Von Silke Böttcher

1,34 Milliarden Menschen, mehr als in jedem anderen Land der Welt, leben in China, das auch flächenmäßig zu den größten Ländern gehört: Nach Russland, Kanada und den USA steht es auf Platz vier. Wer dieses Riesenland begreifen will, der muss mehrmals kommen – bei einem einzigen Urlaub kann man nur einen Eindruck bekommen.

China - gewaltiges Reich der Mitte

„Reich der Mitte“ nennen die Chinesen ihre Heimat, deren Landschaft so unterschiedlich ist wie die Menschen selbst. Gewaltige Gebirge wie der Himalaya, riesige Flüsse wie der Jangtse, der Gelbe Fluss und der Mekong, Wüstenlandschaften wie die Gobi und vier große Meere gehören zu China. Kein Wunder, dass das Klima ähnlich unterschiedlich ist. Vom Hochgebirgs- bis zum Tropenklima ist alles dabei. Entsprechend vielfältig ist die Natur. Zehn Prozent aller Wirbeltierarten, insgesamt 6300, kommen dort vor, einige wie der Große Panda, der Südchinesische Tiger oder der China-Alligator sind sogar endemisch – außerhalb von China gibt es sie nicht. Bei den Pflanzenarten steht China auf Platz 3 der artenreichsten Länder der Welt – besonders bekannt sind der Ginseng und der Bambus.

Allerdings ist es um die Umwelt in China nicht gut bestellt. Viele Flüsse sind stark verschmutzt, Wälder wurden abgeholzt. Die Luftqualität vieler Großstädte ist schlecht. Inzwischen ist das Land aber dabei, sich stärker mit dem Thema Umweltschutz zu befassen.

Große Mauer und Seidenstraße

Wer China besucht, kommt hauptsächlich in die großen Städte wie Peking, Shanghai, Guangzhou oder Hongkong. Und es zieht ihn zu den Sehenswürdigkeiten wie der Großen Mauer, der Verbotenen Stadt in Peking, dem Mausoleum Qin Shiguangdis mit seiner weltberühmten Terrakotta-Armee in Xian (Zentralchina), der Seidenstraße, dem Sommerpalast in Chengde oder dem Drei-Schluchten-Damm, hinter dem sich einer der größten Stauseen der Welt erstreckt.Reizvoll sind zudem die konfuzianischen Tempel und überhaupt die chinesische Architektur mit ihren geschwungenen Dachsparren.

Eindrucksvolle chinesische Malerei

China lockt aber auch mit seiner traditionellen Malerei, die man etwa im Nationalmuseum oder dem Beijing Art Museum (beide in Peking) bewundern kann. In den Museen gibt es zudem Porzellan, Tapeten, Lackkunst und vieles mehr. Kulturfans zieht es außerdem zur Chinesischen Oper, deren bekannteste Form die legendäre Peking-Oper ist.

Und dann wäre da noch die Küche, die die meisten Europäer kennen, obwohl sie noch nie in China waren. Wobei es „die“ Küche gar nicht gibt, denn alle Provinzen haben ihre eigene. Die Sichuan-Küche setzt auf Würze mit Chili und Ingwer, die Hunan-Küche definiert Schärfe neu, die kantonesische Küche verwendet Zutaten, die nicht überall auf Gegenliebe stoßen, z.B. Hundefleisch. Die Shanghai-Küche hält es mit Fisch und süß-sauren Saucen. Man kann also auch kulinarisch weit reisen in China.   

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