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Romantik pur: Gondelfahrt in Venedig

Eine Gondelfahrt in Venedig ist für Touristen so obligatorisch wie, sagen wir, der Markusplatz. Und der Karneval. Zwar gibt es heutzutage immer mehr motorisierte Varianten, aber eine Fahrt mit einer richtigen, vom Gondoliere angetriebenen Gondel macht für viele einen Venedig-Urlaub erst perfekt.

Und weil die Gondelfahrten in Venedig so beliebt sind, gibt es Fallstricke und Enttäuschungen, aber auch Tricks, um das Beste herauszuholen. Deshalb vorab ein paar Tipps, damit Sie Romantik statt Enttäuschung erleben. Danach das Wichtigste zur Geschichte und den übrigen Fakten.

Gondelfahrt Venedig: Preise und Tipps

  • Preise: Ein Fahrt kostet pro Person zwischen 20 und 50 Euro. Warum ist das so unterschiedlich? Das hat mehrere Gründe. Der Preis für eine Gondelfahrt hängt von der Uhrzeit, dem Andrang, der Lage der Anlegestelle und dem Verhandlungsgeschick ab. Und davon, ob Sie vorher buchen und bei wem. Preistipp: venedig.com
  • Gondelfahrten am Abend: Am Abend, vor allem bei schönem Wetter und Sonnenuntergang, stehen die Gäste Schlange. Dann verlangen die Gondoliere zum Teil Phantasiepreise – und erhalten sie auch. Wer bei Andrang verhandeln will, wird weitergewinkt. Vormittags ist der Preis am günstigsten.
  • Anlegestelle: An den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Lagunenstadt Venedig sind die Preise nicht nur in den Cafés, sondern auch für Gondelfahrten besonders hoch. Wer sich ein paar Minuten von den wichtigsten Attraktionen entfernt, spart bares Geld.
  • Verhandeln: Der kleinste Preis pro Person für eine 30-40-minütige Gondelfahrt in Venedig beträgt 20 Euro. Dann müssen aber zahlreiche Kollegen des Gondoliere ebenfalls auf Kundschaft warten. Ansonsten gilt: Wer kein Verhandlungsprofi ist, sollte lieber zum nächsten Gondoliere gehen, wenn ihm der Preis zu hoch erscheint.
  • Privatsphäre: Eine ganze Gondel für eine Fahrt von 30-40 Minuten zu mieten, kostet mindestens 100 Euro bei Vorbestellung, bis zum Doppelten, wenn Sie sich spontan entscheiden. Dafür dürfen Sie theoretisch auch allein darin sitzen.
  • Musik: Ein Sänger mit Musiker kostet rund 200 Euro extra, in den Abendstunden mehr. Tipp: Wenn bereits Sänger unterwegs sind, brauchen Sie keinen eigenen mehr – die Musik erschallt weit über die Kanäle.

Besonderheiten und Warnungen

  • Hunde: Kleine Hunde kommen kostenfrei mit. Was ein kleiner Hund ist, entscheidet der Gondoliere. Größere Hunde müssen einen Maulkorb tragen. Kosten und ob sie überhaupt mitdürfen, entscheidet der Gondoliere.
  • Enttäuschung: Oft stinken die Kanäle in Venedig, was der Romantik Abbruch tut. Die Gondoliere sind nicht immer freundlich und schon gar nicht zuvorkommend. Sie sind als Tourist nicht allein unterwegs, und meist gleicht die Atmosphäre auf der Fahrt eher einer Attraktion in einem Vergügungspark als einem stillen, romantischen Erlebnis: Die Sänger übertönen sich gegenseitig, und viele Touristen geben ihrem Vergügen lautstark bis ohrenbetäubend Ausdruck.
  • Mitfahrer: Wenn Sie als Paar in ein Boot einsteigen, haben Sie bis zu vier Mitreisende. Auf deren Verhalten haben Sie keinen Einfluss.
  • Alternative: Fahren Sie mit dem Vaporetto. Der Ausblick ist besser.

Die venezianische Gondel: elf Meter lang und 1,5 Meter breit

Das Gefährt prägt Venedigs Stadtbild schon seit dem elften Jahrhundert, ein elf Meter langes und gerade mal anderthalb Meter breites Boot, dessen Enden anmutig nach oben gebogen sind. Es besteht aus 280 Einzelteilen und neun unterschiedlichen Hölzern  (Buche, Eiche, Kiefer, Kirschbaum, Lärche, Linde, Nussbaum, Ulme und Tanne).

Kein Wunder, dass es etwa 500 Stunden dauert, bis das bis ins Detail durchdachte Fahrzeug startklar ist – und zudem locker 25.000 Euro kosten kann. Was auch den meist ziemlich hohen Preis für eine Gondelfahrt erklärt.

Stadtbesichtigung vom Wasser aus

Stolze 10.000 Gondeln waren im 16. Jahrhundert in Venedig unterwegs, heute sind es nur noch ein paar hundert, aber die sind bei Touristen sehr begehrt, um die Sehenswürdigkeiten in Venedig vom Wasser aus zu betrachten.

Die meisten steigen nahe des Markusplatzes ein, nehmen genüsslich auf den Sitzen Platz und lassen sich im gemächlichen Tempo übers Wasser chauffieren, vorbei an Sehenswürdigkeiten wie der Rialto-Brücke oder dem Markusplatz. Im Sommer ist der Andrang am größten, aber auch zu Zeiten des Karnevals in Venedig muss man mit Wartezeiten rechnen.

Gondelfahren in Venedig – eine Kunst für sich

Vorangetrieben wird die Gondel mit einem Riemen, den der Gondoliere gekonnt schräg ins Wasser taucht. Wie ein Dompteur führt er das Boot, das sich brav dreht, wenn er es will, und beinahe auf den Meter genau anhalten kann. Trotz der Anstrengung hat der Gondoliere manchmal noch Zeit und Lungenvolumen, um zu singen. Was zwar kitschig klingt, aber mit der richtigen Begleitung an der Seite so romantisch ist, dass auf Gondeln schon so manche entscheidende Frage gestellt – und mit „ja“ beantwortet wurde.

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