Von Ulrich Lenhard

Die Museumsinsel Berlin: Fünf Häuser, ein Dutzend Ausstellungen - da kann man schon mal den Überblick verlieren. Deshalb eine kompakte Führung von Süden nach Norden. Wünschen Sie ausführlichere Informationen zu den einzelnen Ausstellungen, folgen Sie bitte den blau unterlegten Links. Vorab: Der Saal mit dem Pergamonaltar wird voraussichtlich ab Ende September 2014 bis 2019 geschlossen.

Museumsinsel: Überblick

Auf der Museumsinsel befinden sich derzeit (April 2014) fünf Häuser mit verschiedenen Ausstellungen: Das Alte Museum, das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das Bode-Museum und das Pergamonmuseum. Der Rundgang führt von Süden nach Norden.

Altes Museum: Griechen, Römer, Etrusker

Das Alte Museum Berlin markiert die südliche Grenze der Ausstellungen auf der Museumsinsel. Im Erdgeschoss befindet sich die griechische Kunst und ein Teil der Skulpturen der Antikensammlung, die zuvor im Pergamonmuseum ausgestellt war. Etruskische und römische Kunst ist im Obergeschoss zu sehen. Dort ist allerdings nur ein kleiner Teil der Schätze zu finden – die meisten Werke sind derzeit im Archiv unter Verschluss.

  • Öffnungszeiten: Mo. geschlossen, Do. 10-20 Uhr, alle anderen Tage 10-18 Uhr
  • Eintritt: 10 €, erm. 5 €, onnlie 9/4,50 €

Neues Museum: Ägypten, Neandertaler, Antikensammlung

Sie wollen die berühmte Büste der Nofretete mit eigenen Augen betrachten? Dann müssen Sie in das Neue Museum auf der Museumsinsel Berlin. Im Ägyptischen Museum befinden sich auch einige andere sehenswerte Objekte wie die Porträtköpfe der Königsfamilie.

Mit dem British Museum in London oder gar dem Ägyptischen Museum in Kairo kann die Berliner Ausstellung jedoch nicht ansatzweise mithalten. Experten werden allerdings Freude an der Papyrussammlung haben.

Eine ganz andere Bedeutung hat die Sammlung im Museum für Vor- und Frühgeschichte, die zu einer der umfangreichsten der Welt gehört. Die Geschichtsschau reicht von der Altsteinzeit bis ins Mittelalter. Highlights sind der Schädel eines Neandertalers, die Troja-Sammlung von Heinrich Schliemann und der Berliner „Goldhut“.

Auch ein Teil der Antikensammlung ist im Neuen Museum zu finden. Die berühmtesten Ausstellungsstücke aber befinden sich im Pergamonmuseum: Pergamonaltar und Ischtar-Tor.

  • Öffnungszeiten: tägl. a. Do. 10-18 Uhr, Do. 10-20 Uhr
  • Eintritt: 12, erm. 6 €, online 11/5,50 €

Alte Nationalgalerie: Werke aus dem 19. Jahrhundert

Die Alte Nationalgalerie widmet sich der Malerei des 19. Jahrhundert. Werke von Caspar David Friedrich, Max Liebermann und Renoir sind dort zu sehen – um nur eine ganz kleine Auswahl zu nennen.

  • Öffnungszeiten: Mo. geschlossen, tägl. a. Do. 10-18 Uhr, Do. 10-20 Uhr
  • Eintritt: 12, erm. 6 €, online 11/5,50 €

Pergamonmuseum – Symbol der Museumsinsel Berlin

Für viele Besucher ist das Pergamonmuseum ein Synonym für die Museumsinsel Berlin. Das ist natürlich keineswegs so, doch mit der Strahlkraft der gigantischen Ausstellungsstücke im Pergamonmuseum kann allenfalls die vergleichsweise winzige Büste der Nofretete mithalten.

Zu sehen gibt es: Das Ischtar-Tor mit der Prozessionsstraße von Babylon. Die blauen Kachelmauern wirken wie neu und gehören zu dem Eindrucksvollsten, was man weltweit betrachten kann. Ursprünglich gehörten sie zu Recht zu den Weltwundern der Antike.

Der Pergamonaltar, die Mschatta-Fassade und das Markttor von Milet sind weitere monumentale Exponate. Über diesen beeindruckenden Stücken vergisst man manchmal, dass auch die kleineren Objekte sehenswert sind. Drei verschiedene Ausstellungen, die ineinander übergehen, sind zu entdecken: Der zweite Teil der Antikensammlung, das Vorderasiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst.

  • Öffnungszeiten: tägl. a. Do. 10-18 Uhr, Do. 10-20 Uhr
  • Eintritt: 12, erm. 6 €, online 11/5,50 €
  • Achtung: Wegen Bauarbeiten gibt es häufig sehr lange Wartezeiten. Im September wird (ausschließlich) der Saal mit dem Pergamonaltar geschlossen.

Bode-Museum: Skulpturen und Byzantinische Kunst

Das Bodemuseum schließt die Museumsinsel nach Norden hin ab. In dem prachtvollen Kuppelbau des Bodemuseums sind die Skulpturen untergebracht, die jünger sind als die Antike. Außerdem gibt es byzantinische Kunst zu sehen, einige Werke aus der Nationalgalerie und eine umfangreiche Münzsammlung aus der Menschheitsgeschichte, seit es Zahlmittel gibt.

  • Öffnungszeiten: Mo. geschlossen, tägl. a. Do. 10-18 Uhr, Do. 10-20 Uhr
  • Eintritt: 12, erm. 6 €, online 11/5,50 €

Museumsinsel Berlin: Masterplan weitere Entwicklung

Die Museumsinsel Berlin mit ihren fünf Museumshäusern steht seit 1999 als Weltkulturerbe unter dem Schutz der Unesco. Bis 2025 soll des Ensemble saniert und erweitert werden – in enger Absprache mit der Denkmalpflege.

Verbindung zwischen den fünf Museen

Architekten wie David Chipperfield entwickelten für dieses Mammutprojekt ein Gesamtkonzept. Dazu gehören zum Beispiel eine Verbindung zwischen den fünf Museen der Museumsinsel,  die auf der Ebene der Sockel- oder  Kellergeschosse eingerichtet werden soll und als "Archäologische Promenade" bezeichnet wird.

Außerdem gehört die behindertengerechte Gestaltung des gesamten Bauwerks dazu, der Bau der James-Simon-Galerie als neues Besucherzentrum und Eingangsgebäude und schließlich der Ausbau des Pergamonmuseums durch einen vierten Flügel. Auch die Freiflächen sollen gestaltet werden.

Museumsinsel soll 2025 fertig sein

Die Fertigstellung der James-Simon-Galerie hat sich inzwischen auf 2017 verschoben, die Vollendung der Museumsinsel im Sinne des Masterplans ist für 2025 vorgesehen. Die Gesamtkosten einschließlich der schon beendeten Arbeiten kann man allerdings nur schätzen: Vermutlich werden sie bei 1,5 Milliarden Euro liegen.

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