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Reif für die Museumsinsel Berlin

Geographisch gesehen ist die Museumsinsel Berlin gar keine echte Insel – der selbst für Berliner Verhältnisse weitläufig angelegte museale Komplex erstreckt sich strenggenommen nur über die Nordspitze der Spreeinsel in Berlin-Mitte und zu kleineren Teilen auch über das gegenüberliegende Spreeufer im Nordwesten.

Museumsinsel Berlin: Ein Ort der Museen und Attraktionen

In direkter Nachbarschaft zur Museumsinsel Berlin befinden sich bekannte Sehenswürdigkeiten und Touristensammelbecken, wie der Berliner Dom, das ehemalige Staatsratsgebäude und der Lustgarten inklusive imposanter Bauhütte zum Berliner Schloss. (Früher stand hier der Palast der Republik oder „Erichs Lampenladen“, wie sich besonders die Ost-Berliner scherzhaft zurückerinnern.) In Sichtweite der Museumsinsel, gleich am anderen Ufer, erspäht der geneigte Berlin-Entdecker zudem die Staatsoper, das Zeughaus und die vom Großvater aller Star-Architekten, Karl Friedrich Schinkel, erbaute Friedrichswerdersche Kirche – aus Nordosten winkt der Berliner Fernsehturm vom Alexanderplatz herüber. Kurzum: Beste Lage für Museen mit einzigartigen, teils Jahrtausende alten Zeugnissen menschlicher Kulturgeschichte.

Masterplan für die Museumsinsel Berlin

Der „Masterplan Museumsinsel“ ist  weniger Geheimplan als Abenteuerprojekt: Bis 2015 sollen die vier Archäologischen Museen auf der Spreeinsel unter der Führung des britischen Star-Architekten David Chipperfield, durch eine „Archäologische Promenade“ entlang ihrer Basisebenen verbunden werden. Beherbergt in hundert Jahren Berliner Museumsarchitektur würden dann auf der nur einen Quadratkilometer großen Insel unglaubliche 600.000 Jahre Menschheitsgeschichte als Gesamtschau präsentiert –  Ziffern, die selbst Museumsmuffel in die ehrwürdigen Hallen locken dürften. Schließlich ist die Museumsinsel Berlin schon heute eine der großen Attraktionen der deutschen Hauptstadt.

Pergamonaltar und Nofretete

In wenigen Schritten ließe sich auf der Museumsinsel Berlin die über 2000 Jahre alte Freitreppe des Pergamonaltars erklimmen, die achthundertjährige Eichenholzikone des Christus im Bodemuseum bestaunen oder einer Büste der antiken Schönheit Nofretete ins Auge blicken. (Über das Alter jener Dame schweigen wir aus Gründen der Höflichkeit.)  Der architektonische Stil der einzelnen Häuser und ihre historischen Eingangsfassaden würden bei den Umbauten erhalten bleiben, schließlich wurde der Gesamtkomplex Museumsinsel Berlin, bestehend aus insgesamt fünf unabhängigen Häusern, 1999 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Näheres zur Umsetzung des Masterplans erhält man auf der offiziellen Website der Museumsinsel Berlin.

Entlang der künftigen Archäologischen Promenade

Die Archäologische Promenade wird eine kulturhistorische Prachtstraße, die den Vergleich zu internationalen Museumstandorten wie New York, Paris und London nicht scheuen muss. Sie soll den fragenden Besucher in das Universum der menschlichen Kulturgeschichte einsaugen und ihn nur mit Antworten wieder entlassen – so hoffen es zumindest die Kuratoren. Von diversen Eingängen zugänglich, empfiehlt sich eine Besichtigung entlang der Nord-Südachse – so spart man sich lästiges Hin- und Hergehen, obwohl bei der Vielfalt an Exponaten keine Langeweile aufkommen dürfte.

