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Wenn das Meer leuchtet: Biolumineszenz im Urlaub

Meeresleuchten bzw. Biolumineszenz sieht man mit viel Glück abends und nachts im Sommer. Wer immer es erlebt hat, wird diese Erfahrung nicht mehr vergessen. Das Gute für uns Deutsche: Wir haben es nicht weit. Gerade an der Nord- und Ostsee kommt es häufig vor, dass winzige biolumineszierende Algen das märchenhafte Phänomen hervorrufen.

Meeresleuchten: So entseht Biolumineszenz

Vorhersagen lässt sich dieser Effekt leider nicht. Das Phänomen ist, so seltsam das in unserer hochtechnisierten Welt klingt, nicht vollständig erforscht. Man weiß: Er wird durch so genannte Dinoflagellaten hervorgerufen, die in allen Weltmeeren vorkommen.

Geraten diese Einzeller unter Druck, stoßen sie Lichtblitze aus – und zwar ständig. Sehen kann man das aber nur, wenn die  winzigen Bioorganismen so geballt auftreten, dass sich das Licht gegenseitig so sehr verstärken kann, dass auch das menschliche Auge es wahrnimmt.

Winzige Punkte im Mondlicht unsichtbar

Normalerweise ist das immer und überall vorhandene Leuchten daher nicht zu sehen, ähnlich wie beim Sternenhimmel: Durch die Beleuchtung der Städte und Häuser ist es fast nirgendwo dunkel genug, um den Sternenhimmel in all seiner Pracht zu sehen. Und es gibt sogar Wissenschaftler, die überzeugt sind, dass die sogenannte Lichtverschmutzung der Gesundheit schadet.

Der Grund dafür, dass die Biolumineszenz im Meer nur selten zu sehen ist, liegt also zum einen an dem schwachen Auge des Menschen, das winzige Lichtspuren nicht verarbeiten kann, zum anderen aber auch an der natürlichen „Lichtverschmutzung" durch Mond, Sterne und tagsüber natürlich der Sonne, die das unscheinbare Leuchten überstrahlen.

Glück gehört dazu

Wer wissen will, wo das Phänomen wann auftritt, muss raten. Selbst das Institut für Meeresforschung "Geomar" in Kiel, die wohl renommierteste Fach-Forschungseinrichtung der Welt, kann kaum weiterhelfen. Auf hoher See, so heißt es auf Nachfrage, werde die oberflächennahe Biolumineszenz am häufigsten beobachtet. Was also tun, um das Meeresleuchten zu finden?

Meeresleuchten häufig nach mehreren lauen Nächten

Die Erfahrung zeigt: Wer Meeresleuchten sehen will, sollte sich nach einer Reihe von lauen Nächten auf die Suche machen. Dann könnten sich die zu den Algen zählenden Einzeller so stark vermehrt haben, dass dieses Phänomen auftritt.

Besonders häufig sind die Berichte über Meeresleuchten von Nord- und Ostsee. Wer also Urlaub etwa an der Ostsee macht, sollte in einer lauen Sommernacht bei Neumond mit dem Fischkutter unterwegs sein. Dann gibt es eine gute Chance, Biolumineszenz zu beobachten.

Auf Kreuzfahrten ist Meeresleuchten fast garantiert

Wer eine Kreuzfahrt macht, muss schon großes Pech haben, wenn er das Meeresleuchten nicht zumindest einmal am Heck des Schiffes beobachten kann. Ansonsten werden die romantischen Erscheinungen von den australischen Küsten und auch von den Gippsland Lakes in Victoria, Australien berichtet.

Besonders viele Berichte gibt es aus Kalifornien. An der kalifornischen Küste sind es vor allem die Surfer, die abends und nachts auf den Algenteppichen reiten und so irrwitzige Lichteffekte erzeugen. Zahlreiche Zuschauer von der exzessiv im Solarium gebräunten Hollywood-Diva bis zum Kamera-bewehrten Touristen sammeln sich dann an den einschlägigen Stränden bei Los Angeles, um das Schauspiel zu zelebrieren.

In Polarnähe besonders viele Lichtphänomene

Jedoch kann sich auch eine Reise in polarnahe Regionen lohnen. Denn gerade hier schäumt die Gischt in der ewigen Nacht oft hell auf. Was des einen Freud, ist des anderen Leid: Die Besucher etwa von Grönland und Island sowie Nord-Skandinavien erfreuen sich an Phänomenen wie ewiger Nacht, Sternschnuppen, Polarlichtern und Meeresleuchten, während die Einheimischen aufgrund der ewigen Dunkelheit am liebsten ihre Tage im Lichtzelt verbringen würden.

Meeresleuchten nur schwer zu fotografieren

Fotografieren lässt sich das Ganze übrigens nicht so leicht. Selbst wenn das menschliche Auge das Meeresleuchten als hell wahrnimmt, braucht es eine große Lichtstärke, um das Phänomen in der Kamera festzuhalten. 

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