Von Friederike Ostermeyer

Seit mehr als 10 Jahren gibt es das Watergate schon, es gehört zu den angesagtesten Clubs Berlins. Unscheinbar auf der Kreuzberger Seite, rechts von der Oberbaumbrücke an der Spree gelegen, verraten nur die nächtlichen langen Schlangen, dass hier für die Berliner Szene ein wichtiger Ort ist. Hier drinnen lässt sich der weltberühmte „Sound of Berlin“ finden, spüren und hören.

Panoramafenster mit Blick auf die Spree

Das Watergate bietet zwei große Floors auf zwei Ebenen. Oben tanzen die LED-Lichter im Takt zwischen Diskokugel und Holzbalken, unten gibt es Sofa-Liegewiesen zum Fläzen und eine weitere Tanzfläche. Jeweils in der Mitte befinden sich Bars im 360°-Format. Doch das Beste sind die Panoramafenster, die einen freien Blick auf die Spree ermöglichen. Im Sommer ist die dazugehörige Terrasse geöffnet. Von hier aus lassen sich Sonnenaufgänge und vorbeifahrende Schiffe beobachten.

Harte Türpolitik

Wer hier feiern will, kommt wegen des Line-Ups, wegen der Musik und des Lebensgefühls. Hier Gleichgesinnte zu treffen, dafür ist der Club berühmt geworden. Party-Touristen, die nur um des Feierns willens kommen, haben den Club innerhalb der Szene zwischenzeitlich ein wenig in Verruf gebracht. Und so kann es passieren, dass man an der Tür gefragt wird, ob man den DJ kennt oder darauf hingewiesen wird, dass man in großen Gruppen keine Chance hat. Ohnehin muss man sich gefallen lassen, auch mal abgewiesen zu werden.

Kommen, wenn andere nach Hause gehen

Das Watergate ist nicht so abgehoben wie das Felix und nicht so „entrückt“ wie das Berghain. Hier findet kein Schaulaufen statt, aber auch nicht unbedingt der pure Exzess. Vielleicht war dies genau das, was Kate Moss zu schätzen wusste, als sie vor einigen Jahren spontan im Watergate feierte. Am schönsten ist es übrigens, wenn die meisten Gäste nach Hause gehen, nämlich gegen 8 Uhr morgens. Davor lohnt es sich eigentlich kaum. Denn dann sind die Sets verspielter, die Stimmung ist magischer. Es scheint, als ob sich erst dann die Musik wirklich genießen lässt. Die eingefleischte Berliner Szene macht das übrigens schon lange so. Sie kommt erst in die Clubs, wenn der Rest sich ausgefeiert hat.

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