Grandiose Exponate

Vom Alten Museum mit seiner großen Antikensammlung im Südosten der Museumsinsel Berlin sollen nach Konzept der Architekten zukünftig unvergessliche Zeitreisen beginnen. Nach Besichtigung der griechischen und römischen Exponate wandert der Besucher weitere Jahrhunderte in der Zeit zurück. Im Neuen Museum buhlen zahllose Exponate der Vor- und Frühgeschichte sowie funkelnde ägyptische Schätze um die Gunst der Betrachter. (Hier gewährt auch die filigrane Nofretete eine königliche Audienz.) Im Pergamonmuseum wird es dann eher massiv mit der legendären Freitreppe des Pergamon-Altars, dem Markttor von Milet oder dem prächtigen wie bunten Ishtar-Tor, einem erhaltenen Stadttor des antiken Babylon.

Werke aus Frührenaissance und Spätgotik

Am Ende der archäologischen Zeitreise öffnet sich dem Besucher die Skulpturensammlung des Bodemuseums aus der vergleichsweise jungen italienischen Frührenaissance mit Werken von Donatello oder Francesco Laurana oder Skulpturen der deutschen Spätgotik, wie sie Niclaus Gerhaert und Hans Brüggemann erschufen. Akribisch durchgeplant ist der Masterplan für die Museumsinsel Berlin, offen bleibt bis zur Fertigstellung der Archäologischen Promenade 2015 nur eine Frage : Genügt ein einziger Tag, um wirklich alles gesehen zu haben oder sollte man lieber vorab ein Hotelzimmer in der Nähe buchen oder heimlich im Museum kampieren?

Die Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel Berlin

P.S. Das fünfte Museum im Verbund der Museumsinsel Berlin, die „Alte  Nationalgalerie“, haben wir natürlich nicht vergessen. Nur tanzt es ein wenig aus der kulturhistorischen Reihe mit vorzüglicher Kunst auf Canvas, wie den Ballerinen von Degas, den Sujet-Malereien Liebermanns und dem einsamen „Mönch am Meer“ von Caspar David Friedrich. Wer also Verschnaufpause vom Flanieren auf der archäologischen Promenade benötigt, kann beim Stillleben von Cézanne ruhigen Gewissens einen Zwischenstopp machen.

Tickets und Preise

Die Ticketpreise für die Häuser der Museumsinsel Berlin sind sehr besucherfreundlich. Die Preise liegen unermäßigt bei acht bis zehn Euro pro Person (ermäßigt bei vier bis fünf Euro). Nur das Neue Museum veranschlagt 12 Euro pro Ticket (ermäßigt acht). Sogenannte Bereichskarten (für derzeit  14 Euro erhältlich) lohnen sich, wenn man vorhat, mehr als nur eines der Museumshäuser binnen eines Tages zu besuchen. Des Weiteren locken viele Sonderangebote für Frühaufsteher und Nachtvögel jenseits der Stoßzeiten. Auch bietet der Berliner Stadtservice auf seiner Homepage diverse Touristenpässe für eine Vielzahl anderer Berliner Museen an – wer möchte, kann einige Tickets auch im Vorfeld online erwerben. Dies spart Zeit und Nerven, besonders bei beliebten Sonderausstellungen. Die Öffnungszeiten laufen im Kern von 10 bis 18 Uhr. Sonderöffnungszeiten und eventuelle Ruhetage entnehmen Sie der offiziellen Website der staatlichen Museen zu Berlin oder aus den Stadtmagazinen, die an vielen Geschäften und Bahnhöfen ausliegen.

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Entdecker-Infos

Öffnungszeiten Altes Museum| Mo-So 10:00-18:00; Do 10:00-22:00

Öffnungszeiten Neues Museum| Mo-Mi + So 10:00-18:00; Do-So 10:00-20:00

Öffnungszeiten Bodemuseum| Mo-So 10:00-18:00; Do 10:00-22:00

Öffnungszeiten Pergamonmuseum| Mo-So 10:00-18:00; Do: 10:00-21:00

Öffnungszeiten Alte Nationalgalerie| Di-So 10:00-18:00; Do 10:00-22:00; Mo Ruhetag

Info-Hotline aller Museen der Museumsinsel| Mo-Fr: – Tel.: 030 – 266 42 42 42; Sa+So: 030 – 266 42 30 40

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