Von Silke Böttcher

Wenn Deutschland noch mit Mantel und Schal herumläuft und Schnee von den Wegen schaufelt, dann ist auf Mallorca schon ein Hauch Frühling zu spüren. Und zwar ein sehr eindrucksvoller: Denn schon Mitte Januar beginnt die Mandelblüte auf Mallorca – ganze Hänge sind dann rosa, weiß oder pink gefärbt.

Besonders viele Mandelbäume gibt es im Westen der Insel, wo mehrere Mandelplantagen stehen. Auch an den Straßen zwischen Palma und Valldemossa stehen viele Bäume. Ein guter Ausgangspunkt ist der Urlaubsort Paguera, der zu dieser Zeit noch ruhig ist.

Wer die Bäume in voller Blüte sehen möchte, der sollte im Februar kommen. Dann nämlich sind sowohl die rosafarbenen Bittermandeln als auch die weißen Süßmandeln aufgeblüht, und außerdem ist es schon ein bisschen wärmer.

Die Reblaus und die Mandelblüte auf Mallorca

Dass es so viele Mandelbäume auf Mallorca gibt, liegt, so wird jedenfalls behauptet, an der Reblaus. Die nämlich raffte vor einiger Zeit reichlich Weinreben dahin – und viele Landwirte schwenkten um auf den Anbau von Mandelbäumen. Die wuchsen ohnehin auf der Insel, seit die Mauren sie im Jahre 903 nach Mallorca gebracht hatten.

Für Einheimische wie Touristen ist die Mandelblüte auf Mallorca ein Highlight des Jahres. Der Anblick ist des Blütenmeers ist atemberaubend und romantisch genug, um zum Valentinstag nach Mallorca zu reisen! Weil es zu der Zeit noch nicht heiß ist, nutzen viele Besucher die Zeit für ausgedehnte Rad- oder Wandertouren auf der Insel, zum Beispiel im Tramuntanagebirge, und gucken sich dabei das Blütenmeer an.

Leckereien aus Mandeln

Anschließend lohnt sich dann der Besuch bei einem mallorquinischen Bäcker, wo Mandeln zu „Turrón“, einer beliebten Spezialität aus Mandelkrokant, oder „Gato de Almendra“ (Mandelkuchen) verarbeitet werden. Auch in der pikanten Küche wird die Mandel gerne verwendet. Andere enden als hochwertiges Öl oder sogar als „Flor d’Amentier“ – als luxuriöses Parfum.

Ein bedeutender Wirtschaftsfaktor indessen ist der Mandelanbau nicht. Das liegt an den kalifornischen Mandelbauern, die sehr viel preisgünstiger arbeiten und die Ursache dafür waren, dass der Mandelanbau auf Mallorca stark zurückging. Erst die Begeisterung der Touristen für die Mandelblüte auf Mallorca und die Besinnung auf das heimische Produkt, das mehr Fett und Zucker enthält als die kalifornische Konkurrenz und somit besser schmeckt, sorgten dafür, dass der traditionelle Mandelanbau auf Mallorca wieder stärker wurde. Inzwischen ist die „Almendra Mallorcina“ längst ein Qualitätsmerkmal. Und so gerät der Frühjahrsurlaub auf Mallorca zur kulinarischen Reise mit herrlichen Ausblicken.

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