atmosphäre aufzusaugen, die schon Schriftsteller wie Jaroslav Hasek inspiriert hat: Er schrieb im „Kelch“ den Roman „Die Abenteuer des braven Soldaten Schweijk“.

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