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Siena – eigenwillige Schöne in der Toskana

Wer ist die Schönste im ganzen Land? Unter den Städten in der Toskana gibt es viele, die preiswürdig wären. Aber nur zwei fechten diesen Wettbewerb mit einiger Energie aus: Florenz und Siena. Wir wollen uns nicht auf die eine oder die andere Seite stellen, zumal die Entscheidung äußerst schwer fallen würde. Gucken Sie sich doch einfach beide Städte an!

Das berühmte Rot aus Siena

Das erste, was einem bei Siena auffällt, ist das Rot. Dieses Rot, das zwischen Orange und Braun schwankt und so typisch ist für Siena, dass ihm die Stadt sogar den Namen gab. „Gebrannte Siena“ und – etwas heller – „Siena natur“ sind jedem Hobbymaler bekannt. In Siena findet sie sich überall, diese Farbe, die aus der Erde rund um die Stadt in der Toskana gewonnen wird.

Sienas Sehenswürdigkeit: der prachtvolle Dom

Ein Gebäude aber fällt farblich aus dem Rahmen: Der prachtvolle Dom, ähnlich spektakulär wie jener in Florenz, wurde aus schwarzem und weißem Marmor erbaut. Das gewaltige Gebäude im gotischen Baustil, das offiziell Cattedrale di Santa Maria Assunta heißt, thront weithin sichtbar in der Stadt. Entstanden ist der Dom aus einer romanischen Basilika, und dieser Baustil ist auch noch zu erkennen. Das Gotteshaus wurde zwischen 1229 und 1263 erbaut, der 77 Meter hohe Campanile war im Jahre 1313 fertig. Komplett vollendet wurde die Kirche allerdings nicht: Eine begonnene Vergrößerung wurde aus Geldnot und aufgrund einer Pest-Epidemie eingestellt, einige unvollendete Fassaden erinnern heute noch daran, dass Siena einst vorhatte, mit seinem „Duomo Nuovo“ sogar den Petersdom am Petersplatz in Rom zu übertreffen.

Auch wenn das nicht gelungen ist, muss sich der Sieneser Dom wahrlich nicht verstecken, das Bauwerk, eine der großen Sehenswürdigkeiten in Siena, ist grandios. Wer es betritt, dem fällt nicht nur der schwarz-weiße Farbwechsel an den Säulen auf, sondern auch die marmornen Intarsien im Fußboden, die Geschichten erzählen. Eindrucksvoll sind das Chorgestühl aus dem 16. Jahrhundert und die Piccolomini-Bibliothek, die der spätere Papst Pius III anlegen ließ und deren Decke mit großartigen Fresken gestaltet wurde. Auch das Museo dell’Opera del Duomo sollte man besuchen – hier steht zum Beispiel das Original des prächtigen Chorfensters aus dem Dom.

Pferderennen auf der Piazza del Campo

Die wohl bedeutendste Sehenswürdigkeit Sienas ist die Piazza del Campo mit dem Palazzo Comunale. Dieser Platz, der schon 1169 erstmals urkundlich erwähnt wurde, diente lange Zeit als Markt und lag ursprünglich gar nicht im Zentrum der Stadt. Heute ist das anders – und ganz Siena trifft sich bei schönem Wetter auf dem halbrunden, leicht abschüssigen Campo mit seiner Pflasterung aus rotem Backstein und hellerem Travertin, und wenn alljährlich im Juli und August das legendäre Pferderennen „Il Palio“ abgehalten wird, wird er zum Festplatz. Das Rennen, das als eines der härtesten der Welt gilt, gibt es seit dem Mittelalter, und es wird von den Teilnehmern heute noch äußerst ernst genommen.

Der Palazzo Comunale an der Piazza del Campo in Siena entstand ab 1297, der 102 Meter hohe Turm, „Torre del Mangia“, kam im 14. Jahrhundert hinzu. Im Palast, der heute Rathaus ist,  gibt es mehrere eindrucksvolle Fresken und aufwendig gestaltete Säle, darunter den Saal der Landkarten mit Resten einer Weltkarte von Pietro Lorenzetti und den Saal der Neun (Sala della Pace).

Pinacoteca und Pilgerhospiz

Siena-Besucher wandern durch die Pinacoteca Nazionale mit Werken  aus dem 13. bis 16. Jahrhundert, bewundern die Accademia Musicale Chigiana und statten dem Pilgerhospiz „Ospedale Santa Maria della Scala“ einen Besuch ab, in dem sich Fresken und viele andere Kunstwerke finden.

Beim Bummel durch Siena sollte man sich Zeit lassen, um abseits der Sehenswürdigkeiten durch schmale Gassen zu bummeln und hier und da in einen der kleinen Läden mit Souvenirs, Käse- und Wurstspezialitäten, Süßwaren oder Wein zu gehen, um einen Chianti Classico oder einen Wein aus der Provinz Siena, etwa einen Chianti Colli Senesi, zu probieren. Eine große Auswahl an Weinen aus der Toskana gibt es in der Enoteca Italiana, die in der Fortezza Medicea (Piazza Libertà 1, www.enoteca-italiana.it) residiert. Hinter dicken Mauern der Festung der Medici werden auch sehr edle Tropfen aufgewahrt. Ein Restaurant, das Millevini Ristorante, gehört ebenfalls dazu.  Wer sich eine Pause vom Sightseeing gönnen möchte, der findet überall in Siena schöne kleine Restaurants. Bekannt sind zum Beispiel das „Gallo Nero“ (via del Porrione 65, www.gallonero.it) oder das Guidoriccio (via G. Duprè 2, nahe Piazza del Campo, www.ristoranteguidoriccio.com).

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Autorin:

Thalia.de

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