Masken und Kostüme beim Karneval in Venedig
Bloß mal eben das Kleine Schwarze überwerfen und als Karnevalskostüm deklarieren? Ein absoluter Fauxpas in Venedig. Die italienische Stadt setzt auf Prunk und Drama. Maske und richtiges Kostüm müssen schon sein, da hat der Venezianer seinen Stolz. Die Maske erlaubt es ihm ganz nebenbei, mal für eine Zeitlang ganz und gar unerkannt zu bleiben und Dinge zu tun, die er sonst lassen würde. Schon Giacomo Casanova hat das, so sagt man, weidlich genossen.
Fellini und der Karneval in Venedig
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Heute wird nicht mehr ganz so lange gefeiert wie früher, wo es am 6. Januar losging und am Aschermittwoch langsam zu Ende ging. Aber an Glamour hat der Karneval in Venedig nicht verloren. Immerhin haben die Venezianer lange Übung damit: Die Ursprünge des Spektakels gehen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Bloß zwischen 1797 und 1867, als Venedig zu Österreich gehörte, geriet das Spektakel ein bisschen in Vergessenheit. Die heutige Bedeutung allerdings bekam der Karneval tatsächlich erst 1976, und daran war das Kino Schuld: Federico Fellinis Meisterwerk „Casanova“, der eine neue Begeisterung für das Maskenfest auslöste.
Wer heute zum Karneval nach Venedig kommt, der spürt sofort die besondere Atmosphäre. Mit dem Fasching in Deutschland hat dieses Fest nichts zu tun. Allenfalls die Menschenmassen sind vergleichbar.
Engelsflug über den Markusplatz
Schwerpunkt der Festlichkeiten, die zehn Tage vor Aschermittwoch beginnen, ist der Markusplatz. Ein Prominenter eröffnet das Spektakel mit einer Schweberunde (Engelsflug) vom Campanile der Markuskirche über den Platz, und danach gibt es wie in alten Zeiten Theatervorführungen und Artistik auf mehreren Bühnen. Wer etwas auf sich hält, der wirft sich in Schale, mit prachtvollen Gewändern, ausladenden Hüten und – natürlich – Masken, die das Gesicht entweder zum Teil oder vollkommen verdecken. Für eine Weile werden die Verkleideten zu Stars, die dekorativ vor den legendären Bauwerken der Stadt posieren. Für manche lohnt sich die Mühe besonders, denn die schönsten Kostüme werden ausgezeichnet.
Die Venezianer lieben das Spiel mit der Identität. Während des Karnevals werden sie dank der Maske zur Illusion, zu einer anderen Persönlichkeit. Alter, soziale Stellung oder die finanzielle Lage werden ausgesperrt. Jetzt darf jeder mal König sein.
Vivi i colori - Lebe die Farben
2013 beginnt die offizielle Karnevalszeit in Venedig, die unter dem Motto „Vivi i colori – Lebe die Farben“ steht, am 3. Februar um 12 Uhr mit dem schon erwähnten Engelsflug über den Markusplatz. Gefeiert wird aber schon vorher. Am 26. Januar gibt es einen großen Umzug auf dem Wasser (La Festa Veneziana sull’acqua). Auf der Eislaufpiste am Campo San Polo wird ebenso gefeiert wie in den Kirchen, wo unterschiedliche Konzerte stattfinden. Und der Abschied vom Karneval ist ebenso spektakulär: Am 12. Februar um 22.30 Uhr gibt es eine stille Prozession mit kerzenbeleuchteten Gondeln von der Rialto-Brücke durch den Canal Grande nach San Marco. „La Vogata del Silenzio“ heißt das Fest, für das man Plätze in den Gondeln reservieren kann.
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