Von Ulrich Lenhard

Qaaak. Quák. Krrr. Dazu das Meeresrauschen. Ein gnädiger Gott verhindert eine Woche lang, dass wir die Kröten zu Gesicht bekommen, die sich abends im Pfuhl vor der Veranda unterhalten. Leise und zurückhaltend, wie in Thailand üblich.  Dazu plätschert das warme Meer an den flachen, 10 Meter breiten Sandstrand. Das Meer, das in der Sonne in Türkis leuchtet wie ein Gletschersee in den Alpen. Der „Seaview“-Bungalow von „Rose Garden“ auf Koh Samui ist für mich eine der besten Unterkünfte der thailändischen Insel.

Dabei ist die Inneneinrichtung einfach bis schlicht. Harte Matratzen in einfachen Holzrahmen, ein alter, muffiger Kleiderschrank, ein schlichtes Bad mit dunkler, gefliester Dusche, Toilette und Waschbecken. Eine funktionierende Klimaautomatik, die von Außenluft gespeist wird. Kühlschrank, Fernseher, freies WLAN. Das war´s.

Super Blick von der Veranda des Rose Garden

Strandblick vom Rose Garden Richtung Norden

Der Strand vor dem Rose Garden wird täglich gesäubert© Ulrich Lenhard

Der Hammer ist das, was vor der Tür liegt. Vor der rustikalen Veranda mit Holzstühlen und Holztisch befindet sich ein drei Meter schmaler Streifen Dschungel. Dahinter beginnt der Strand, der jeden Morgen gesäubert wird. Die Anlage steht inmitten von Kokospalmen, die ebenfalls jeden Morgen von reifen Früchten befreit werden, die sonst einem Urlauber auf den Kopf fallen könnten. Von der nahen Ringstraße um die Insel Samui ist kaum etwas zu hören, nur das Hupen der Tuk-Tuks dringt durch.

Auf der Terrasse ist es bei über 30 Grad angenehm schattig und kühl. Wollen wir dem Meer näher sein, gehen wir auf die andere Seite des schmalen Streifens und setzen oder legen uns in den Schatten der Kokospalmen. Ein Vollbad im Meer ist möglich: Bereits nach wenigen Metern ist das Wasser hüfthoch, noch etwas weiter draußen kann man nicht mehr stehen. Das ist ganz anders als etwa in Chaweng, wo noch 200 Meter weit draußen bei Ebbe das Wasser knöcheltief ist.

Einziges Manko: Der Bungalow besteht aus zwei separaten Teilen mit jeweils einem Raum. Wer keinen Nachbarn wünscht, sollte beide Apartments mieten. Das reißt kein Loch in die Kasse: Wir haben für eine Hälfte 15 Euro pro Nacht bezahlt. In der Hauptsaison ist es ein Euro mehr (Stand 2012).

Top-Anlage für Individualtouristen auf Samui

Es gibt vier weitere Einzel-Bungalows mit Blick in den Palmengarten. Von ihnen kann man allerdings nicht direkt auf das Meer sehen. Vor vielen Jahren war das Rose Garden doppelt so groß, mit einer zweiten Reihe jenseits des verfallenden Funktionsgebäudes am Rande des Gartens. Die alte Dame, die damals eine wunderbare Frühstücksterrasse betrieben hat, ist jedoch nicht mehr anzutreffen. Sie hat das Grundstück in zwei Teilen verkauft. Die Bungalows der gegenüberliegende Seite wurden abgerissen, jetzt ist dieser Teil in Privatbesitz. Auch der namensgebende Rosengarten existiert nicht mehr.

Zum Frühstücken und Essen geht man daher ein paar Hundert Meter die Straße hinunter Richtung Lamai Beach. Der quirlige Ort selbst ist einen knappen Kilometer entfernt. 100 Meter von Rose Garden entfernt befindet sich ein Hotel der Kette Buddy auf der dem Meer abgewandten Straßenseite mit einem Hof, in dem eine moderne Shopping Mall Platz gefunden hat. Mit Ausnahme von „Mama Burger“ sind die Preise hier deutlich höher als in den benachbarten typischen thailändischen Restaurants in offenen Holzverschlägen mit offener Küche.

Supermärkte und Restaurants Richtung Lamai

Besonders teuer ist das „Seafood“ gegenüber vom Buddys auf der Seeseite. Für ein Abendessen haben wir dort mehr als eine Wochenmiete für das Rose Garden bezahlt. Wir waren Anfang Dezember die einzigen Gäste. An den anderen Tagen blieb es dort meist leer, obwohl der Blick auf das Meer bei Sonnenuntergang atemberaubend ist. Das Essen ist kunstvoll angerichtet, schmeckt aber nicht besser als in den einfachen Restaurants und ist zudem sehr übersichtlich.

Zu finden ist das Rose Garden etwas schwierig. Wer mit dem Taxi dorthin fährt, sollte das Resort „Loh Gahdén“ aussprechen. Ansonsten ist die Einfahrt an einem verwitterten, zugewachsenen Schild zu erkennen. Wegbeschreibung: 50 Meter nördlich vom Buddys auf der rechten Seite kurz vor der Linkskurve. Wer wirklich mit dem Mietwagen in Thailand unterwegs ist, hat ausreichend Parkraum auf dem Gelände.

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Entdecker-Infos

Adresse 146/2 Moo4, Lamai Beach, Koh Samui, Suratthani Thailand
Tel +66 (0)77 424 115