Von Jan Kanter

Alte Nationalgalerie Berlin - Hort der Malerei des 19. Jahrhunderts. Finster ziehen die Wolken über ein beinahe nachtschwarzes Meer. Am Ufer stemmt sich eine kleine Figur gegen den Wind. Caspar David Friedrichs Werk  „Mönch am Meer“ ist ein mustergültiges Beispiel deutscher Romantik und eines der wichtigsten Gemälde der Alten Nationalgalerie Berlin.

Der Bau auf der Berliner Museumsinsel beherbergt Werke vom Klassizismus über die Romantik bis zur beginnenden Moderne: Die antiken Statuen nachempfundene „Prinzessinnen-Gruppe“ von Johann Gottfried Schadow gehört genau so dazu wie die Beobachtung Adolph Menzels vom industriellen Berlin.

Alte Nationalgalerie Berlin erhielt Grundstock von Bankier

Den Grundstock der Alten Nationalgalerie Berlin bildete einst die Sammlung des Bankiers Johann Heinrich Wagener. Dieser vermachte 1861 seine 262 Gemälde an den Preußischen Staat in Person von Wilhelm I. von Preußen. Damit nahm die schon länger diskutierte Idee einer Nationalgalerie erstmals konkrete Gestalt an.

Erste Entwürfe für den Museumsbau hatte schon Jahre zuvor Karl Friedrich Schinkel skizziert. Dem Klassizismus verhaftet, gestaltete er einen Bau, der einer griechischen Tempelanlage entsprungen sein könnte. Sein Schüler und Nachfolger als prägender Architekt, Friedrich August Stüler, konkretisierte diese Pläne, als klar wurde, dass die Nationalgalerie verwirklicht werden würde.

Die Freitreppe eines Palastes

Bei genauerem Hinschauen offenbart das Gebäude der Alten Nationalgalerie Berlin allerdings weitere wesentliche Elemente. Der Säulenbau wird von einer Apsis beschlossen, die einem Kirchenbau entnommen sein könnte und die große Freitreppe erinnert eher an ein hochherrschaftliches Schloss.

Diese Mischung war aber offenbar beabsichtigt, um die Einheit von Geschichte, Kunst und Nation darzustellen. Eine weitere architektonische Besonderheit sind die großflächigen Deckenfenster über der obersten, dritten Ausstellungsetage, die seinerzeit technisches Neuland bedeuteten.

Es ist ein imposanter Bau, der sich im Ensemble der Museumsinsel nicht verstecken muss. Dementsprechend lange war die Bauzeit. Der Grundstein für die Alte Nationalgalerie wurde 1867 gelegt, die Eröffnung in Gegenwart von Kaiser Wilhelm I. erfolgte 1876.

Die Sammlung, die in der Alten Nationalgalerie ausgestellt wurde, wandelte sich im Laufe der Zeit. Ursprünglich war die Zahl der Bilder sehr übersichtlich. Später wurde zudem beschlossen, nur deutscher Kunst eine Heimat zu geben.

Das änderte der profilierte  – und für seine Entscheidung häufig angefeindete – Museumsdirektor Hugo von Tschudi. Seither gibt es eine Reihe ansehnlicher europäischer Expressionisten, darunter Werke Manets, Monets und Renoirs.

In Zeiten der Teilung war die Sammlung auseinandergerissen

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Alte Nationalgalerie Berlin schwer beschädigt, anders als bei vielen anderen Gebäuden geschah das aber nicht durch Bombentreffer, sondern durch Granattreffer und Häuserkämpfe. Bis heute ist nicht vollkommen klar, welche Bestände der Sammlung dabei zerstört wurden.

Nach dem Krieg wurde das Gebäude relativ schnell provisorisch saniert und wieder öffnet. Durch die Teilung blieb jedoch auch die Sammlung geteilt. Nach der Wiedervereinigung wurde auch die Sammlung der Alten Nationalgalerie endgültig wieder zusammengeführt.

Im Zuge des „Masterplans Museumsinsel“ wurde das Gebäude bis zum Jahr 2001 grundlegend saniert und modernisiert. Mit dem umlaufenden Säulengang und dem Hackeschen Markt in direkter Nachbarschaft ist das Museum heute nicht nur für ausgesprochene Kunstfreunde eine attraktive Anlaufstation, sondern auch bei Touristen beliebt.

Alte Nationalgalerie: Besucherinfos

  • Adresse: Bodestraße 1-3, 10178 Berlin, Tel. 030-20905577
  • Öffnungszeiten: Mo geschlossen, Di/Mi/Fr-So, 10-18 Uhr, Do, 10-22 Uhr
  • Preise: 12, erm 6 Euro, Online billiger

 

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