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Diyarbakir bewahrt ein Unesco-Weltkulturerbe

Die Zitadelle von Diyarbakır ist von der Unesco 2015 in das Weltkulturerbe aufgenommen worden. Vor allem wegen der Stadtmauer, an der sich zumindest für Fachleute die 8000-jährige Besiedlungsgeschichte ablesen lässt. Die Stadt hat weit mehr zu bieten, und vieles davon ist nicht in Stein manifestiert.

In Diyarbakir nehmen sich die Menschen noch Zeit

Ebenfalls eine Auszeichnung wären die Menschen wert gewesen: Abwarten und Tee trinken – diesen Spruch darf man in der Türkei, vor allem aber in Anatolien, durchaus ernst nehmen. In Diyarbakir gibt es dazu in der alten Karawanserei Hasan Pasa Hani Gelegenheit. Dort werden nämlich nicht nur Teppiche verkauft. Es gibt einige Teestuben, in denen das Getränk selbstverständlich traditionell zubereitet wird.

Unesco Welterbe besteht aus uralten Mauern

Diyarbakir, eine von vielen Touristen sträflich vernachlässigte Stadt, hat in der Altstadt (Sur) zahlreiche Sehenswürdigkeiten.  Die Zitadelle mit der historischen Stadtmauer ist seit der Auszeichnung durch die Unesco wohl die wichtigste. Dabei wirkt sie gar nicht so spektakulär. Doch wer genau hinschaut sieht: Assyrer, Römer und Byzanz haben daran mitgewirkt.

16 Türme und fünf  Stadttore sind noch zu sehen, 12 Meter hohe Mauern und im Kontrast dazu die Gemüsegärten, die damals die Burg versorgt haben und heute immer noch die Bewohner der Stadt mit ernähren.

Diyarbakir hat eine der ältesten Moscheen

Dabei ist das nicht einmal die auffälligste Sehenswürdigkeit in Diyarbakır. Die Ulu-Moschee etwa gehört zu den ältesten überhaupt: 639 wurde sie von einer christlichen Kirche zur Moschee umgewandelt.

Die ursprüngliche Kirche erkennen allerdings nur noch Fachleute. Die Islamisierung und der erste Ausbau Ende des 11. Jahrhunderts haben den ursprünglichen Charakter bereits verändert. Erdbeben, Feuer und weitere Ausbauten haben ein Übriges getan. Noch vorhanden ist die Bausubstanz aus schwarzem Basaltstein, die auf der Südseite am besten erhalten ist. Ansonsten ist ein wilder Stilmix zu sehen.

Hasan Pasa Hani gegenüber der Ulu-Moschee

Gleich gegenüber steht die alte Karawanserei, in der bei einem Glas traditionellen Tees die Jahrhunderte spurlos verstrichen zu sein scheinen. Die zweistöckige Karawanserei erinnert sehr an den inzwischen wieder restaurierten Morići-Han in Sarajevo. Das Gebäude diente einst als Unterkunft für Kamele und ihre Halter.

Heute sind im „Stall“ zahlreiche Geschäfte untergebracht, und zwar nicht nur Teppichhändler, wie einem mancher weismachen will, der noch nicht da war. Dazwischen gibt es kleine und größere Restaurants. Vor allem das Frühstück ist dort hervorragend. Und immer gibt es natürlich Tee.

Nach einem anstrengenden Bummel durch die Altstadt von Diyarbakir und der Besichtigung der einzigartigen, gut erhaltenen Stadtmauer ist ein Tee in der alten Karawanserei besonders stilvoll.  Vielleicht kann der eine oder andere ein wenig von der Zeit nachempfinden, als reiche Karawanenführer im Hani residierten. Die Situation ist wohl heute noch ähnlich. Innen Luxus, draußen teils bittere Armut.

Tee-Zubereitung in der Türkei

Wer Anregungen für das Teehaus-Feeling für Zuhause mitnehmen will, sollte genau hinschauen. Das Prinzip ist recht einfach, aber genial und hat nichts mit den Zeremonien zu tun, die Ostfriesen und Briten sklavisch befolgen. Wasser wird in einer Blechkanne erhitzt, auf der eine Porzellankanne mit dem eigentlichen Tee steht. Pro Glas (Tassen sind verpönt) gibt es einen Telöffel Teeblätter, und einen pro Kanne obendrauf für den Geschmack.

Außerdem spielt Zucker eine wichtige Rolle – und da scheiden sich die Geister. Während die einen mit einem Stück Zucker unter der Zunge bis zu 20 Teegläser trinken, wird im Extremfall der Tee bereits beim Brühen gesüßt und anschließend noch einmal.

Eine Frage sollte man sich in Diyarbakir verkneifen

Nur eines macht man in der Türkei auch als Urlauber nicht: Nach Milch fragen. Ähnlich wie der Teestubenbesitzer dürfte ein deutscher Kneipier reagieren, den ein Gast nach Milch für das frisch gezapfte Bier fragt.

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Weitere Berichte über das von der Unesco ausgezeichnete Weltkulturerbe

 

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