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Gletscherwandern für Einsteiger: Folgefonna

Zur nordischen Natur gehören Wasser, Felsen – und Eis. Nicht weit von Bergen erstreckt sich der 214 Quadratkilometer große Folgefonnagletscher. Schon die Anfahrt ist ein Naturschauspiel: Nach aussichtsreicher Landschaftsroute setzt man per Fähre vom Ort  Tørvikbygd in 20 Minuten über den Hardangerfjord nach Jondal über, wo der Veranstalter "Folgefonni Breførarlag" geführte Eistouren anbietet.

15 Meter Neuschnee im Winter speisen den Gletscher

Kurvenreich geht's dann 19 km direkt zum Gletscherrand auf 1.200 Meter Höhe. "Der Folgefonna ist ein dreigeteilter Plateaugletscher und an der höchsten Stelle auf 1650 Meter Höhe über 400 Meter dick. Er ist einzigartig, weil er so leicht zugänglich ist", sagt Tour Guide Åsmund Bakke. Warum es überhaupt Gletscher in derart niedrigen Lagen gibt? "Das liegt am reichen Niederschlag: Pro Winter fallen bis zu 15 Meter Schnee hier, diese nähren das Eis."

Ohne alpine Ausrüstung und erfahrenen Führer geht es nicht 

Gute Ausrüstung ist das A und O bei einer Gletschertour. Dazu gehören warme, regendichte Kleidung, Kombigurt, Steigeisen, Helm und Pickel. Vor Ort binden die beiden Guides – Filip aus Oslo, Torgeir von der Insel Stord – die Gruppe in eine Zehnerseilschaft.

Gut gesichert wandern

Nach Sicherheitseinweisungen geht's los, den Juklavassgletscher entlang der Lifttrasse hoch. "Worauf es ankommt, ist die Naturerfahrung. Und einmal dieses unwahrscheinlich blaue Eis zu erleben", sagt Torgeir, während es unter seinen Füßen türkis schimmert.

Spaßeshalber führt er die Gruppe durch Spaltenausläufer, lässt Eisklettern üben, sichert mit einer Eisschraube. 250 Meter höher führt die Tour. Bei kurzen Stopps erzählt Torgeir Geschichten übers ewige Eis.

Schon Wilhelm II. querte den Gletscher

Schon seit 1860 gibt es hier geführte Touren, berichtet er. Der wohl aber berühmteste Gletscherfan  war Kaiser Wilhelm II: Mit Schlitten querte er das Eis von West nach Ost. Stundenlang soll er mutterseelenalleine auf die Eisformationen gestarrt haben. Nach ihm ist der "Kaiserweg" benannt, der zur Breidablik Hütte am Bondhusgletscher führt. Zu dieser Zeit schaffte man übrigens Gletschereis auf Booten bis nach England – zum Frischhalten der Lebensmittel.

Ein Obstgarten am Gletscherrand

Zurück ins Heute. Als Ausgleich zur kühlen Eistour gibt's hinterher warmen Apfelkuchen von Ola Steinstø. Ola ist Herr über 3500 Obstbäume und Farmer der achten Generation. Sein Hof Steinstø Frukt- og Kakebu liegt direkt am Hardangerfjord. Neben Äpfeln, Birnen, und Pflaumen pflanzt er auch Kirschen. "Hardanger ist sozusagen der Obstgarten Norwegens", erklärt Ola.

Hier finden Sie weitere Tipps zur Reise nach Norwegen

 
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