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Unter den Linden – prächtiger Boulevard mit Sogwirkung

"Unter den Linden" ist neben dem Kurfürstendamm der Pracht-Boulevard der Stadt Berlin schlechthin. Die Straße beginnt am Brandenburger Tor auf dem Pariser Platz und führt bis zur Museumsinsel. Unterwegs berührt sie zahlreiche der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Berlin. Wir machen mit Ihnen einen Spaziergang durch die Geschichte. Wenn Sie mehr über die einzelnen Sehenswürdigkeiten erfahren wollen, folgen Sie den blau unterlegten Links.

Unter den Linden begann als Reitweg

Die Straße Unter den Linden wuchs mit der Stadt Berlin. 1573 begann alles als Reitweg. Kurfürst Johann Georg wollte bequem vom Stadtschloss zum Tiergarten reiten. Einige Jahrzehnte später, nach dem Dreißigjährigen Krieg, ließ Kurfürst Friedrich Wilhelm den einstigen Trampelpfad zu einer sechsspurigen Allee ausbauen.

Linden und Nussbäumen wurden gepflanzt. Der Name Lindenallee war geboren. Besonders boulevardesk war die Straße damals nicht. Über die ungepflasterten Fahrspuren quälten sich Kutschen und Fußgänger, wie man es auf einer zeitgenössischen Zeichnung sieht.

Lindenstraße beliebt – bei Schweinen

Bald nahm der Verkehr zu, als die Dorotheenstadt gebaut wurde. Dann entstand das Lietzenburger Schloss (Schloss Charlottenburg). Ab 1699 wohnte dort Sophie Charlotte, die dann die Ehefrau von König Friedrich I. wurde. Der Verkehr nahm zu, weil die bessere Gesellschaft zu den höfische Veranstaltungen der Sophie Charlotte anreisen musste. Begleitet wurden sie dabei häufig von einer Gesellschaft, die in ihren Augen eher die schlechtere war: Die Lindenstraße wurde von Wildschweinen als Wechsel genutzt.

Unter den Linden wird zum Prachtvoulevard

Schlag auf Schlag wurde die Bebauung entlang der breiten Lindenstraße dichter: Zeughaus, Forum Fridericianum (der heutige Bebelplatz) mit Opernhaus und St.-Hedwigs-Kathedrale, der königlichen Bibliothek und dem Prinz-Heinrich-Palais. 1810 wurde daraus die Humboldt-Universität.

Anfang des 19. Jahrhunderts war ein Ausbau der Straße Unter den Linden überfällig. Friedrich Wilhelm III. nahm den Sieg über Napoleon als Anlass, eine Triumphstraße aus dem ehemaligen Reitweg zu machen.

Für die Neugestaltung war der berühmte Architekt Karl Friedrich Schinkel verantwortlich. Mit einem Reiterstandbild wurde Friedrich der Große geehrt. Der neue Prachtboulevard wurde offensichtlich von der Gesellschaft angenommen, denn Heinrich Heine schrieb 1822: „Ja Freund, hier unter den Linden kannst Du Dein Herz erbaun, hier kannst Du beisammen finden die allerschönsten Frau’n“.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts verschwanden im westlichen Teil von "Unter den Linden" die Wohnungen und wurden durch Geschäfte, Theater und Gasztronomie ersetzt. Der Zweite Weltkrieg richtete dann fürterliche Zerstörungen an. Beinahe alle Gebäude lagen in Schutt und Asche.

DDR- und Nach-Wendezeit

Es began ein neues Zeitalter. Der einstige Prachtboulevard wurde der Sowjetunion zugeschlagen, und die baute gleich einmal eine Festung: ihre Botschaft, die noch heute diesem Zweck dient, für die russische Föderation. Das Stadtschloss wurde als Symbol des Klassenfeindes, der Monarchie und des Militarismus gesprengt.

Der Platz blieb nicht unbebaut – von 1973 bis 1976 entstand der auf dem Schlossplatz der Palast der Republik, von den Bürgern später als "Erichs Lampenladen" verspottet. Nun erhielt die Allee auch ihren heutigen Namen Unter den Linden.

Auch die DDR nutzte – ironischerweise ganz in preußischer Tradition – die Straße als Schaufenster des Regimes. Dort gab es alles, was woanders Mangelware war – vieles davon aber nur für Westgeld. 

Intershops und gut bestückte "Exqusit"-Läden, Interhotels und Gastronomie, in der es mehr gab als gebratenes Corned Beef. Die meisten Botschaften siedelten sich dort an, Ministerien residierten "Unter den Linden".

Unter den Linden nach der Wende umgestaltet

Dann kam die Wende. Größte optische Veränderung:Erichs Lampenladen verschwand, und derzeit soll die Fassade des Stadtschlosse wieder erstehen. Die Kreuzung zur Friedrichstraße ist heute nicht wiederzuerkennen.  Aber Vieles blieb: Botschaften, Prunk und Protz, politische Schaltzentralen und die Respektlosigkeit der Berliner.

Hier finden Sie weitere Tipps für Sehenswürdigkeiten in Berlin

HRS

 

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