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Bonaire – Paradies für Taucher und Naturliebhaber

Auf den Kleinen Antillen geht das Alphabet so: „A“ steht für Aruba, „B“ für Bonaire, „C“ für Curacao. So liegt es nahe, dass die drei Inseln ABC-Inseln genannt werden. Bonaire ist die zweitgrößte – und ein wahres Paradies. Nur 15.000 Menschen leben auf dem 288 Quadratkilometer großen Eiland am Karibischen Meer, das seit Auflösung der Niederländischen Antillen als „besondere Gemeinde“ der Niederlande gilt und wie Trinidad und Tobago zu den Inseln unter dem Winde zählt.

Eroberer und Sklaven auf Bonaire

Ihren Namen verdankt die vor der Küste Venezuelas gelegene Karibik-Insel Bonaire den ersten Siedlern, die ihre neue Heimat „Bonay“ nannten, „Tiefes Land“. Das blieb nicht der einzige Name. Die Spanier, die 1499 auf der Insel ankamen, tauften sie und die anderen ABC-Inseln wenig respektvoll „Islas Inútile“ – nutzlose Inseln. Vermutlich hatten sie mit Bodenschätzen gerechnet und wurden enttäuscht. Auch „Islas Gigantes“, Inseln der Riesen, war einige Zeit lang ein geläufiger Name für die ABC-Inseln – die ursprünglichen Einwohner waren deutlich größer als die Eroberer, was den Inseln diesen Namen einbrachte. Ihre Größe brachte den Ureinwohnern allerdings wenig, denn bis 1515 wurden alle als Sklaven nach Hispaniola gebracht, auf der heute die Staaten Haiti und Dominikanische Republik liegen. Einige von ihnen durften später zurückkehren und Vieh züchten.

Das Salz lockt

Nach den Spaniern, die die erste Siedlung Rincón gründeten und hauptsächlich mit Kriegsgefangenen und Verurteilten besiedelten, kamen 1633 die Niederländer nach Bonaire. Die günstige Lage lockte sie ebenso wie das Salz, das es dort gab. Sie bauten die Salinen aus und brachten das Salz als Konservierungsmittel, aber auch als Zutat für Delfter Keramik und Leerdamer Glas nach Holland. Den Holländern folgten wieder die Spanier, später die Engländer, und 1816 wurde Bonaire endgültig niederländisch. Die Niederländischen Antillen sind heute Vergangenheit, aber Bonaire wurde zu der schon erwähnten „Besonderen Gemeinde“ der Niederlande.

Atemberaubende Unterwasserwelt

Wer die Insel, die etwa 700 Kilometer von Grenada und 725 Kilometer von der Dominikanischen Republik entfernt ist, heute besucht, dem kommt der alte Name der „nutzlosen Inseln“ sehr merkwürdig vor. Denn vor ihm erstreckt sich ein Paradies mit einer Kakteenwüste im Süden, verlassenen Plantagen und grünen Hügeln. Nicht zu vergessen die herrlichen Strände wie 1000 Steps und Sorobon Beach, sowie die 86 spektakulären Tauchgebiete.

Der 1971 gegründete Bonaire Marine Park zum Beispiel zählt zu den fünf besten Tauchgebieten der Welt. Strenge Schutzregeln sorgen dafür, dass die sensible Unterwasserwelt erhalten bleibt. Immerhin bringen Tauchtouristen der Insel viel Geld ein. Bekannte Tauchspots sind 1000 Steps im Norden, Angel City im Süden und das Wrack des Schmugglerschiffes Hilma Hooker, die 1984 mit 11.000 Kilogramm Marihuana an Bord am Hafen der Inselhauptstadt Kralendijk ankam und schließlich nahe der Salzminen und Atlantis Beach versenkt wurde.   

Salinen im Süden von Bonaire

Der Süden mit den eindrucksvollen Kakteen ist das Gebiet, in dem die Salinen zu finden sind. Winzige Hütten erinnern daran, dass dort früher Sklaven hausten, die in den Salinen arbeiten mussten. Auch heute noch wird im Süden Bonaires Salz gewonnen. Diese Gebiete locken Flamingos an, die man zum Beispiel im Salzsee namens Gotomeer gut beobachten kann. Manchmal stehen sie zu Tausenden im flachen Wasser.

Bonaire hat auch wilde Küsten mit schroffen Felsen, zwischen denen es einige herrliche Sandbuchten gibt. Und wer unterwegs einen Esel trifft, der sollte sich nicht wundern. Überall auf der Insel gibt es wilde Esel. Viele davon, vor allem kranke oder verwaiste Tiere, wurden allerdings inzwischen ins Donkey Sanctuary nahe des Flughafens Flamingo Airport gebracht. In der Station kann man sie täglich zwischen 10 und 17 Uhr besuchen.

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