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Eishotel in Schweden – Traumziel für Schneekönige

  • Eishotel: Unterkunft aus Eis und Schnee in Jukkasjärvi (Schweden)
  • Saison: 12. Dezember bis 12. April (Winter 2015/16)
  • Tipp: Spezialschlafsäcke und Rentierfell schützen vor der Kälte

Das Eishotel in Schweden ist ein Bauwerk, in dem man sich um größere Renovierungen keine Gedanken machen muss – es steht immer nur einige Monate. Für kleinere Reparaturen reicht ein Eimer mit Wasser. Alljährlich zwischen Dezember und Mitte April wird das Hotel in Jukkasjärvi aufgebaut – ein vergängliches Kunstwerk, in dem man wohnen kann. Tipps für den Besuch finden Sie am Ende dieses Textes.

Eishotel: Mit einer Ausstellung fing es an

Als die Tourismusbeauftragten von Jukkasjärvi 1989 eine Eisskulpturen-Ausstellung ersannen, um Touristen in die Stadt etwa 200 Kilometer nördlich des Polarkreises anzulocken, ahnten sie nicht, dass das Folgen haben würde. Denn eine der Skulpturen war ein Iglu, in dem Kunstwerke gezeigt wurden.

Ein Iglu als Kunstobjekt

Ein Iglu kannten viele Touristen nur aus dem Fernsehen und stürmten das Bauwerk, weil sie wissen wollten, wie es sich in einer solchen Hütte aus Eis anfühlt, ob es dunkel und eiskalt ist. Die Gäste müssen beeindruckt gewesen sein, denn einige blieben gleich über Nacht.

1991 hatte das Hotel seine erste Saison

Und das war der Anfang des Eishotels von Jukkasjärvi, das etwa 15 Kilometer von Kiruna entfernt ist. Schon 1991 öffnete das Hotel zum ersten Mal die Tore – ein schneeweißer Bau mit Schlafräumen und einer Bar. In den nächsten Jahren kamen neue Attraktionen dazu. Ein Kino. Eine Kirche. Ein Theater, das dem Londoner Globe Theatre nachempfunden ist. Allerdings aus Eis.

Suiten aus Schnee und Eis in Jukkasjärvi

Auf den ersten Blick erscheint es merkwürdig, dass jemand freiwillig in einem eisigen Raum übernachtet. Aber wer das Eishotel in Jukkasjärvi das erste Mal gesehen hat, der ist fasziniert. Das Eis ist mal durchscheinend klar, mal undurchsichtig, und Licht verleiht ihm eine märchenhafte Atmosphäre. Die Bauherren leisten Jahr für Jahr Großartiges. Denn von einem normalen Iglu ist das Eishotel Welten entfernt. Was dort nahe des Polarkreises entsteht, ist ein Palast. Gänge mit Spitzbogengewölbe, elegante Säulen, Skulpturen aus Eis prägen das Hotel.

72 Zimmer von schlicht bis prachtvoll

Das Eishotel hat 72 Zimmer, darunter 56 Eiszimmer (Snow- bzw. Icerooms) und Eissuiten (Ice Art Suite, Northern Light Suites). Das Hotel besteht aus sechs Gebäuden. Snowrooms sind einfache Doppelzimmer aus Eis und Schnee, Icerooms haben etwas mehr Platz und sind individuell mit Skulpturen aus Eis und Schnee geschmückt. Die Northern Light Suites sind noch größer und mit Licht und Eis dekoriert. Das Prachtstück des Hotels aber ist die Ice Art Suite – ein Kunstwerk aus Eis und phantasievollen Eisskulpturen. Die Zimmer sind allesamt Nichtraucherzimmer.

Schlafen bei minus fünf Grad

Wer ein Zimmer im Eishotel bucht, sollte wissen, dass es drinnen etwa minus fünf bis minus acht Grad kalt ist – sehr warm im Vergleich zu draußen, wo es schon mal minus 30 Grad eisig werden kann. Frieren muss man trotzdem nicht, dank der Thermoschlafsäcke mit zusätzlich eingelegtem Baumwollschlafsack und der Rentierfelle, die auf die Betten aus Eis gebreitet werden. Auf Türen wird im Eishotel verzichtet, stattdessen gibt es Vorhänge.

Einkehr in der Ice Bar

Im Rezeptionsgebäude kann man außerdem in einer Bar einkehren, außerdem gehören zum Hotel eine Eiskirche und ein eisfreies Gebäude mit Umkleidekabinen, Toiletten und einer Sauna. Etwa 500 Meter entfernt steht das Restaurant „Hembydsgarden“.

Eisfrei und gemütlich: das Kamos-Zimmer

Wer mit Eiseskälte gar nicht umgehen kann, der bucht ein Kamos-Zimmer, das in skandinavischem Stil einschließlich Fußbodenheizung und ohne Eis in direkter Umgebung eingerichtet ist. Auch einige Chalets für jeweils drei bis vier Personen gibt es gleich neben dem Hotel.

