Von Silke Böttcher

Gondeln sind für Venedig ungefähr so typisch wie, sagen wir, der Markusplatz. Und der Karneval. Zwar gibt es heutzutage immer mehr motorisierte Varianten, aber eine Fahrt mit einer richtigen, vom Gondoliere angetriebenen Gondel macht einen Venedig-Urlaub erst perfekt.

Die venezianische Gondel: elf Meter lang und 1,5 Meter breit

Das Gefährt prägt Venedigs Stadtbild schon seit dem elften Jahrhundert, ein elf Meter langes und gerade mal anderthalb Meter breites Boot, dessen Enden anmutig nach oben gebogen sind. Es besteht aus 280 Einzelteilen und neun unterschiedlichen Hölzern  (Buche, Eiche, Kiefer, Kirschbaum, Lärche, Linde, Nussbaum, Ulme und Tanne).

Kein Wunder, dass es etwa 500 Stunden dauert, bis das bis ins Detail durchdachte Fahrzeug startklar ist – und zudem locker 25.000 Euro kosten kann. Was auch den meist ziemlich hohen Preis für eine Gondelfahrt (80 Euro am Abend sind nicht ungewöhnlich, wenn der Gondoliere singen soll, können es schon mal 150 Euro werden) erklärt.

Wer unsicher ist, sollte vorher fragen, um Ärger zu vermeiden. Oder er sucht im Internet nach Anbietern mit Festpreisen. Denn schwarze Schafe gibt es natürlich auch in Venedig.

Stadtbesichtigung vom Wasser aus

Stolze 10.000 Gondeln waren im 16. Jahrhundert in Venedig unterwegs, heute sind es nur noch ein paar hundert, aber die sind bei Touristen sehr begehrt, um die Sehenswürdigkeiten in Venedig vom Wasser aus zu betrachten.

Die meisten steigen nahe des Markusplatzes ein, nehmen genüsslich auf den Sitzen Platz und lassen sich im gemächlichen Tempo übers Wasser chauffieren, vorbei an Sehenswürdigkeiten wie der Rialto-Brücke oder dem Markusplatz. Im Sommer ist der Andrang am größten, aber auch zu Zeiten des Karnevals in Venedig muss man mit Wartezeiten rechnen.

Vorangetrieben wird die Gondel mit einem Riemen, den der Gondoliere gekonnt schräg ins Wasser taucht. Wie ein Dompteur führt er das Boot, das sich brav dreht, wenn er es will, und beinahe auf den Meter genau anhalten kann. Trotz der Anstrengung hat der Gondoliere manchmal noch Zeit und Lungenvolumen, um zu singen. Was zwar kitschig klingt, aber mit der richtigen Begleitung an der Seite so romantisch ist, dass auf Gondeln schon so manche entscheidende Frage gestellt – und mit „ja“ beantwortet wurde.

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