Coco de Mer und Pudersand: die Seychellen-Insel Praslin
Kaum ist es in der Luft, da senkt sich das kleine Flugzeug der Air Seychelles schon wieder zum Landeanflug – für die Strecke zwischen Mahé und Praslin braucht es nur eine halbe Stunde. Genug Zeit, um ein klitzekleines bisschen flugkrank zu werden, denn die Flieger mit nur etwa 20 Sitzen nehmen jede Windbö mit. Dem Piloten macht das freilich nichts aus. Er landet die Propellermaschine mit schlafwandlerischer Sicherheit auf dem Flugfeld.
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Ungefähr 50 Kilometer Meer liegen zwischen Mahé und der zweitkleinsten Seychellen-Insel Praslin, die nur zwölf Kilometer lang und fünf Kilometer breit ist. Das macht nicht ganz 40 Quadratkilometer Tropenparadies, auf dem nur etwa 7000 Menschen leben. Grund genug, sich Praslin einmal anzusehen.
Naturschutzgebiet Vallée de Mai
Berühmteste Sehenswürdigkeit der bergigen, von dichtem Tropenwald bewachsenen Insel ist das Vallée de Mai, ein grandioses Naturschutzgebiet, das von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Der üppige Dschungel ist die Heimat seltener Tiere – und der Coco de Mer, der weltberühmten Seychellenpalme, deren riesige Früchte Ähnlichkeit mit einem weiblichen Becken haben.
Aus dem Meer stammen die Kokosnüsse trotz ihres Namens natürlich nicht. Ihren Namen verdanken sie der Tatsache, dass man früher häufiger ihre mächtigen Früchte am Strand gefunden hat. Das und ihre bizarre Form machten die Coco de Mer zum Mythos.
Berühmter Strand: Anse Lazio
Wer heute an die Strände von Praslin kommt, wird vermutlich keine Coco de Mer finden. Dafür aber den herrlichsten Pudersand, rundgewaschene Granitfelsen und türkisfarbenes Wasser, das mit dem Blau des Himmels konkurriert. Da ist es umso erstaunlicher, dass die Strände nur selten überlaufen sind. Und das, obwohl Praslin mit der Anse Lazio und der Anse Kerlan zwei der schönsten Strände der Welt besitzt. Wer die Anse Lazio besuchen will, muss sie sich erkämpfen: 350 Meter Höhenunterschied sind zu überwinden.
Reizvoll sind aber auch die anderen Strände. Die Anse Takamaka zum Beispiel oder die Possession, die so heißt, weil hier am 20. November 1768 der französische Leutnant Lampériaire die französische Fahne in den Sand rammte und einen Stein setzte – als Zeichen für die Inbesitznahme durch die Franzosen. Oder die Anse Marie-Louise, die abgeschieden an der Ostspitze von Praslin liegt. Eine steile Straße ist zu überwinden, bevor man sich in die Fluten stürzen kann. Größer und stärker besucht sind die Strände Anse Volbert und Grand Anse. Aber auch hier findet man problemlos schattige Plätze mit ausreichend Abstand zum Nachbarn.
- Teil 1: Coco de Mer und Pudersand: die Seychelleninsel Praslin
- Teil 2: Mit der Fähre nach La Digue






