Von Jan Kanter

Spät entdeckten die nüchternen Preußen die schönen Künste – aber dann mit Macht. Die Museumsinsel in Berlin wurde zum Ausdruck des neuen Geistes. An ihrer Spitze steht einst wie heute das Bode-Museum mit seiner Skulpturensammlung.

Kühn erhebt sich der graue Bau aus der Spree. Wie ein Leuchtturm scheint sich der Kuppelbau den Fluten entgegenzustemmen. Statt rauer Natur ist im Herzen Berlins aber vielmehr filigrane Kultur zu erleben: Das Bode-Museum eröffnet an der Spitze einer Insel in der Spree ein ganzes Ensemble von herausragenden Museen, weshalb das Eiland im Herzen Berlins auch Museumsinsel genannt wird.

Die Väter des Bode-Museums

Initiator des Museums war Wilhelm von Bode. Um 1870, Bode war noch junger Assistent, bewegte sich aber schon im Umfeld der Kaiserfamilie, konnte er Kronprinz Friedrich von der Idee eines Kunstmuseums überzeugen. Es dauerte noch einige Zeit, bis die eher kulturskeptischen Preußen die Idee umsetzten. 1897, Bode war mittlerweile Generaldirektor der preußischen Museen, begann der Bau des Museums nach Plänen von Ernst von Ihne. Dem Hofarchitekten gelang es, auf einem asymmetrischen Grund ein perfekt harmonisches Gebäude mit dem zentralen Kuppelbau und zwei durch fünf Quergebäude verbundenen Schenkeln zu gestalten. 1904 wurde das Museum in Gedenken an den initiierenden 99-Tage-Kaiser Friedrich III. als Kaiser-Friedrich-Museum eröffnet.

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Entdecker-Infos

Adresse: Am Kupfergraben 1, 10178 Berlin, Tel. 30-20905577
Öffnungszeiten: Mo-So 10-18 Uhr