Von Silke Böttcher

Um größere Renovierungen muss man sich in diesem Hotel keine Gedanken machen. Für kleinere reicht ein Eimer mit Wasser. Der Bau aber ist eine Wissenschaft für sich. Denn das Hotel, von dem hier die Rede ist, besteht aus Eis. Das macht es vergänglich. Und gleichzeitig sehr reizvoll.

Vom Iglu zum Eishotel

Als die Tourismusbeauftragten von Jukkasjärvi im Norden Schwedens 1989 eine Eisskulpturen-Ausstellung ersannen, um Touristen anzulocken, ahnten sie nicht, dass das Folgen haben würde. Denn eine der Skulpturen war ein Iglu, in dem Kunstwerke gezeigt wurden. Ein Iglu kannten viele Touristen nur aus dem Fernsehen und sie stürmten das Bauwerk, weil sie wissen wollten, wie es sich in einer solchen Hütte aus Eis anfühlt, ob es dunkel und eiskalt ist. Die Gäste müssen beeindruckt gewesen sein, denn einige blieben gleich über Nacht.

Und das war der Anfang des Eishotels von Jukkasjärvi, das etwa 20 Kilometer von Kiruna entfernt ist. Schon 1991 öffnete das Hotel in Schweden zum ersten Mal die Tore – ein schneeweißer Bau mit Schlafräumen und einer Bar. In den nächsten Jahren kamen neue Attraktionen dazu. Ein Kino. Eine Kirche. Ein Theater, das dem Londoner Globe Theatre nachempfunden ist. Allerdings aus Eis.

Suiten aus Schnee und Eis in Jukkasjärvi

Auf den ersten Blick erscheint es merkwürdig, dass jemand freiwillig in einem eisigen Raum übernachtet. Aber wer das Eishotel in Jukkasjärvi das erste Mal gesehen hat, der ist fasziniert. Das Eis ist mal durchscheinend klar, mal undurchsichtig, und die Bauherren leisten Jahr für Jahr Großartiges. Denn von einem normalen Iglu ist das Eishotel Welten entfernt. Was dort nahe des Polarkreises entsteht, ist ein Palast. Gänge mit Spitzbogengewölbe, elegante Säulen, Skulpturen aus Eis prägen das Hotel in Schweden, das heute insgesamt 72 Zimmer hat.

Aufgeteilt sind sie in Schneeräume, die komplett aus Eis und Schnee bestehen und in denen man in speziellen Schlafsäcken auf Rentierellen schläft, Eisräume, die größer und individuell gestaltet sind, sowie Ice Art Suiten, die mit kunstvollem Eis-Design und vielen Skulpturen eingerichtet sind und auch Könige zufriedenstellen würden. Wer mit Eiseskälte gar nicht umgehen kann, der bucht ein Kaamos-Zimmer, das in skandinavischem Stil einschließlich Fußbodenheizung und ohne Eis in direkter Umgebung eingerichtet ist.

Cool anziehen zum kühlen Getränk an der Bar
Auch bei Eishotels gilt: "Kleider machen Leute" Und damit es bei Minus fünf Grad nicht allzu frisch wird, empfiehlt sich der modische Blick in winterfeste Online-Shops, denn Vielfalt gibt's bei Otto - Entdecken Sie die Trends!

Schlafen bei minus fünf Grad

Wer ein Zimmer im Eishotel bucht, sollte wissen, dass es drinnen etwa minus fünf bis minus acht Grad kalt ist – sehr warm im Vergleich zu draußen, wo es schon mal minus 30 Grad eisig werden kann. Frieren muss man trotzdem nicht, dank der Thermoschlafsäcke und der Rentierfelle, die auf die Betten aus Eis gebreitet werden. Auf Türen wird im Eishotel verzichtet, stattdessen gibt es Vorhänge. Waschräume und Toiletten gibt es in einem separaten (eisfreien) Gebäude, dort findet man auch eine Sauna.

Aufgebaut wird das Eishotel in Jukkasjärvi jedes Jahr Ende Oktober. Dann fahren Radlader auf, Schneekanonen werden abgeladen und die Bauarbeiten beginnen. In mühevoller Kleinarbeit entstehen mehrere Spitzbogengewölbe von bis zu fünf Metern Höhe und sechs Metern Breite, als Stützen kommen Pfeiler hinzu. Schneeblöcke dienen als Trennwand zwischen den einzelnen Zimmern, die Fenster bestehen aus durchscheinenden Eisquadern. Dann kümmern sich Künstler um die Skulpturen. Das Eis kommt aus dem Tornefluss, dessen Wasser besonders klar ist.

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Entdecker-Infos

Adresse: Marknadsvägen 63, 98191 Jukkasjärvi, Schweden
Telefon: +46 (0) 980 66 800
Internet: www.icehotel.com