> > Algonquin Park: Wildnis und Einsamkeit in Kanada

Algonquin Park: Wildnis und Einsamkeit in Kanada

Als sich die Dämmerung über den See senkt, wird es still. Selbst die Bäume im Algonquin Park scheinen innezuhalten. Und dann erklingt ein Ruf, so wild und melancholisch wie die Landschaft. Ein Seetaucher (loon) zieht seine Runde über dem stillen See und singt so ergreifend, dass es die Menschen auf dem Campingplatz aus ihren Zelten zieht.

Algonquin – der älteste Naturpark in Ontario

7725 Quadratkilometer groß ist der Algonquin Provincial Park in Kanada, der ungefähr 200 Kilometer von Toronto entfernt ist. Der älteste Naturpark Ontarios ist ein Paradies mit Wäldern, Sümpfen, mehr als 2000 Seen und Einsamkeit– und eine Attraktion für Touristen, die dort Elche, Bären und Wölfe sehen und den Loon hören wollen. Oder einem Biber beim Baumfällen zuschauen.

Camping mit Seeblick

Algonquin ist wild, und wer einfach nur auf dem Highway 60 durch den Park hindurchfährt, der bekommt allenfalls eine Ahnung von dieser Landschaft. Am besten lernt man ihn am besten beim Camping, Wandern oder bei einer Kanutour kennen. Auf Komfort muss man nur verzichten, wenn man es will. Auf vielen Campingplätzen gibt es Duschen, Waschmaschinen und Strom – Blick auf einen der Seen gehört natürlich immer dazu. Mit oder ohne Loon.

Die Campingplätze liegen mitten im Wald, zwischen Bäumen oder auf kleinen Wiesen, sehr viel gebaut wurde für sie nicht, um die Natur so natürlich zu lassen wie möglich. Und so kann man vom Zelt oder Wohnwagen aus Streifenhörnchen beobachten, die Kiefernzapfen knacken und abends dem Loon beim Singen zuhören.

Wandern im Algonquin Provincial Park

Von den Campingplätzen oder der Straße aus gibt es im Algonquin Provincial Park unzählige Wanderwege. Sie können sehr kurz sein wie der nicht mal einen Kilometer lange Hardwood-Lookout-Pfad mit einem herrlichen Ausblick über den Smoke Lake, aber auch länger wie der elf Kilometer lange Mizzy-Lake-Pfad, auf dem man auf Holzstegen Sümpfe überquert. Hinzu kommen Fernwanderwege von bis zu 88 Kilometern Länge.

Sightseeing per Boot

Wer die Landschaft des Algonquin Parks lieber an sich vorbeigleiten lassen will, der sollte unbedingt mal ein Boot mieten und über einen oder mehrere Seen fahren. Zwischen den Gewässern gibt es Tragestellen (portages), auf denen man das Boot transportieren kann. Zur Wahl bei den Mietstationen stehen meist Kajaks (schmale Boote mit Doppelpaddel) und Kanadier (offenes Boot, das mit Stechpaddeln bewegt ist und das exakt so aussieht, wie man es aus Wildnisfilmen kennt). Der Überbegriff für beide Bootstypen ist Kanu. Wer sich in ein Kajak wagt, der sollte sich auf ein kleines Abenteuer einstellen, denn das Boot fühlt sich zumindest am Anfang sehr wackelig an. Meist gewöhnt man sich schnell an den Flitzer. Der Kanadier ist weniger wackelig, dafür aber schwerer voranzutreiben, weil man sich mit dem Mitfahrer auf einen Rhythmus einigen muss, um sich nicht im Kreis zu drehen. Eine Schwimmweste ist in jedem Fall empfehlenswert. Der Lohn der Anstrengung ist gewaltig: Die grandiose Landschaft vom Boot aus zu sehen, ist manchmal noch eindrucksvoller als vom Wanderweg aus. Wer leise ist,  kann Wasservögel oder Biber sehen und vielleicht sogar in der Ferne einen Wolf heulen hören – und dieses Geräusch ist beinahe noch ergreifender als der Ruf des Loon.

Besuchszentrum informiert über den Park und seine Natur

Informationen über den Park, der schon vor 9000 Jahren von Menschen besiedelt war, später stark ausgebeutet wurde und 1893  Schutzstatus erhielt, gibt es im Visitor Centre, wo man auch Informationen über die Weymouth-Kiefer bekommt, die im Algonquin-Gebiet einst sehr häufig war, dann aber von den Holzindustrie fast ausgerottet wurde. Erst 1974 einigten sich Naturschützer und Holzindustrie auf bestimmte Bereiche, in denen Holz geschlagen werden darf. Das Besuchszentrum lockt mit einer Ausstellung zur Geschichte des Parks.

Hier finden Sie weitere Reisetipps für Kanada.

myEntdecker bietet Ihnen Inspirationen für Ihren nächsten Urlaub. Sie sind fündig geworden und möchten gerne eine Reise buchen? Hier können Sie bei unserem Partner Ihren Urlaub in Kanada buchen.

Entdecker-Infos

Info: | Zum Befahren des Parks benötigt man ein Park-Permit, das von 7 bis 22 Uhr gültig ist

Anfahrt: | von Toronto über Barrie und Huntsville, dann auf dem Highway 60 in den Park

Internet: | www.algonquinpark.on.ca

Themen des Artikels

Weitere Artikel von Silke Böttcher

Kommentare

Eine Antwort hinterlassen