Von Friederike Ostermeyer

Magdeburg, die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts, ist weder besonders wichtig, noch besonders schön – das meinen jedenfalls viele, die noch nie da waren. Diejenigen, die diese Stadt kennen, wissen es besser: Magdeburg überrascht. 

 

Kapitel 1: Warum der Dom größer aussieht als er ist

Wer von Westen aus nach Magdeburg hineinfährt, wird ihn schon von der Autobahnabfahrt erkennen – den Magdeburger Dom. Erbaut wurde er im 13. Jahrhundert und gilt als eines der bedeutendsten Gotteshäuser seiner Zeit. Von weitem erscheint er mächtiger als er ist. Denn die Bauherren von damals haben ihn, schlau wie sie waren, auf einen Felsen gesetzt, sodass er größer erscheint. Doch auch aus der Nähe betrachtet zieht er einen sofort in den Bann.

Man ahnt: Um und im Dom wurde Geschichte geschrieben. Dieses Bauwerk hat Bedeutung. Die Magdeburger selbst lieben ihren Dom, obwohl sie mit Kirche kaum etwas am Hut haben. So sehr, dass sie ihm sogar so etwas wie ein eigenes Bewusstsein zuschreiben.  „Ist denn die Elbe immer noch die selbe, fragt sich der Dom und wundert sich“, lautet der Text eines Kinderliedes, das hier jeder einmal irgendwann vor sich hinsummt.

Doch vermutlich wundert sich der Dom über gar nichts mehr. Während der vielen Hundert Jahre, die er jetzt da steht, wurde er mehrmals geplündert und immer wieder umgebaut. Und während am 16. Januar 1945  alle umliegenden Gebäude dem Erdboden gleich gemacht worden sind, trotzte der Dom wie durch ein Wunder dem Bombenhagel. So ragen sie beiden stolzen Türme seit Jahrhunderten scheinbar unerschütterlich in den Magdeburger Himmel, in dessen Inneren die Glocken hängen, die die Namen „Orate“, „Dominica“, „Apostolica“ und ... „Susanne“ tragen.

Romanische Klosteranlage aus dem 11. Jahrhundert

Ein Stück weiter nördlich des Doms liegt das „Kloster Unser Lieben Frauen“, eine romanische Klosteranlage aus dem 11. Jahrhundert. So schlicht sie auf den ersten Blick aussehen mag, so faszinierend sind die Gebäude bei genauerer Betrachtung. Darin befindet sich ein wunderschöner Kreuzgang mit einer einzigartigen Atmosphäre. Das Kloster Unser Lieben Frauen gehört wie der Ostteil des Domes zur Straße der Romanik.

Heute wird die Anlage auch als Kunstmuseum genutzt. Wieder ein Stück weiter nördlich steht die Johanniskirche. Martin Luther persönlich soll hier drin einmal gepredigt haben. Heute dient das Gebäude nicht mehr als Kirche, sondern als Veranstaltungsraum. Die Turmbesteigung ist übrigens kostenlos, den Ausblick, der man von dort hat, ist aber keinesfalls umsonst.

 

Lesen Sie im nächsten Kapitel, warum Magdeburgs Seele rosa ist

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

 

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