> > Uralter Regenwald und Bilderbuchstrände auf Tobago

Uralter Regenwald und Bilderbuchstrände auf Tobago

Offiziell treten die Karibik-Inseln Trinidad und Tobago, die südlichsten der Kleinen Antillen, immer im Doppelpack auf – die Inseln bilden einen gemeinsamen Staat. Während Trinidad als Geburtsstätte des Calypso und der Steelpan und als zweitgrößte Karnevalshochburg hinter Rio de Janeiro sonst eher im Rampenlicht steht, lockt das wesentlich kleinere Tobago mit eindrucksvollen Korallenriffen, einem Rückzugsort der seltenen Lederschildkröte und dem vermutlich ältesten Naturschutzgebiet der Welt, dem seit 1764 geschützten Regenwald Main Ridge Forest Reserve and Creation Site.

Berühmte Strände auf Tobago

Legendär sind aber auch die Strände auf Tobago. Der berühmteste heißt Pigeon Point und ist mit seinen ausladenden Palmen, dem schneeweißen Sand und dem Steg mit einer palmgedeckten Hütte darauf eines der beliebtesten Fotomotive der Karibik.

Die Einheimischen, die den Bilderbuchstrand im Prinzip jeden Tag sehen könnten, mögen andere Strände noch lieber: die Englishman’s Bay an der Karibikküste zum Beispiel oder ein Stück zwischen Stone Haven Bay und Mt. Irvin Bay, das man nur findet, wenn man eine genaue Beschreibung hat. Auch die Pirates Bay hat gute Chancen auf einen Platz ganz oben in der Liste der schönsten Strände. Zumal der Name die Phantasie anregt. Gab es hier vielleicht mal Seeräuber?

Schließlich findet sich auf Tobago auch noch eine Bloody Bay, die an blutige Schlachten denken lässt.  Deren Name aber hat einen ganz harmlosen Ursprung: In der Bucht wurden früher Mangroven gefällt, deren Saft das Meer blutrot färbte. Pirates Bay aber könnte tatsächlich mit Seeräubern zu tun haben – ein geeignetes Rückzugsgebiet wäre es jedenfalls. Heute ziehen sich dort hauptsächlich die seltenen Lederschildkröten zurück, manchmal kann man sie sehen.

Geschichte und alte Häuser in Scarborough

Wer Tobago besucht und sich nur auf die Strände beschränkt, genießt zwar einen Urlaub der paradiesischen Art, aber er verpasst viel.  Die Inselhauptstadt Scarborough etwa, in der knapp 16.000 der 55.000 Bewohner Tobagos leben.  Sie lockt mit einigen hübschen Bauwerken, etwa den sogenannten Gingerbread-Häusern im kreolischen Zuckerbäckerstil in der Bacolet Street, dem Botanischen Garten nahe der Burnett Street und dem Fort King George, das 1777 erbaut wurde, zwischenzeitlich als Gefängnis und Krankenhaus diente und heute Sitz des Nationalmuseums ist.

Und das wäre der Moment, sich ein bisschen mit der Geschichte Tobagos zu beschäftigen. Entdeckt wurde die Insel 1498 von Christoph Kolumbus, der sie „Bella Forma“ nannte. Den Namen Tobago, der vermutlich vom Wort „Tabak“ abgeleitet wurde, trug sie mehrfach, wurde aber zwischenzeitlich in Nieuw Walcheren und Neukurland umbenannt. Frankreich und Großbritannien stritten sich um die Insel, Piraten spielten auch eine Rolle – ruhiger ging es erst zu auf Tobago, als sie 1814 endgültig Großbritannien zugesprochen wurde. Seit 1958 sind Trinidad und Tobago unabhängig.

Nach der Geschichte ist die Natur dran. Wer schon immer mal das Meer vom Glasbodenboot aus sehen wollte, sollte zum Buccoo Reef, dem nahe Pigeon Point gelegenen Korallenriff, fahren. Dort kann man nicht nur schnorcheln, sondern auch Bootstouren unternehmen. Berühmt ist auch der Argyle-Wasserfall im Süden Tobagos. Der ist so schön, dass man heute für den Besuch Eintritt zahlen muss. Dafür kann man in den kleinen Wasserbassins baden.

Genug Zeit sollte man auch dem Regenwald widmen. Der gilt als der älteste unberührte Regenwald der westlichen Hemisphäre und lässt sich gut bei einer geführten Wanderung erkunden.

Hier finden Sie weitere Reisetipps für die Karibik

Themen des Artikels

Weitere Artikel von Silke Böttcher

Kommentare

Eine Antwort hinterlassen