Von Dieter Weirauch

Das Morsum-Kliff, im Osten der Insel Sylt gelegen, ist die größte Attraktion des kleinen Ortes Morsum inmitten des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Nahe des Ortes beginnt auch der Hindenburgdamm, der die Insel Sylt mit dem Festland verbindet. 

Seit 1923 unter Naturschutz

Das Morsum-Kliff verläuft ein gutes Stück jenseits der Bahngleise und rund einen Kilometer entlang der Wattenmeerküste. Bis zu 21 Meter ragt die geologisch interessante Abbruchkante, auf, die sich zu einer Zeit formierte, als die ganze Gegend unter Wasser stand.

Das nicht nur für Geologen bedeutsame Kliff steht seit 1923 unter Naturschutz. Durch die Eiszeit-Gletscher wurden hier viele Erdschichten, unter anderem Glimmerton, Limonitsandstein und Kaolinsand auf engem Raum zusammengepresst. Die See spülte diese wieder frei.

Dadurch kann man sie heute in schräg laufenden Farbabstufungen von weiß bis braun wie in einem Freilichtmuseum erkennen. Ebenso sind im Watt vor dem Kliff immer wieder Findlinge zu entdecken. Der in den letzten Jahrzehnten stärker gewordene Tourismus führt aber auch zur schleichenden Zerstörung des Morsum-Kliffs.

Rundwanderweg um das Morsum-Kliff

Empfehlenswert ist deshalb, an den von der Naturschutzgemeinschaft Sylt e.V. in Braderup veranstalteten Führungen teilzunehmen. Der Sockel des geologisch einmaligen Kliffs weist ein Alter von bis zu zehn Millionen Jahren auf. 

Die raue Schönheit des Kliffs erschließt sich am besten, wenn man vom Hotel und Restaurant Morsum-Kliff aus den Rundwanderweg benutzt. Auf dem dortigen Parkplatz wird auf Tafeln ausführlich über das geologisch einmalige Morsum-Kliff informiert.

Unten am Strand führt der Rundweg westwärts, bis das Kliff nach knapp zwei Kilometern allmählich niedriger wird. Die erdgeschichtliche Formation wurde bereits 1923 zum Naturschutzgebiet Morsum-Kliff erklärt. Sonst wäre das geologische Naturdenkmal, wie ursprünglich vorgesehen, wohl für den Bau des Hindenburg-Dammes verwendet worden.

Das 43 Hektar große Areal umfasst neben dem eigentlichen Kliff auch wesentliche Teile der zauberhaften Heidelandschaft, die sich oberhalb der Abbruchkante erstreckt.

Kirche mit Gedenkstein

Grabstein von Fabian von Schlabrendorf

Grabstein des Widerstandskämpfers Fabian von Schlabrendorff auf dem Friedhof von Morsum© PR / Dieter Weirauch

Im Dorf Morsum ist die Kirche sehenswert. Die Dorfkirche stammt wahrscheinlich aus dem 12. Jahrhundert und ist gemeinsam mit der Keitumer Kirche das älteste Gotteshaus der Insel.

Die meterdicken Mauern bestehen aus Findlingen und Granitquadern. Unter einem Baum an der Südseite markiert ein einfacher Findling die letzte Ruhestätte des Juristen und Wehrmachtsoffiziers Fabian von Schlabrendorff, der am Staatsstreich vom 20. Juli 1944 gegen Hitler beteiligt gewesen war.

Bekannt ist sein 1946 erschienenes Buch ‚“Offiziere gegen Hitler“. Von Schlabrendorff war später Richter am Bundesverfassungsgericht. Gegenüber Kirche lohnt ein Besuch des liebevoll von einem älteren Ehepaares gepflegten Gartens, in dem es im Herbst leckere selbstgemachte Säfte und Konfitüren gibt.

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