Von Silke Böttcher

Manche sagen, das Stadtbad Neukölln sei eines der schönsten in Europa. Und wer einmal dort war, der wird ihnen Recht geben. Mit einem „normalen“ Schwimmbad nämlich hat dieser denkmalgeschützte Badetempel nur wenig gemeinsam.

Schwimmbad im neoklassizistischen Stil

Der Neuköllner Stadtbaurat Reinhold Kiehl muss einen Palast vor dem inneren Auge gehabt haben, als er das Stadtbad Neukölln entwarf. Oder eher noch einen griechischen Tempel. Denn das neoklassizistische Bauwerk an der Ganghoferstraße, nicht weit von Rixdorf und dem Comeniusgarten entfernt, lockt mit hohen Säulen, mit Moaiken, Skulpturen und einer hohen gewölbten Decke. Ein verwirrender Anblick für jemanden, der zum ersten Mal kommt und eine herkömmliche Schwimmhalle erwartet hatte.

Zwei prachtvolle Hallen

Als das Stadtbad Neukölln am 10. Mai 1914 eröffnet wurde, war es eines der größten und modernsten in Europa. Ein Badetempel, der locker 10.000 Besucher pro Tag bewältigte. Männer und Frauen badeten damals  noch getrennt – deshalb wurden zwei Schwimmhallen erbaut, eine große mit einem 25 Meter langen Becken und eine kleinere mit 19 Metern Beckenlänge. An Pracht unterscheiden sich die beiden kaum, die kleine ist ein bisschen abgerundet, die große gerader gebaut. Travertinsäulen, Wandelgänge und prachtvolle Decken gibt es in beiden. In der kleinen Halle ist das Wasser heute mit 28 Grad zwei Grad wärmer als in der großen.

Neben dem Schwimmbereich gibt es im Stadtbad Neukölln eine Saunalandschaft mit Finnischer und Kräuter-Sauna, Dampfbad, Caldarium, Sanarium, Massageräumen, Ruheräumen und vielem mehr.

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Entdecker-Infos

Adresse: Ganghoferstr. 3, 12043 Berlin, Tel. 030/68 24 98-0
Öffnungszeiten: Info unter www.baederbetriebe.de