Von Jan Kanter

Für viele Besucher ist Berlin deshalb besonders interessant, weil sich die Stadt in einem dauernden Wandel befindet. Das trifft ganz besonders auch auf die Bausubstanz zu. Dass in der Hauptstadt häufiger als anderenorts Neues oder Altes neu ersteht, liegt an der besondern Situation der Stadt mit Teilung und Mauer. Das jüngste Beispiel dieser Neuentstehung ist das rund 150 Jahre alte Neue Museum Berlin. Im Krieg schwer beschädigt, stand lange Jahre faktisch nur eine Ruine des späten klassizistischen Baus des Architekten und Künstlers Friedrich August Stüler.

Neues Museum Berlin: Stüler in die Gegenwart transportiert

Erst beinahe 20 Jahre nach der Wiedervereinigung öffnete das Neue Museum Berlin wieder seine Pforten, nachdem es unter der Anleitung des britischen Architekten David Chipperfield in mühseliger Arbeit restauriert wurde. Nach der Eröffnung bot sich ein atemberaubender Anblick, da es Chipperfield neben anderem gelang, im eigentlich zerstörten und verloren geglaubten Eingangsbereich mit der rudimentären, unbehandelten Ziegelfassade und einer schlichten steinernen Treppe den Geist Stülers einzufangen und in die Gegenwart zu transportieren.

Der ursprüngliche Bau des Neuen Museums Berlin geht bis in die 40er Jahre 19. Jahrhunderts zurück als sich im jungen Bürgertum des Preußenstaates der Museumsgedanke immer mehr durchsetzte und das noch gar nicht so Alte Museum aus allen Nähten platzte.

Das Neue Museum - ein visionärer Bau

m Jahr 1841 begann der Bau des Neuen Museums Berlin auf der Museumsinsel und dauerte 14 Jahre. 1855 wurde das Museum eingeweiht, aber noch weitere elf Jahre ausgebaut. Das Neue Museum Berlin ist nicht nur ein herausragendes Exemplar eines klassizistischen Baus, sondern auch ein Beispiel für industrielle Bauweise. Beim Bau des Fundaments kam eine Dampframme zum Einsatz, im Gebäude selber wurden, auch das eine Pionierleistung, Stahlträger verwendet.

Mit Eröffnung des neuen Museums Berlin, es gab einen „griechischen“ und einen „ägyptischen“ Innenhof, um die sich die Ausstellungssäle gruppierten, wurden hier die ägpytische Sammlung, die Gipsabdrucksammlung, das Kupferstichkabinett und andere Sammlungen untergebracht. Vieles wurde im zweiten Weltkrieg zerstört, so auch die Gipsabdrucksammlung.

Berlins berühmteste Mieterin: die Nofretete

Heute befindet sich im Neuen Museum Berlin die Sammlung des ägyptischen Museums, das Museum für Vor- und Frühgeschichte sowie die Papyrussammlung. Außerdem wohnt hier die vermutlich berühmteste Mieterin der Stadt. Im Zentrum der Ausstellung steht die Büste der Nofretete, ehedem Gattin des ägyptischen Pharaos Echnaton. Die schöne Königin wetteifert mit dem Museumsbau Stülers um die Aufmerksamkeit der Besucher, ein Rennen das zur Freude aller Beteiligten bislang unentschieden steht. Berliner und Besucher strömen seit der Neueröffnung in nicht nachlassender Zahl in das Museum, so dass eine Ticketreservierung beinahe unerlässlich ist.

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HRS


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Entdecker-Infos

Adresse: Bodestr 1, 10178 Berlin
Telefon: 030/266424242
Internet: www.neues-museum.de
Öffnungszeiten: Mo-Mi/So, 10-18 Uhr, Fr/Sa, 10-20 Uhr