Von Ulrich Lenhard

Eine Sehenswürdigkeit in Cannes überstrahlt alles andere. Es sind die Internationalen Filmfestspiele, die Cannes jedes Jahr erneut jedem Fernsehzuschauer weltweit ins Gedächtnis rufen. Dann kommt wieder der Gedanke: Es gibt Orte, die dem Durchschnittsverdiener unerreichbar erscheinen. Für Cannes, dem dank der internationalen Filmfestspiele bekanntesten Ort an der Côte d´Azur, trifft dies aber nur an den Festival-Tagen zu.

Attraktion Nummer 1 in Cannes: Internationale Filmfestpiele

Natürlich ist im Frühjahr von Hollywood bis Babelsberg alles in Cannes versammelt ist, was Rang und Namen hat oder selbige noch erwerben will. Dann ist es in der Küstenstadt an der Französischen Riviera unmöglich, ein bezahlbares Zimmer zu bekommen.

Selbst wenn man es irgendwie schafft, zur Zeit der Filmfestspiele anwesend zu sein, sollte man sich nicht einbilden, an einem Tisch im Straßencafé Platz nehmen zu dürfen. Was einem, der nicht dazugehört, noch bleibt, ist zuzuschauen.

Während der Filmfestspiele Ziele in der Umgebung suchen

Was aber verblüffend ist: Bereits eine halbe Stunde Autofahrt von Cannes entfernt, in Nizza, ist von dem Rummel anlässlich der internationalen Filmfestspiele in Cannes nichts mehr zu bemerken.

Okay, auch außerhalb des Festivals gilt Cannes nicht nur als der teuerste Ort an der Côte d´Azur, sondern in ganz Europa, wie der ADAC kürzlich festgestellt hat. Dennoch ist es außerhalb der Saison durchaus möglich, so preiswerten Urlaub zu machen, wie das in Frankreich und insbesondere an der Côte d´Azur überhaupt möglich ist. Mit immer noch bis zu 21 Grad im Winter ist der Aufenthalt in Cannes auch in der Nebensaison absolut angenehm.

Sehenswürdigkeiten in Cannes: Museen

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Zelle des Mannes mit der Eisernen Maske auf der Insel Sainte-Marguerite© PA/MAXPPP

Von den zahlreichen Museen an der Côte d´Azur sind in Cannes besonders zwei hervorzuheben: Das Musée de la Castre und das Musée de la Mer. Die Exponate in dem völkerkundlichen Musée de la Castre selbst sind für ethnologisch Interessierte natürlich auch spannend, aber wir locken Sie aus einem anderen Grund dorthin. Denn allein der Weg hinauf zu dem Kastell ist schon ein Erlebnis.

Durch die Altstadt geht es durch kleinere Gassen vorbei an entzückenden Restaurants die Treppen hinauf zur Mauer. Bereits von den Mauerkronen bieten sich atemberaubende Blicke auf Cannes und die Côte d´Azur. In dem unübersehbaren Kastell aus dem 11. Jahrhundert befindet sich das Museum. Neben den ethnologischen Abteilungen gibt es hier auch einen Überblick zu Malern der Region aus verschiedenen Epochen.

Der – im wörtlichen Sinne – Höhepunkt der kleinen Klettertour ist jedoch der Kastell-Turm selbst. Der Blick von der Zinne ist schlicht atemberaubend und alle Anstrengung wert.

Gefängnis für den Mann mit der Eisernen Maske

Von hier aus schweift der Blick auch über die Insel Sainte Marguerite, die der Schriftsteller Alexandre Dumas so bekannt gemacht hat. Dort befindet sich der Originalschauplatz für die Legende über den Mann mit der Eisernen Maske.

Heute ist sich die Wissenschaft zwar relativ sicher, dass es tatsächlich einen langjährigen Gefangenen gab, der zumindest vorübergehend eine eiserne Maske tragen musste. Wer dahinter versteckt wurde, ist dagegen nicht gewiss. Ein (illegitimer) Bruder oder anderer Verwandter von Ludwig XIV. war es jedenfalls nicht.

Sonnenkönig schickte viele Menschen in die Dunkelheit

Das Musée de la Mer zeigt die Zelle des geheimnisvollen Gefangenen, in der 1990 bei Restaurierungsarbeiten handschriftliche Notizen gefunden wurden. Diese gaben aber auch keinen Aufschluss über die Identität des Gefolterten. Klar ist nur: Der Gefangene hat die Maske nur gelegentlich getragen.

Ein Experiment hat kürzlich ergeben, dass eine solche Tortur nach wenigen Wochen tödlich gewesen wäre. Vermutlich ist des Rätsels Lösung einfach: Zufällige Augenzeugen haben einen maskierten Häftling gesehen, so entstand die Legende. Dass zahlreiche Menschen aus nichtigem Anlass in den Kerkern des Sonnenkönigs verrotteten, ist geschichtlich belegt.

Kopie aus Nizza: Boulevard  de la Croisette

Zurück mit der Fähre in Cannes schlendern wir über den zwei Kilometer langen Boulevard  de la Croisette, der 1850 angelegt wurde. Grund für die  Errichtung der Strandpromenade war die erfolgreiche und beliebte Promenade des Anglais im benachbarten Nizza.

Zu finden sind neben edlen Geschäften, Bars, Cafés und Restaurants auch drei Casinos am Rande des Boulevards. Und natürlich ist hier auch der Palais des Festivals et des Congrès zu finden, der Austragungsort der Internationalen Filmfestspiele von Cannes.

Wussten Sie übrigens, dass die Filmfestspiele in Cannes gar nicht die größte Veranstaltung an der Côte d´Azur sind? Gut, die Formel 1 in Monaco kennt man. Aber dieser Zirkus ist es auch nicht. Vielmehr zieht das traditionelle Zitronenfest in Menton die meisten Zuschauer an. Das hat bei allem Filmfestival-Stress doch etwas Versöhnliches, oder?

Sehenswürdigkeiten Cannes: Übersicht

  • Altstadt Cannes (Le Suquet): Gehen Sie vom Yachthafen zum Musée de la Castreund machen Sie ein paar Schlenker. Oben besteigen Sie den Turm
  • Insel Sainte Marguerite: Mit der Fähre zum Gefängnis des Mannes mit der eisernen Maske
  • Boulevard  de la Croisette: Zahlreiche berühmte Hotels und Restaurants liegen an der Küstenpromenade
  • Palais des Festivals et des Congrès: Der Ort der Filmfestspiele von Cannes
  • Friedhof von Cannes: Klaus Mann, Carl Peter Fabergé
  • Bahnlinie nach Ventimiglia: Schöne Sicht auf die Côte d´Azur
  • Strand: Plage de la Croisette, breiter Sandstrand

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HRS


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Entdecker-Infos

Anreise lokaler Flughafen Cannes, internationaler Flughafen Nizza, TGV von Paris