Unter den Linden - prächtiger Boulevard mit Sogwirkung
Die Straße "Unter den Linden" führt vom Pariser Platz am Brandenburger Tor anderthalb Kilometer in östlicher Richtung bis zur Schlossbrücke an der Museumsinsel. Der Boulevard ist heute – und war es auch zu DDR-Zeiten, in den goldenen "Zwanzigern" und schon lange davor – beliebte Flaniermeile und eine der wichtigsten Ost-West-Verkehrsachsen Berlins.
Schweine auf der Prachtstraße
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Kurfürst Johann Georg ließ 1573 einen Reitweg zwischen dem Stadtschloss und dem Tiergarten anlegen – dieser Trampelpfad sollte später der Boulevard Unter den Linden werden. Doch erst nach dem Dreißigjährigen Krieg beschloss Kurfürst Friedrich Wilhelm die Straße nach holländischem Vorbild als sechsreihige Galerie auszubauen und mit Nuss- und Lindenbäumen zu bepflanzen. Eine kolorierte Zeichnung von 1691 zeigt die "Lindenallee" als mehrspurige aber ungepflasterte Straße für Kutschen, Reiter und Passanten.
In den letzten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts gewann der Boulevard durch die Bebauung der Dorotheenstadt (benannt nach der Gattin des damaligen Kurfürsten) und dem Zuzug der Hugenotten an Bedeutung. Zu größeren Kutschenbewegungen auf der Straße kam es, nachdem das Lietzenburger Schloss (heute Schloss Charlottenburg) 1699 eingeweiht und zur Residenz Sophie Charlottes, der Gemahlin des späteren Königs Friedrich I, wurde. Sie pflegte zu Schauspielen, Maskeraden, Konzerten und Bällen einzuladen. Zu jener Zeit durchwühlten allerdings immer noch Schweine den Prachtboulevard und waren der höfischen Gesellschaft ein Dorn im Auge.
Dieser Artikel erschien im Original auf Berliner Morgenpost
- Teil 1: Unter den Linden - prächtiger Boulevard mit Sogwirkung
- Teil 2: Bebauung des Boulevards bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts
- Teil 3: DDR- und Nach-Wendezeit










