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Hagia Sophia: Das sollten Sie vor dem Besuch wissen

  • Hagia Sophia: Wahrzeichen der Stadt Istanbul
  • Sehenswürdigkeiten: Mosaike aus vielen Epochen, Omphalion (Krönungsort)
  • Tipp: nachmittags meist kürzere Schlangen, mit Online-Ticket ohne Wartezeit

Die Hagia Sophia ist zu Recht das Wahrzeichen Istanbuls. Die atemberaubende Kuppelbasilika hat eine spannende Vergangenheit – sie war 900 Jahre lang Kirche und danach fast 500 Jahre Moschee. Heute ist das wohl letzte große Bauwerk der Spätantike, das für orthodoxe Christen wie für Moslems sehr bedeutend ist, ein vielbesuchtes Museum.

Hagia Sophia: Tipps für Besucher

Wer die Hagia Sophia nicht gesehen hat, der war nicht wirklich in der Stadt, sagen die Einheimischen. Und sie haben Recht, ein Besuch lohnt sich wirklich sehr. Für das weithin sichtbare Bauwerk, dessen Name übersetzt „Heilige Weisheit“ bedeutet, sollte man sich Zeit nehmen und mit langen Warteschlangen rechnen. Ein paar Tipps für den Besuch:

  • Wartezeiten: Nachmittags werden die Schlangen meist etwas kürzer.
  • Tickets online buchen: Noch mehr Zeit sparen kann man, wenn man die Tickets vorher im Internet bucht (http://www.muze.gov.tr/en) oder sich gleich den Istanbul Museum Pass für 85 türkische Lira (etwa 34 Euro) unter dem blau unterlegten Link besorgt, mit dem man drei Tage lang in unterschiedliche Museen in Istanbul kommt. Darunter ist auch der Topkapi Palast, und auch sonst bekommt man einige Vergünstigungen in der Stadt.
  • Führungen: Zeit sparen kann man auch, wenn man sich im Rahmen einer Stadtführung (z.B. Get your Guide oder Rent a Guide) durch die Hagia Sophia führen lässt. Allerdings muss man damit rechnen, dann zum Eintrittspreis noch einmal die gleiche Summe für die Führung zu zahlen. Dafür spart man manchmal drei Stunden Wartezeit!
  • Eintritt: 30 Tl (9,42 Euro – Stand Dezember 2015)
  • Audio Guide: in 12 Sprachen (darunter Deutsch und Englisch) erhältlich am Museumseingang. Kosten: 10 TL

Großartige Mosaike

Wer die Hagia Sophia betritt, staunt über die riesige Kuppel, die fußballfeldgroße Grundfläche des Gebäudes, die kleineren Kuppeln, die Rundschilde mit arabischen Kalligraphien und die Mosaike, die etwa den Kaiser Johannes II Comnenos und seine Frau Irene zeigen.

Kaiser und goldene Details

Aus der Zeit der Fertigstellung sind nur noch wenige Mosaike erhalten, aber auf der Empore, in den Seitenräumen und auf den oberen Galerien kann man einige besonders eindrucksvolle bewundern. Sie zeigen die Kaiser Alexander und Konstantin IX Monomachos und ihre Familien. Man sollte sich Zeit nehmen, die goldverzierten Werke zu bewundern – sie sind erstaunlich detailreich.

Minarett für den Sultan

Die Umgestaltung der Hagia Sophia in eine Moschee hat ebenfalls Spuren hinterlassen. Die Glocken, der Altar und andere christliche Einrichtungen verschwanden, und viele der Mosaike ebenfalls. Dafür kamen ein Minarett und Logen für den Sultan und den Muezzin dazu.

Man kann das Omphalion, den Krönungsort der Herrscher, sehen, die Bibliothek von Mahmud I., den Pfeiler der Wünsche mit angeblich heilender Wirkung, Schriftzeichen der Wikinger und die grandiosen Türen der Hagia Sophia. Um nur einige Stationen zu nennen. Auch deshalb braucht man viel Zeit, um das Bauwerk zu erkunden.

Die Kuppel prägt das Bild von Istanbul

Auffälligstes Detail der Hagia Sophia, die neben Bauten wie der Blauen Moschee und dem Topkapi-Palast zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten Istanbuls gehört, ist die 56 Meter hohe Kuppel.

31 Meter Durchmesser hat sie, und sie wurde schon zu Bauzeiten immer wieder durch Erdbeben beschädigt. Noch heute befassen sich Experten damit, die Kuppel so zu sichern, dass sie bei künftigen Erdbeben ohne Schaden stehen bleibt.

Ein bisschen Geschichte

Erbaut wurde die Hagia Sophia ab 532 auf den niedergebrannten Fundamenten eines Vorgängerbaus. Es heißt, dass der Bauherr, der römische Kaiser Justinian I., von der Form des Neubaus geträumt habe. Und das muss ein eindrucksvoller Traum gewesen sein.

Bauzeit: Sechs Jahre

145 Tonnen Gold soll er für den Bau der Hagia Sophia ausgegeben haben. Etwa zehntausend Arbeiter, so heißt es, bauten nach den Plänen des Architekten Anthemios von Tralleis und des Mathematikers Isidor von Milet. Sie brauchten sechs Jahre, bis das prachtvolle Bauwerk fertig war. Es wurde zur wichtigsten Kirche des Byzantinischen Reiches. In dem Gotteshaus wurden seit dem Jahr 641 die byzantinischen Kaiser gekrönt.

Von der Kirche zur Moschee

Die Eroberung Konstantinopels (heute Istanbul) im Jahre 1453 durch die Osmanen hatte gewaltige Auswirkungen auf die Hagia Sophia: Die Kirche wurde zur Moschee. Viele der christlichen Einrichtungsgegenstände von den Glocken bis zur Dekoration wurden entfernt. Allerdings erkannte Sultan Mehmed II. den Wert vieler christlicher Kunstwerke und sorgte dafür, dass sie nicht zerstört, sondern verhängt oder überbaut wurden. Auch vier Minarette kamen hinzu.

Atatürk machte die Hagia Sophia zum Museum

1934 sorgte der erste Präsident der Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, dafür, dass die Hagia Sophia ein Museum wurde. Historisches wurde freigelegt, ohne Neueres zu zerstören. Seit 1985 ist das Gebäude außerdem Teil des Unesco-Welterbes. Wer durch den  Hof der Hagia Sophia spaziert, entdeckt auch noch einen Brunnen und fünf Herrschergräber.

Hagia Sophia: Infos

  • Adresse: Sultanahmet Mh., Ayasofya Meydanı, Fatih/İstanbul
  • Anfahrt: Stadtbahn-Haltestelle Sultanahmet (T1), an der Divan Yolu Cd. in Fahrtrichtung zu Fuß weiter bis zur Kreuzung Ayasofya Meydani
  • Öffnungszeiten: täglich außer Montag geöffnet. 15. April bis 25. Oktober, 9-19 Uhr; 26. November bis 14. März, 9-17 Uhr
  • Eintritt: 30 TL (9,42 Euro – Stand Oktober 2015)
  • Internet: | www.ayasofyamuzesi.gov.tr/en

Hier finden Sie weitere Tipps für  Sehenswürdigkeiten in Istanbul.

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