Von Dieter Weirauch

Das Berliner Stadtschloss gegenüber dem Berliner Dom soll bis 2018 als Humboldt-Forum wieder entstehen. Noch ist nicht allzu viel zu sehen. Wer mehr über den Bau erfahren will, sollte die Humboldt-Box besuchen. myEntdecker stellt das Info-Zentrum des Fördervereins für den Wiederaufbau des Stadtschlosses vor.

Humboldt-Box - Vorbote des Stadtschlosses

Die 2011 eröffnete Humboldt-Box ist ein Blickfang an der Straße Unter den Linden, genau gegenüber dem Berliner Dom: Ein futuristisch anmutendes türkisfarbenes Gebilde, das 28 Meter in die Höhe ragt und auf fünf Etagen und 3000 Quadratmetern alles über das künftige Humboldt-Forum und das Berliner Stadtschloss erzählt.

Die Humboldt-Box bietet dem Ethnologischen Museum, dem Museum für Asiatische Kunst, der Humboldt-Universität sowie  der Zentral- und Landesbibliothek Raum, ihre Sammlungen und ihr Ausstellungskonzept vorzustellen. Auch die Gestaltung des künftigen Schlossplatzes wird gezeigt. In einer Etage gibt es außerdem einen Veranstaltungsraum.

Attraktion für Berliner und Touristen

Bürger und Touristen haben die Humboldt-Box längst als eine der vielen Attraktionen in Berlin entdeckt – 2013 kam der 500.000. Besucher. Das liegt auch an der Dachterrasse mit Weitblick über die Straße Unter den Linden und die umliegenden Bauwerke. Eine Dauerlösung allerdings ist die Humboldt-Box nicht - nach Fertigstellung des Humboldt-Forums soll sie wieder abgebaut werden.

Einblicke ins künftige Humboldt-Forum

Das Humboldt-Forum soll an der Stelle entstehen, an der einst das Berliner Stadtschloss stand. Dessen Ruinen waren 1950 auf Geheiß der SED-Machthaber gesprengt worden. Die DDR hatte auf einem Teil des Grundstückes den Palast der Republik erbaut, der 1976 eröffnet und mittlerweile ebenfalls abgetragen wurde.

Das Humboldt-Forum mit einer Fläche von 55.000 Quadratmetern gegenüber dem Berliner Dom soll bis 2018 in der äußeren Form des Berliner Stadtschlosses erstehen. Bauherr ist die Bundesrepublik Deutschland. Die Eröffnung ist im Jahr 2019 geplant - und dann wird auch die Humboldt-Box wieder verschwinden.

Schloss-Nachbau mit Fassaden nach historischem Vorbild

Die Pläne für den Schloss-Nachbau stammen vom italienischen Architekten Franco Stella. Seine Entwürfe sehen vor, dass drei Fassaden nach historischem Vorbild entstehen, die vierte, nach Osten gerichtete, ist modern gehalten.

Das Gebäude soll im baulichen Volumen, der Lage und dem größten Teil der Fassadengestaltung dem barocken Berliner Stadtschloss entsprechen, innen aber modern eingerichtet sein. Die Gesamtkosten für das Humboldt-Forum sollen 590 Millionen Euro betragen. 

Förderverein sammelt für die Stadtschloss-Fassade

Ein vom Hamburger Wilhelm von Boddien geleiteter Förderverein sammelte für das Stadtschloss seit 2004 bislang 35 Millionen Euro. Insgesamt kostet die originalgetreue Wiederherstellung der Fassade nach Angaben des Vereins 80 Millionen Euro.

Insgesamt sollen aus den Spendengeldern Schmuck- und Portalelemente hergestellt werden. Einen Eindruck darüber, wie das einmal aussehen kann, bekommt man in den Ausstellungen in der Humboldt-Box.

Kultur- und Veranstaltungszentrum im Schloss

Im Inneren des Humboldt-Forums sollen - auch das ist in der Ausstellung in der Humboldt-Box zu sehen, drei Seiten des Schlüterhofes nach historischem Vorbild gestaltet werden. Das gilt auch für mehrere Portale wie den Haupteingang an der Schlossfreiheit im Westteil des Gebäudes.

In das Humboldt-Forum sollen künftig das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst, die bisher im Museumszentrum Berlin-Dahlem untergebracht sind, sowie die Zentral- und Landesbibliothek des Landes Berlin und verschiedene wissenschaftliche Sammlungen der Humboldt-Universität untergebracht werden. Das Humboldt-Forum sehen Experten als Gegenstück zur Museumsinsel, die über 5000 Jahre europäischer Geschichte zeigt.

Humboldt-Box: Infos zum Besuch

  • Adresse: Schlossplatz 5, 10178 Berlin
  • Öffnungszeiten: tgl. 10-19 Uhr
  • Eintritt: 2 Euro
  • Internet: www.humboldt-box.com
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