Umzüge, Jecken, Party - Karneval in Deutschland
Die fünfte Jahreszeit ist in vollem Gange – und nicht nur in den Karnevalshochburgen steht man schon in den Startlöchern für die großen Umzüge, die wie immer politische Themen mit spitzer Zunge angehen und ansonsten vor allem eines sind: ausgelassen.
Berliner feiern früher
Weitere Artikel
| Ferien, Fisch und FKK |
| Ein Luftdrehkreuz für Berlin |
| Turmbahnhof für die Hauptstadt |
| ZOB: Busbahnhof mit Tradition |
| Eine Gitarre vom Zimmerservice |
Selbst die Berliner, die sonst Karneval eher ignoriert haben (obwohl schon 1870 die ersten Rheinländischen Karnevalsvereine in der Stadt gegründet wurden), hat das Fieber inzwischen voll gepackt. Vielleicht sind die Hauptstädter deshalb auch die ersten, die zum Umzug rufen. Obwohl Rosenmontag 2013 erst am 11. Februar ist, wird in Berlin schon am 3. Februar gefeiert. Der Zug bewegt sich vom Steinplatz in Charlottenburg über Kurfürstendamm und Bleibtreustraße, macht eine Kehrtwendung und geht über Kudamm und Tauentzienstraße zum Wittenbergplatz. Beginn: 11.11 Uhr. Wann sonst?
Kölns Jecken sind los
Die Kölner haben vom 7. bis zum 13. Februar Ausnahmezustand, aber eigentlich ging es dort schon am 11. November los. Höhepunkt ist natürlich der Rosenmontagszug durch die gesamte Innenstadt. Aufgestellt wird „D’r Zoch“ (der Zug) ab 10.30 Uhr in der Südstadt, rund um den Chlodwigplatz. Nach dem Motto „Jedem Jeck sing Pappnas“ geht es sieben Kilometer und vier Stunden lang durch die Stadt. Egal ob man mitmacht oder nur zuguckt: Der Zug mit seinen einfallsreich Verkleideten ist absolut sehenswert, am witzigsten sind meist die Darstellungen aktueller politischer oder gesellschaftlicher Geschehnisse. Beim Karneval werden Politiker und Promis gnadenlos aufs Korn genommen.
Karneval in Mainz, Fulda und anderswo
Nicht nur in Köln – im gesamten Rheinland gibt es Karnevalszüge, einer der größten zieht durch Mainz. Er startet am Rosenmontag um 11.11 Uhr, und die gesamte Innenstadt wird zur Partymeile. In Hessen wird ebenfalls gefeiert, vor allem in Frankfurt/Main (am Sonntag, 10. Februar, um 13.11 Uhr in der Innenstadt, z.B. Rotfederring, Speicherstraße und Unter der Friedensbrücke) und in Fulda wird groß gefeiert, in Westfalen auch. Im Norden hat sich Braunschweig zur Karnevalshochburg gemausert, dort startet der Umzug am 10. Februar um 12.40 Uhr am Europaplatz. Daneben gibt es überall in Deutschland Orte, in denen Fasching ein wichtiges Ereignis ist.
Schwäbisch-alemannische Fastnacht
Und dann gibt es natürlich noch die Karnevalshochburgen in Franken oder Bayern und die schwäbisch-alemannische Fastnacht im Südwesten der Republik. Letztere erinnert mit ihren Masken ein bisschen an den Karneval in Venedig und ist eine sehr liebgewonnene Tradition bei den Einheimischen wie bei Touristen. Nur sieht man dort mehr Teufel, Narren und „Wilde Leute“, während Venedig auf geheimnisvolle, bleichgesichtige Masken und prachtvolle Kostüme setzt. Umzüge der schwäbisch-alemannischen Fastnacht gibt es vom 1. bis zum 9. Februar in unhzähligen Orten, zu den bekannteste gehört der Narrensprung in Rottweil am Rosenmontag (Beginn 8 Uhr am Schwarzen Tor, Rottweiler Straßenkreuz, Friedrichsplatz.
Die Königin der Umzüge: Rio de Janeiro
Noch ausgelassener als die europäischen Faschingsfeste ist der Karneval in Rio. Dort wird getanzt, bis die Füße wund sind – in Kostümen, die oft nur soviel vom Körper bedecken wie gerade nötig. Kein Wunder: Dort ist der Winter ein Fremdwort....
Entdecker-Infos
| Info: | www.koelner-karneval.org |
| Info: | www.mainzer-fastnacht.de |





