Von Antonia Schulemann

Skifahren auf 3000 Metern Höhe mit atemberaubender Sicht auf das Matterhorn, den Mont-Blanc oder die Jurakette klingt schon ziemlich besonders. Wer es noch spezieller mag, sollte das Panorama in rasanter Schlittenfahrt genießen. Aber nicht in irgendeinem Schlitten: Auf dem Gletscher 3000 in den Waadtländer Alpen sind es Grönlandhunde und Sibirian Huskys, mit denen man auf Bergtour geht. 

Skiregion Glacier 3000

Nicht weit vom Luxus-Ort Gstaad entfernt liegt die Skiregion um den Glacier 3000. Wer zum konventionellen Skifahren hierherkommt, läuft Gefahr, als Langweiler wahrgenommen zu werden: Der Glacier 3000 ist eher so eine Art Vergnügungspark für sämtliche Winteraktivitäten; ein Funpark für Freeskier und Boarder, auch die höchstgelegene Rodelbahn der Welt findet sich hier.

Gleich unterhalb des Gipfels, etwa 150 Meter vom Sessellift entfernt, steht eine kleine Hütte, hinter deren Holzlatten Heul- und Bellgetöse hervorklingt. Plötzlich hat man nicht mehr das Gefühl, in den Alpen zu sein, sondern irgendwo in Alaska. Das mag auch an den Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius liegen, die zumindest im Winter auf dem Gletscher herrschen – oder es liegt an dem hier oben aufkommenden Nebel, der die Sicht auf die prominentesten Bergspitzen der Schweiz mehr und mehr versperrt.

Hundegeheul aus der Hütte

Nähert man sich der Hütte, kann man sie jedoch wahrnehmen: Eine Schar Huskys heult und bellt und zieht aufgeregt am Schlittengeschirr – eine Aufforderung, dass es nun endlich vorangehen soll. Es sind acht an der Zahl, die zwei Passagiere plus den Schlittenführer durch diese einmalige Bergwelt führen wollen – und sie freuen sich genauso so sehr darauf wie wir; schmeißen sich schwanzwedelnd auf den Rücken, springen auf und ab und zerren dabei an unseren dicken Jacken.

Bevor die Fahrt also losgehen kann, entsteht ein komisches Durcheinander: Mensch und Hund können nicht genug von der etwas wilden Begrüßung kriegen. Die Kälte ist so schnell vergessen. Erst als der Schlittenführer ein Zeichen gibt, dass es losgehen kann, reißt man sich voneinander los. Die Hunde heulen laut auf und fangen schon im Stand an zu laufen. Auch die Passagiere nehmen ihren Platz ein. Ein Ruck erfolgt, und das Rudel jagt samt Schlitten durch die schneeweiße Winterlandschaft. 

Mit dem Husky-Rudel in der Berggondel

In den Kurven muss man sich festhalten. So ein Huskyschlitten ist nicht langsam. Nach uns fliegen sogar zwei der Passagiere aus der Bahn in den frischen Pulverschnee. Die Verletzungsgefahr ist dennoch gering. So eine Huskyfahrt ist kindersicher. Schließlich ist auch die Rodelbahn den Kleinsten unter uns vorbehalten. Viel zu schnell ist die Schlittenfahrt mit den Huskys nur leider schon vorbei, denn mehr als 3,5 Kilometer laufen die Hunde am Stück nicht. Bei der Abfahrt treffen wir das Rudel überraschenderweise in der Gondel wieder – auch ihr Zuhause ist im Tal. Der Eindruck, den sie nun erwecken, ist ein ganz anderer als eben noch: Total „ausgepowert“ und aneinander geschmiegt, heben sie nur müde-blinzelnd ihren Kopf, als wir dazusteigen, und legen sich dann wieder schlafen. Diesmal ohne Schlitten, und immer noch glücklich, gondeln wir mit ihnen den großen Berg hinunter. 

Diese Reise wurde unterstützt durch Gstaad Tourismus.

delicious

Entdecker-Infos

Infos: www.gstaad.ch