Von Silke Böttcher

Warten auf die Stars am roten Teppich vor dem Berlinale-Palast

Warten auf die Stars am roten Teppich vor dem Berlinale-Palast© PA/dpa

Immer im Februar dreht sich in Berlin alles um goldene und silberne Bären. Die Berlinale sorgt für Hollywood-Glamour und alle Welt entdeckt, dass Kino doch immer noch ein bisschen magisch ist. Regelmäßig geben sich Weltstars in Berlins In-Restaurants die Klinke in die Hand oder lassen sich auf dem roten Teppich fotografieren – und wer Glück hat, sieht im Kinosaal nur ein paar Plätze entfernt die Leute sitzen, die gerade vorn auf der Leinwand Abenteuer erleben. Und am Ende der Berlinale werden hier die Preise verliehen.

Zu den wichtigsten Sälen der Berlinale gehört das Theater am Potsdamer Platz, das für die Zeit der Filmfestspiele den Namen Berlinale-Palast bekommt. Normalerweise dient es als Musicaltheater - für die Berlinale wird das Bühnenbild aus- und eine Leinwand eingebaut. An Prominenz ist das Haus gewöhnt, schließlich gab es in dem von Renzo Piano entworfenen und am 5. Juni 1999 eröffneten Theaterbau mit seinen 1800 Sitzplätzen schon reichlich Musical-Premieren mit rotem Teppich und Stars und Sternchen. „Der Glöckner von Notre Dame“ war in dem zur Stage-Entertainment-Group gehörenden Haus ebenso zu erleben wie „Cats“ und die „Blue Man Group“ (sie zog im Februar 2007 ins ehemalige Imax-Theater), das Abba-Musical „Mamma Mia“ ebenso wie „Dirty Dancing“. Wenn die Berlinale zu Ende ist, läuft wieder Udo Lindenbergs „Hinterm Horizont“.

Vollständig verglaste Foyerhalle

Das Musicaltheater ist eines der größten Theater Deutschlands. Ein imposantes Gebäude mit einer 35 Meter hohen, vollständig verglasten Foyerhalle und einer  Freitreppe über sechs Etagen. Schon beim Bau hatte man geplant, das Theater auch in ein Kino zu verwandeln. Dafür wurden drei Filmprojektoren und eine acht mal 18 Meter große Leinwand eingebaut, es gibt eine fest installierte LED-Wand und eine digitale Leuchtsteueranlage. Und natürlich gibt es Künstlergarderoben und einen Schminkraum – unsichtbar für die Besucher, die die Verwandlung von Schauspielern in Katzen oder Glöckner von Notre Dame natürlich nicht mitbekommen sollen.

Berlinale und Goldene Henne

Auch für andere kulturelle Veranstaltungen neben der Berlinale wird der große Saal mit seinen roten Sitzplätzen gern genutzt. So zog im September 2011 die Verleihung der „Goldenen Henne“, eines nach der Entertainerin Helga Hahnemann benannten Medien- und Publikumspreises, vom Friedrichstadtpalast ins Musicaltheater.

Wer anschließend noch mehr Glamour sehen möchte: Der Mittelstreifen der Potsdamer Straße ist auf Höhe des Potsdamer Platzes zum "Walk of Fame" gestaltet worden - ein bisschen Hollywood-Stimmung gehört schließlich dazu. Musical-Fans unterdessen lockt das Theater des Westens in Charlottenburg, in dem seit Jahrzehnten Musiktheater gespielt wird.   

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Berlinale: www.berlinale.de