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Keitumer Kirche St. Severin berühmt für Konzerte

Wohl die meisten Urlauber auf Sylt haben der Kirche St. Severin in Keitum schon einen Besuch abgestattet. Kult sind die jeden Mittwochabend in der alten Kirche stattfindenden Konzerte. Ob der Organist  Alexander Ivanov Solokonzerte gibt oder Gastorganisten konzertieren, ob Kammermusik oder Chorkonzerte erklingen, meist sind die Karten schnell ausverkauft.  Die Orgel wurde 1999 von der Firma Mühleisen in Leonberg erbaut. Sie ist mit 46 klingenden Registern die größte Kirchenorgel in Nordfriesland.

Landmarke Kirchturm

Der Kirchturm grüßt schon bei der Anfahrt über den Hindenburgdamm die Gäste der Insel Sylt. Auch von Rantum oder List sieht aus sieht man den um 1450 errichteten Turm.  Seit 1603 diente er als Seezeichen.  An die Entstehungszeit der Kirche um 1215 erinnern noch viele Feldsteine im Inneren des Gotteshauses. Eine Seltenheit sind die in der Mitte der Westwand befindlichen zwei spiegelbildlich angebrachten Natursteine. Sie sollen der Sage nach von den Nonnen Ing und Dung gestiftet worden sein.

Alter Taufstein

Das Kirchenschiff, der deutlich schmalere Chor und die halbrunde Apsis sind die ältesten Teile der Kirche. Sie stammen aus der Zeit der Romanik.  Das Mauerwerk besteht im unteren Bereich aus Granitquadern, darüber wurde rheinischer Tuffstein und Backstein verwendet. Sehenswert sind auch verschiedene Friese an den Wänden.

Das älteste Stück der Kirche ist der aus rheinischem Sandstein gearbeitete Taufstein, er soll im 12./13. Jahrhundert entstanden sein. Eine Attraktion ist der schön gearbeitete dreiteilige Schnitzaltar. Dieser  entstand in der Schule eines unbekannten Lübecker Meisters um das Jahr 1480 herum. Ebenfalls einzigartig ist die Renaissancekanzel aus dem Jahr 1580.

Spaziergang durch die Gräberreihen

Vor einem Konzert sollte man unbedingt einen Spaziergang über den Friedhof machen.  Neben alten Sylter Familien, darunter namhafte Kapitänsfamilien, haben auch einige bekannte Persönlichkeiten dort ihre letzte Ruhe gefunden. So liegen dort Spiegel-Gründer Rudolf Augstein, der Schauspieler Uwe Dallmeier und Synchronsprecher Edgar Ott und auch der Verleger Peter Suhrkamp sowie der expressionistische Maler Ernst Mollenhauer dort begraben.

Auf dem Friedhof befinden sich mittlerweile mit Spendenmitteln restaurierte monumentale Grabplatten, die senkrecht aufgestellt worden sind und mit ihren Inschriften viel über das Leben in vergangenen Jahrhunderten auf der Insel aussagen. Mit jedem Grabstein verbinden sich Lebens- und Familiengeschichten. Dabei hinterließ das Leben an der Nordsee seine Spuren. Die Andeutungen der Lebensgeschichten zeigen, dass Wohlstand aber auch Schicksalsschläge mit der Seefahrt verbunden waren.

Während man die Wege zwischen den Gräbern entlang wandert, schweift der Blick weit über das Wattenmeer.  Immer wieder erscheint es verschieden bei Ebbe und Flut. Dieser Wechsel der Gezeiten kann zum Sinnbild für das schwindende und wiederkehrende Leben werden. Der Publizist Fritz J. Raddatz berichtet in seinem Büchlein "Mein Sylt", wie es ihm gelang, eine Grabstelle schon zu Lebtzeiten mit Blick Richtung Watt zu bekommen. Der kleine Findling steht heute dort, allerdings noch unbeschriftet.

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