Von Dieter Weirauch

Die Zeiten, als man in deutschen Flüssen selbst nach Perlen suchen konnte und durchaus fündig wurde, sind endgültig vorbei. In der Eifel wachsen zwar wieder Muscheln in einem Fluss, aber die Vorkommen sind äußerst gering und das  Mitnehmen dieser Muscheln wegen des Artenschutzes streng verboten. Das ändert aber nichts daran, dass Perlenketten heute wieder im Trend liegen, wie Juweliere bestätigen.

Perlenschmuck ist Kult

Stars waren schon immer begeistert von Perlen. Marlene Dietrich und Maria Callas liebten sie, Coco Chanel und Audrey Hepburn erhoben die seltene Muschelfrucht in den Fashion-Olymp. In so manchem Film sind kostbare Perlenketten zu sehen.

Kein Wunder, dass auch so manche heimische Schmuckschatulle eine solche Kette enthält. Denn sie veredelt beinahe jedes Outfit. Als Symbol für erlesenen Luxus ist die Perle in vielen Geschichten vertreten, in der Naturheilkunde werden Perlen ähnlich wie Edelsteinen Heilkräfte nachgesagt.

Süßwasser- und Salzwasserperlen

Und im Gegensatz zu früher kann sich heute fast jeder Perlen leisten. Nicht nur in den Verlobungsringen vieler Stars stecken Perlen. Auch als Bestandteil von Ringen oder Ohrsteckern, selbst für Kinder, sind sie beliebt.

Je nach Herkunft sehen Perlen unterschiedlich aus. Es gibt Süßwasser-, Salzwasser- oder Zuchtperlen. Süßwasserperlen glänzen nicht so wie die aus dem Salzwasser und sind auch nicht ganz so rund, sie haben unterschiedliche Formen und sind auch teurer. Fast alle auf dem Markt angebotene Perlen sind heute Zuchtperlen, die durch ihre Ebenmäßigkeit und durchgehende Farbe brillieren. Die Herstellung von Perlen in professionellen Farmen entspricht heute hohen Standards. Perlenzüchter implantieren in eine Muschel Fremdkörper, aus denen dann  gleichmäßig geformte Perlen entstehen, die in der Schmuckindustrie zum Einsatz kommen.

Perlenfischer bei der Arbeit

Wer nun darüber nachdenkt, doch gern selbst nach Perlen zu tauchen, der sollte einmal Perlenfischern in China, Japan und Indonesien zusehen - die Arbeit ist schwerer, als man denkt. Ein spezieller Tauchanzug ist nötig. Früher war die Arbeit des Muscheltauchers lebensgefährlich, viele starben aufgrund des Wasserdrucks in großer Tiefe. An einem Tag holte ein Taucher bis zu 4000 Muscheln aus dem Wasser, doch nur jede fünfte davon enthielt eine Perle. Um sich dennoch einen Eindruck über die Gewinnung von Perlen zu verschaffen, werden beispielsweise auf Bali  Besichtigungen von Austernfarmen angeboten durchgeführt.

Perlmuscheln können sehr unterschiedlichn aussehen. So bringt es die in Australien gezüchtete Art Pinctada Maxima auf ein Gewicht von über fünf Kilogramm. Diese auch Südseeperlen genannten Perlen können bis zu 20 Millimeter groß werden. Die Art Pinctada margaritifera dagegen produziert schwarze Perlen. Aber Achtung: Manche Zollvorschriften einiger Länder verbieten die Ausfuhr von Perlen. Man sollte sich vorher informieren.

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