Von Dieter Weirauch

Wer mit dem Zug durch die Wüste Thar in die Wüstenstadt Jaisalmer fährt, dem gehen die Augen über. Schon von Weitem ist das "Goldene Stadt" genannte Jaisalmer in Indien sichtbar. Die Stadt wird so genannt, weil sie aus gelbbraunem Sandstein gebaut wurde, der von Ferne wie Gold schimmert.

Reiche Handelsstadt Jaisalmer

Schöne Architektur in der Wüstenstadt

Beeindruckend ist das Fort von Jaisalmer© PA / dpa

Das beeindruckende Fort thront zudem auf einem Felsen. Einst war Jaisalmer sehr reich. Die vorbeiführenden Kamel-Routen, die von Kaufleuten zwischen Indien und Vorderasien genutzt wurden, trugen zum Wachstum bei. Als Mumbai zur Hafenstadt wurde, verlor die Oase Jaisalmer ihre Bedeutung als Handelsstadt. Mit der indischen Teilung 1947  war die einzigartige Stadt nur noch ein strategischer Ort in den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Indien und Pakistan. Der Handel versiegte.

1958 wurde die erste Straße in die Wüste gebaut. 1969 folgte die Bahnlinie. Der neuangelegte Rajasthan-Kanal ließ die Landschaft um die Stadt erblühen. Mittlerweile ist der Tourismus wichtigste Einnahmequelle.

Schlafen in Zelten

Jaisalmer ist mit seiner mittelalterlichen Festung und dem ebenso alten, innerhalb der Festung gelegenen historischen Stadtkern Ziel vieler Indienfahrer.  Ob Marco Polo allerdings hier Station machte, ist nicht bewiesen. Sehenswürdigkeiten sind vor allem frühere Wohn- und Geschäftshäuser der einst reichen Handelsfamilien sowie verschiedene Jaintempel. Allerdings bringt der Touristenboom mittlerweile auch Probleme mit sich. Einige der knapp 100 historischen Bauwerke sind vom Einsturz bedroht. Der Grund ist eindringendes Wasser aus einem desolaten Abwassersystem, das in die Fundamente eindringt. Deshalb wohnen viele Touristen außerhalb des Stadtzentrums beziehungsweise in Zelten, die zum Standard der Kamelsafaris gehören.

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Entdecker-Infos

Infos: www.jaisalmer.org