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Binz – historisches Seebad mit sehr viel Charme

Die gute Nachricht: In Binz auf Rügen regnet es seltener als in anderen Gebieten Deutschlands. Die schlechte Nachricht: Am häufigsten regnet es ausgerechnet im Juli. Das sollte aber wirklich niemanden abschrecken, die hübsche Stadt an der Ostküste der Insel zu besuchen. Badewetter gibt es nämlich sehr oft, und der Aufenthalt am Ostsee-Strand lohnt sich schon wegen des schneeweißen Sandes und des Blickes auf die liebevoll gestalteten Häuser. Wenn man nass wird, liegt das meist am Bad im Ostseewasser, nicht am Regen.

Binz‘ Entwicklung zum Badeort am feinsandigen Ostsee-Strand

Bevor Binz um 1830 anfing, sich zum Ostseebad zu entwickeln, war es eine kleine Siedlung ohne größere Bedeutung. Dann aber kam der Fürst zu Putbus ins Spiel. Er lud Gäste ein, die sich ins Wasser wagten und es sehr genossen. Trotzdem dauerte es noch mehr als 40 Jahre, bis die Zahl der Gäste anstieg. Die Putbuser Straße, die das Dorf mit dem Strand verbinden sollte, wurde gebaut und wenig später bekam Binz den offiziellen Namen „Badeort“. Die Strandpromenade, das erste Kurhaus und die 600 Meter lange erste Seebrücke entstanden. Damals badeten Männer und Frauen noch getrennt – Bäder für beide Geschlechter wurden angelegt.

Nationalsozialisten erbauten das Seebad Prora

Der Nationalsozialismus war die Zeit, in der die Aufmerksamkeit auf dem nahegelegenen Seebad Prora lag, jenem Riesenbauwerk, das heute noch eine (denkmalgeschützte) Attraktion ist: 20.000 Menschen sollten in dem viereinhalb Kilometer langen Gebäudekomplex gleichzeitig Urlaub machen. Der Koloss ist eindrucksvoll und erschreckend zugleich – heute steht er unter Denkmalschutz.

Binz selbst bekam erst zu DDR-Zeiten wieder Bedeutung. 1953 wurden Besitzer von Hotels und Pensionen verhaftet und enteignet, danach übernahm der FDGB das Seeschloss und machte es zum Ferienheim. Weitere kamen in den nächsten Jahren hinzu, außerdem ein Plattenbauwohngebiet. Glücklicherweise blieben die meisten der historischen Gebäude stehen, und nach der Wiedervereinigung wurden sie an die einstigen Eigentümer zurückübertragen. Viele wurden liebevoll modernisiert, die Wege und Plätze neu gestaltet.

Schöne Villen im Bäderstil – viele mit Blick auf den Ostsee-Strand

Die Haupt-Sehenswürdigkeiten von Binz sind – neben dem fünf Kilometer langen feinsandigen Ostsee-Strand – das Kurhaus, das direkt an der Seebrücke steht und das Wahrzeichen der Stadt ist, die Seebrücke, die heute 370 Meter lang ist und 1994 erbaut wurde, die niedliche Dorfkirche aus rotem Backstein und das Jagdschloss Granitz, das 1846 fertiggestellt wurde. Heute ist in dem Anwesen ein Museum untergebracht.

Mindestens genauso interessant sind die wunderschönen Villen, die man beim Bummel durch Binz sehen kann, zum Beispiel die Pension „Villa Hoffnung“ in der Dünenstraße 3, die Pension „Haus Borussia“ in der Hauptstraße 9, das im Jugendstil errichtete „Haus Neander“ (Hauptstraße 16) und viele weitere Villen in der Lottumstraße, der Marienstraße, der Putbuser Straße sowie an der Strandpromenade.

Von Binz mit der Schmalspurbahn zum Jagdschloss Granitz

Die Strandpromenade, die 1993 rekonstruiert wurde, ist ein beliebter Ort zum Flanieren. Entlang des Weges bauen im Sommer Kunsthandwerker ihre Stände auf, außerdem gibt es unzählige Boutiquen, Restaurants und Cafés. Ein Stück entfernt, im Westen der Stadt, kann man am Bahnhof Binz LB in die entzückende Schmalspurbahn Rasender Roland einsteigen, die zwischen Putbus und Göhren verkehrt. In gemächlichem Tempo, so wie es sich für solche Bahnen gehört, und mit einer Lokomotive, die auch sehr erwachsene Männer wieder zu begeisterten kleinen Jungs macht. Schon seit 1895 sind Teile der Strecke in Betrieb. Wer mag, fährt mit dem Rasenden Roland zum Jagdschloss Granitz oder stattet den Bäderorten Sellin, Baabe oder Göhren einen Besuch ab.

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