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Das koloniale Erbe Shanghais

Shanghai galt bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhundert hinein als das Sündenbabel Chinas. Nach dem Opiumkrieg 1842 bauten hier an der Mündung des Jangtsekiang am Huangpu-Fluss Briten, Franzosen, Japaner, Deutsche und Amerikaner ihr Handelszentrum in China auf. Koloniale Prachtbauten und die Unterwelt mit ihren Opiumhöhlen – dafür war die Stadt berühmt und berüchtigt. Zwar wurden insbesondere Tee und Seide umgeschlagen, aber auch der Handel mit Opium war fast genau so wichtig.

Die Kaufleute aus Europa kapselten sich in der Stadt von den Chinesen ab. So entstand im 19. Jahrhundert beispielsweise das französische Viertel, das noch heute zu besichtigen ist.

Die „Chinesenstadt“  hinter der ehemaligen  Stadtmauer

Südlich des Geschäftsviertels befindet sich die eigentliche Altstadt. Von der einst etwa 4,5 Kilometer langen und acht Meter hohen  Stadtmauer aus der Ming-Dynastie, die die damalige „Chinesenstadt“ umschloss, sind lediglich einige Überreste vorhanden. Die Militärbehörden hatten 1912 den Abriss beschlossen, weil sie der Expansion der Infrastruktur im Wege stand. Die Altstadt selbst besteht aus einem Gewirr von kleinen Gassen mit zweistöckigen Holzhäusern. Doch statt Spielhöllen, Bordellen und Opiumsalons erwarten den Touristen Teehäuser, Souvenirshops, kleine Restaurants und Imbisse. Attraktive Ziele sind zudem ein Markt sowie der Yu-Garten im Norden der Hauptstadt. Inmitten dieses im 16. Jahrhundert angelegten Parks, einem ehemaligen Privatgarten eines hohen kaiserlichen Beamten, liegt das Huxing-Ting-Teehaus. Nahe des Eingangs zum Yu-Garten lädt das Dim Sum-Restaurant zu gastronomischen Spezialitäten Shanghais ein.

Promenieren am Bund

Am vor wenigen Jahren anlässlich der Expo neu gestalteten Bund, der etwa 2,5 Kilometer langen Fußgänger-Promenade am westlichen Ufer des Huangpu, lässt sich eine Vielzahl kolonialer Prachtbauten entdecken. Hier stehen beispielsweise das 1916 errichtete Asia Building, der Shanghai Club aus dem Jahr 1910, das Union Building (1916), das Telegraph Corporation Building aus dem Jahr 1882, das Palace Hotel oder auch die Bank of China.

Blick auf die Skyline

Da Shanghai insbesondere in den vergangenen 20 Jahren explosionsartig expandiert ist, ist das eigentliche Finanz- und Handelszentrum der Stadt aus dem Kolonialviertel längst in die Wolkenkratzer gezogen. Einen großartigen Ausblick gewährt da das World Financial Center, mit 492 Metern das höchste Gebäude Chinas. Im Erdgeschoss steht ein Miniaturmodell Shanghais, an dem  sämtliche wichtigen Gebäude der Skyline zu erkennen sind.

Hier finden Sie weitere Reisetipps für China.

 

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