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Der Pariser Platz – Der Mittelpunkt der Hauptstadt

Der Pariser Platz ist einer der eindrucksvollsten in Berlin. Umgeben von Wahrzeichen wie dem Brandenburger Tor und dem Hotel Adlon ist das Areal, das zu DDR-Zeiten Grenzgebiet war, heute wieder ein Touristenmagnet.

Das Zentrum der Attaktionen

Es gibt wohl kaum einen Berlin-Touristen, der den Pariser Platz nicht besucht. Denn das Areal auf der Ostseite des Brandenburger Tors ist eine der wichtigen Attraktionen der Stadt. Umrahmt wird er außerdem von Bauten wie der US-Botschaft, der Akademie der Künste, der Botschaft Frankreichs, dem Hotel Adlon oder dem Max-Liebermann-Haus. Wer heute über den Pariser Platz spaziert, der kann sich nicht mehr vorstellen, dass das 1,5 Hektar große Areal zwischen 1961 und der Wiedervereinigung im Mauerstreifen lag.

Angelegt wurde der Pariser Platz 1734 unter der Herrschaft Friedrich Wilhelms I. vom Architekten Philipp Gerlach, der auch den Leipziger Platz und den Mehringplatz gestaltete. Ursprünglich hieß das Areal, auf dem ein zweigeschossiges Palais erbaut wurde, “Viereck” oder “Quarree”. Seinen heutigen Namen bekam der Platz 1814  nach der Besetzung von Paris während der Befreiungskriege. 1880 sorgte der Gartenbaudirektor Hermann Mächtig für eine Neugestaltung des Pariser Platzes.

Prominente wie Max Liebermann lebten am Pariser Platz

Zahlreiche Prominente fühlten sich von der reizvollen Gegend angezogen und wohnten oder arbeiteten rund um den Pariser Platz, darunter der Dichter Achim von Arnim, die Dramatiker August Wilhelm Iffland und August von Kotzebue, der Staatsminister Friedrich Carl von Savigny, der Komponist Giacomo Meyerbeer und der Maler Max Liebermann. Im an den Platz angrenzenden, 1737 erbauten Palais Arnim-Boitzenburg, das 1906/7 zur Königlichen Akademie der Künste umgebaut wurde, diskutierten einst Arnold Schönberg und Paul Hindemith über Musik und Schriftsteller wie Alfred Döblin, Thomas und Heinrich Mann befassten sich mit der Dichtkunst. 1937 musste das Gebäude der NS-Reichsregierung überlassen werden.

Immer wieder diente der Pariser Platz, an dem auch schon in alten Zeiten mehrere Botschaften residierten, als Raum für Großveranstaltungen. Während im Jahre 1900 Kaiser Franz Joseph von Österreich hier empfangen wurde, veranstalteten später die Nazis  regelmäßig Aufmärsche und Kundgebungen.

Durch gute und schlechte Zeiten

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Pariser Platz völlig zerstört, die verbliebenen Gebäude fielen (mit Ausnahme einiger Teile der Akademie der Künste und eines Seitenflügels des Hotels Adlon) bis zum Mauerbau der Abrissbirne zum Opfer. Die Berliner Mauer verlief direkt am Brandenburger Tor, das gesamte umliegende Gelände war Grenzgebiet.

Als am 22. Dezember 1989 das Brandenburger Tor wieder geöffnet wurde, kamen 100.000 Menschen, um zu feiern.

Nach dem Fall der Mauer wurde der Beschluss gefasst, den Pariser Platz wieder aufzubauen – mit der Auflage, historische und moderne Bauweisen harmonisch zu verbinden. Der Landesgartenpfleger Klaus von Krosigk gestaltete den Platz nach historischem Vorbild. Lange wurde diskutiert, ob das Brandenburger Tor für den Autoverkehr geöffnet sein soll. Um Schäden durch Erschütterung und Autoabgase zu verhindern, wurde schließlich entschieden, den gesamten Bereich des Pariser Platzes zur verkehrsberuhigten Zone zu machen und das Tor für den Autoverkehr zu sperren.

Inzwischen sind auch rund um den Pariser Platz viele Gebäude wiederentstanden – von der amerikanischen und der französischen Botschaft über das Haus Liebermann bis zur Akademie der Künste, vom Hotel Adlon über große Banken bis zum Kennedy-Museum. Vor dem Haus Liebermann erinnert ein Stolperstein an Liebermanns Witwe Martha, die von den Nazis 1943 in den Tod getrieben wurde.

Das Wiedersehen großer und kleiner Riesen

Immer wieder dienen der Pariser Platz, das Brandenburger Tor und die angrenzenden Straßen als Bühne für Großveranstaltungen, vom Public Viewing während der Fußball-Weltmeisterschaft bis zu den Feierlichkeiten zum 3. Oktober. So war der Pariser Platz Anfang Oktober 2009 Schauplatz der Aktion “Die Riesen kommen” der Compagnie Royal de Luxe. Ein großer Riese und eine kleine Riesin feierten nach einer langen Odyssee durch Berlin ihr Wiedersehen vor dem Brandenburger Tor und setzten ein eindrucksvolles Symbol für die Wiedervereinigung.

Und wenn keine Riesen da sind, dann machen sich die Menschen ihre Attraktionen selbst – vom spontanen Konzert eines Straßenkünstlers bis hin zu den riesigen Seifenblasen, mit denen man auch im Zeitalter von Handy & Co. noch die Menschen begeistern kann.

Entdecker-Infos

Adresse|Pariser Platz, Mitte. Anfahrt: S/U-Bhf. Brandenburger Tor, U Mohrenstraße, Bus 100, 200, TXL

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