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Neues Museum Berlin

Achtung: Aufgrund von Umbauarbeiten sind Teile der Ausstellungen bis auf Weiteres geschlossen! Nähere Infos unter www.smb.museum

Neues Museum: Nofretete und Frühgeschichte

Das Neue Museum Berlin hat einen Publikumsmagneten, der alles andere in den Schatten steht: die Büste der Nofretete. Dabei ist der berühmte Kopf eigentlich nur die unvollendete Arbeit aus einer ägyptischen Werkstatt. Doch diese Geschichte ist zu lang, um sie hier zu erzählen. Hier finden Sie einen eignen Artikel zur geheimnisumwitterten Nofretete.

Beim Rundgang über die Museumsinsel ist auf den ersten Blick nicht ganz klar, welche Rolle das Neue Museum darin spielt. Denn es gibt gleich drei komplett unterschiedliche Ausstellungen unter dem Dach des Stüler-Baus.

Drei Ausstellungen unter dem Dach des neuen Museums

Da ist zunächst das Ägyptische Museum samt Papyrussammlung. Dann das Museum für Vor- und Frühgeschichte, das im Jahr 2014 aufgrund von Umbau- und Sanierungsarbeiten etwas durcheinander geraten ist.

Und schließlich gibt es eine kleine Abteilung, die auch noch auf zwei Räume aufgeteilt ist und die im Grunde „nur“ ausgelagerte Exponate vom Pergamon-Museum und dem Alten Museum enthält: die Antikensammlung.

Ägyptisches Museum: Nofretete und der Rest

Das Ägyptische Museum gibt einen schönen Einblick in die Epochen der Hochkultur am Nil. Highlight ist der Kopf der Nofretete. Porträtköpfe der Königsfamilie und der „Berliner Grüne Kopf” gelten ebenfalls als einzigartige Ausstellungsstücke.

Doch – offen gesagt: So anrührend diese Büste der Nofretete ist, so enttäuschend ist der Rest der Ausstellung – jedenfalls  wenn man das British Museum in London kennt oder gar das Ägyptische Museum in Kairo besucht hat. Als ersten Einblick in die Geschichte des Landes am Nil kann ein Rundgang aber durchaus dienen.

Papyrussammlung für Experten hochinteressant

Für Fachleute ist die Papyrussammlung äußerst interessant. Der Besucher ohne ägyptologische Ausbildung kann allerdings den wertvollen Schriften kaum etwas entnehmen. Dennoch sollte man einen Blick darauf werfen: Viele der Papyri sind einzigartige Beiträge zur Geschichtsschreibung.

Wir empfehlen, mehr Zeit für die Abteilung für Vor-und Frühgeschichte einzuplanen als für das Ägyptische Museum. Bereits der Name ist interessant.

Hochspannend: Vor- und Frühgeschichte im Neuen Museum

Die Fachwelt scheidet sich, grob gesagt, in zwei Fraktionen: Die einen reden von Vorgeschichte (Prähistorie), womit allerdings den Kulturen, die kein schriftliches Vermächtnis hinterlassen haben, eine wirkliche eigene Kultur abgesprochen wird.  Die anderen reden genau deshalb von Frühgeschichte.

Beides nun in einem Namen zu vereinigen, zeugt von einem guten Kompromiss: So können sich Wissenschaftler beider Fraktionen einbringen.

Einzigartige Sammlung von uralten Artefakten

Die Sammlungen selbst sind weltweit einzigartig und gehören zum Besten, was es in diesem Fachbereich gibt. Zeitlich reichen die Stücke von der Altsteinzeit bis ins Hochmittelalter.

Da gibt es den Schädel des Neandertalers aus Le Moustier. Publikumsmagnet ist der 3000 Jahre alte „Berliner Goldhut“. In diesem Kunstwerk ist ein kompletter astronomischer Kalender gespeichert.

Was Heinrich Schliemann einst ausgegraben hat, befindet sich in der Troja-Sammlung im Neuen Museum. Die Zypern-Exponate der Antikensammlung befinden sich ebenfalls dort.

Von der Völkerwanderung bis ins Mittelalter

Hochinteressant sind auch die Grabungsfunde aus Berlin sowie die Relikte der Völkerwanderung bis ins Hochmittelalter. Tipp: Gehen Sie zweimal ins Museum für Vor-und Frühgeschichte in Berlin.

Beim ersten Mal notieren Sie sich, zu welchen Exponaten Sie mehr erfahren wollen und lesen sich die entsprechenden Informationen an. Beim zweiten Mal schauen Sie sich die Ausstellungsstücke noch einmal mit einem ganz anderen Hintergrund an.

Antikensammlung im Neuen Museum ergänzt Austellungen

Die Antikensammlung im Neuen Museum Berlin schließlich wirkt ohne das Wissen über das Ausstellungskonzept etwas verwirrend. Dabei ist im Grunde es ganz einfach: Die dort gezeigten Exponate gehören sammlungsübergreifend zum Bereich der Frühgeschichte.

So gibt es etwa Statuen aus Zeit und Ort, an denen die römische auf die germanische Kultur stieß. Berühmtestes Objekt ist der „Xantener Knabe“. Die anderen Teil der Antikensamlung befinden sich ebenfalls auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte, und zwar im Alten Museum sowie im Pergamonmuseum.

Neues Museum Berlin – Besucher-Infos

  • Öffnungszeiten: tägl 10-18, Do. bis 20 Uhr
  • Eintritt: 12, erm. 6 Euro, online 11/5,50 Euro
  • Adresse und Anfahrt: Bodestraße 1-3; Bahnhof Friedrichstraße (DB, S- und U-Bahn), Tram M1, 12 (Am Kupfergraben); M4, M5, M6 (Hackescher Markt); Bus TXL (Staatsoper); 100, 200 (Am Lustgarten); 147 (Friedrichstraße)
  • Kontakt und Infos zu temporären Schließungen: www.smb.museum

 

Hier finden Sie weitere Tipps und Infos zu Museen in Berlin HRS

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