Aufbau beginnt im November

Aufgebaut wird das Eishotel in Jukkasjärvi jedes Jahr Anfang November. Dann fahren Radlader auf, Schneekanonen werden abgeladen und die Bauarbeiten beginnen. Verwendet wird „snice“ (snow and ice = Schnee und Eis) – die Mischung entsteht durch Wasser aus dem Fluss Torne und Luft. Snice reflektiert die Sonnenstrahlen und schützt das Innere des Hotels vor dem Schmelzen. Snice hat eine höhere Dichte als natürlicher Schnee, deshalb isoliert er besser und schmilzt langsamer.

30.000 Kubikmeter „Snice“werden verbaut

Insgesamt werden 30.000 Kubikmeter Snice und 1000 Tonnen Eis verbaut. In mühevoller Kleinarbeit entstehen mehrere Spitzbogengewölbe von bis zu fünf Metern Höhe und sechs Metern Breite, als Stützen kommen Pfeiler hinzu. Schneeblöcke dienen als Trennwand zwischen den einzelnen Zimmern, die Fenster bestehen aus durchscheinenden Eisquadern.

Etwa 50 Menschen sind alljährlich mit dem Bau des Eishotels beschäftigt, hinzu kommt die gleiche Zahl an Künstlern, die die Eisskulpturen formen.

Wodka aus Eisgläsern

Die meisten Gäste des Eishotels, das zwischen Anfang Dezember und Mitte April geöffnet ist, bleiben nur eine Nacht. Aber die ist unvergesslich –  wer kann von sich behaupten, schon mal in einem Iglu übernachtet zu haben? Am Abend genießen sie an der Bar Wodka aus Eisgläsern, bevor sie dann in die Schlafsäcke steigen. Gegen die Kälte helfen zusätzlich noch dicke Overalls , die man im Hotel bekommt.

Morgens heißer Beerensaft

Am Morgen gibt es dann einen heißen Beerensaft, bevor man sich in der Sauna durchwärmen kann und zu Aktionen wie Snowmobiltouren, Hundeschlittensafaris, Besuchen im Sami-Dorf „Saami Siida“ in Jukkasjärvi, Eismodellier-Kursen oder Pferdeschlittenfahrten aufbrechen kann.

Reisezeit bis Mitte April

Billig ist die Übernachtung indessen nicht. Ein Snowroom kostet je nach Saison zwischen 133 und 221 Euro bei Belegung mit zwei Personen. Für einen Iceroom zahlt man 186 bis 314 Euro. Die Northern Light Suite schlägt mit 183 bis 351 Euro zu Buche und der teuerste Raum ist die prächtige Art Suite mit 223 bis 405 Euro pro Nacht.

Wer ein Doppelzimmer im Hotel Kamos bucht, zahlt 97 bis 173 Euro, die Chalets kosten zwischen 92 und 146 Euro. Saisonzeiten 2015/16: A: 1. bis 12. April; B: 12. bis 29. Dezember, 3. Januar bis 12. Februar, 16. Februar bis 31. März; C: 30. Dezember bis 2. Januar, 13. bis 15. Februar.

Heiraten im Eishotel

Für Romantiker ist eine Nacht im Eishotel ein Traum. In den Zimmern aus Eis mit durchsichtigen oder milchig-weißen Skulpturen und mit Licht in allen Farben fühlt man sich wie eine Schneekönigin oder ein Eiskönig, und das gemeinsame Kuscheln im warmen Schlafsack macht bei Kälte einfach noch viel mehr Spaß. So ist es nicht weiter erstaunlich, dass so manches Paar die Gunst der Stunde nutzt und im Eishotel Jukkasjärvi heiratet – der Rahmen ist eisig, aber großartig.

Eishotel: Entdecker-Infos

  • Adresse:  Marknadsvägen 63, 98191 Jukkasjärvi, Schweden
  • Telefon:  +46 (0) 980 66 800, Buchung: +46/980-66899
  • Lage: 15 Kilometer vom Flughafen und 17 Kilometer vom Bahnhof in Kiruna entfernt. Es gibt mehrere Flüge pro Woche ab Stockholm-Arlanda mit SAS (Scandinavian Airlines), Austrian Airlines, Swiss bzw. Lufthansa nach Kiruna
  • Transfer: Busfahrt vom Flughafen Kiruna: SEK 165 (etwa 17,75 Euro) pro Person, Hin- und Rückfahrt 250 SEK (etwa 27 Euro) – Reservierung: info@icehotel.com; +46 (0) 980 668 99. Anfahrt mit dem Snowmobil bzw. Hundeschlitten ist auf Wunsch möglich
  • Bus: Von Kiruna mit dem Bus 501 (Fahrplan unter folgendem Link), Tickets können im Bus oder an der Haltestelle gelöst werden (Kreditkarten werden akzeptiert)
  • Taxi: die Fahrt vom Flughafen kostet etwa 400 SEK, vom Zentrum Kiruna 450 SEK
  • Eishotel im Internet: www.icehotel.com

Hier finden Sie weitere Reisetipps zu Schweden

 

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