> > Fünf Überlebenstipps für das Autofahren in Thailand

Fünf Überlebenstipps für das Autofahren in Thailand

Es gibt wüste Legenden über halsbrecherische Autofahrten durch Thailand. Lkw, die arme Touristen in den Straßengraben abdrängen. Busse, die in halsbrecherischer Geschwindigkeit beim Überholen frontal auf den armen Autofahrer zurasen. Autofahren in Thailand ist lebensgefährlich, heißt es; vor allem nachts.

Nun, ein Körnchen Wahrheit steckt in diesen Vorurteilen. Mit ein paar einfachen Regeln und Tipps kann man aber die schlimmsten Situationen vermeiden. Deshalb ein kurzer Ratgeber zum Autofahren in Thailand. Vorab Tipp 0: Fahren Sie niemals selbst in Bangkok.

Tipp 1: Vermeiden Sie, selbst zu fahren

Mietwagen sind in Thailand vergleichsweise sehr preiswert zu haben. Aber wozu? Wer einmal selbst in Thailand mit dem Mietwagen unterwegs war, wird dieses Erlebnis sicher nicht wiederholen wollen. Endlose gut ausgebaute Autobahnen zwischen Bangkok und dem Süden mit sporadisch auftretenden Schlaglöchern, die gern bis zur Radnabe reichen, erfordern trotz der schönen Umgebung  stets volle Konzentration auf die Straße.

Wo es keine ausgebauten vierspurigen Schnellstraßen gibt, also fast überall sonst, kommen zu den unvermittelt auftretenden Kratern im Straßenbelag erratisch auf die Straße mäandernde Zweiräder hinzu, deren Lenker allesamt beschlossen zu haben scheinen, ihren Suizid ausgerechnet mittels eines vom Touristen gelenkten Wagens zu realisieren. Dazu schalten viele Rollerfahrer auch in völliger Dunkelheit kein Licht ein, wohl um die Erfolgschancen ihres Vorhabens zu erhöhen. Warum sich das antun, wenn das Charten eines Minibusses (mit Fahrer) preiswerter ist als der Mietwagen? Zudem sind Inlandsflüge überwiegend spottbillig.

Tipp 2: Wenn Sie selbst fahren, planen Sie sorgfältig

Der Linksverkehr in Thailand birgt für den Rechtsverkehr gewohnten Europäer drei Gefahren. Erstens schaut man immer zur falschen Seite. Merke: Die Gefahr kommt von rechts! Zweitens muss man beim Abbiegen immer konzentriert sein, sonst fährt man automatisch auf die rechte Seite. Das wäre für alle Beteiligten unangenehm. Drittens betätigt man die erste Woche automatisch den Scheibenwischer, wenn man blinken will.

Zum Trost: Zurück in Deutschland hat man sich endlich an die andere Seite gewöhnt, und auch jetzt dauert es einige Zeit, bis man realisiert, dass der Blinker wieder links zu finden ist. Wer einen Mietwagen bucht, sollte auf Schaltwagen verzichten und Automatik bestellen. Glauben Sie mir: Man hat beim Abbiegen wirklich anderes zu tun, als auch noch Kupplung und Ganghebel zu betätigen.

Tipp 3: Rechnen Sie mit Gegenverkehr auf Ihrer Spur

Die Berichte von Autofahrern, die sich in den Straßengraben gedrängt fühlen, treffen zu. Auf vielen Strecken bleibt den Fahrern von Lkw und Bussen auch gar nichts anderes übrig, als an unübersichtlichen Stellen zu überholen. Bedrängt fühlt man sich als entgegen kommender Autofahrer aber nur, wenn man zu schnell auf Kurven zufährt, unaufmerksam ist oder die Warnsignale nicht kennt.

Grundsätzlich ist innerorts wie auf der Landstraße immer damit zu rechnen, dass einem ein Fahrzeug auf der eigenen Spur entgegen kommt. Dessen Lenker hat aber fast immer seine Überholabsicht rechtzeitig durch Hupe oder Lichthupe angezeigt und gibt sich größte Mühe, den Überholvorgang so schnell wie möglich abzuschließen. Die erfahrenen Lkw- und Busfahrer kennen ihre Strecken ganz genau und wissen, dass der entgegenkommende Fahrer ausweichen kann. In den Straßengraben muss niemand fahren, aber vielleicht bremsen oder auf den holprigen Seitenstreifen ausweichen. Und genau das sollte man auch tun.

Die Straßenverkehrsordnung in Thailand ist nämlich im Grunde ganz einfach: Der Stärkere und/oder der Überholende haben Vorfahrt – außer an den Ampeln. Dort drängeln sich die Mopedfahrer auch durch eigentlich nicht vorhandene Lücken ganz nach vorn. Ansonsten geht es unter den vierrädrigen Fahrern zu wie in Deutschland. Die meisten fahren vernünftig und rücksichtsvoll, lassen dem anderen genug Platz und halten an roten Ampeln an. Die Drängler und Pöbler gibt es auch. Meist handelt es sich um Mietwagen, hinter deren getönten Scheiben gern Touristen vermutet werden dürfen.

Tipp 4: Versuchen Sie nicht, Mopedfahrer zu verstehen

Beispiel Koh Samui: Die Fahrt mit einem Einheimischen zeigt, es gibt feine Regeln für das Miteinander zwischen dem Hornissenschwarm der Mopedfahrer und den anderen Verkehrsteilnehmern. Jedenfalls kommt der Thailänder wesentlich schneller auf die Straße als ich. Er wartet nämlich nicht auf eine Lücke im endlosen Strom der Zweitakter, sondern fährt einfach los. Wie der nächst gelegene Roller noch ausweichen konnte, ist mir schleierhaft, aber er hat sich nicht beschwert.

Die feinen Regeln habe ich selbst wohl einmal verletzt, denn in einer ähnlichen Situation sah ich eine gereckte Faust. Was aber auch darauf hindeutet, dass unter dem Helm ein Tourist gesteckt hat. Mein Rat zu den Mopeds, die unvermittelt rechts und links überholen, an Ampeln sich durch nicht vorhandene Lücken nach vorn quetschen, um dann im Schneckentempo wieder vor einem her zu zuckeln: Nach vorn aufpassen, alles andere ignorieren. Ansonsten empfehle ich Tipp 1.

Tipp 5: Vermeiden Sie jede Aggression

Die Thailänder sind nicht nur im direkten Kontakt schon fast unheimlich friedlich, auch im Straßenverkehr wird die Hupe hauptsächlich dazu benutzt, Menschen am Straßenrand zu begrüßen. Taxis und Tuk-Tuks machen so potenzielle Fahrgäste auf sich aufmerksam (Nicht hinschauen, wenn man nicht mitfahren will, sonst halten sie an und können sehr aufdringlich werden). Niemand außer anderen Touristen wird ungeduldig, wenn Sie sich beim Wenden verfranzt haben und eine halbe Minute die Hauptstraße blockieren. Parkplätze gibt es fast nirgendwo. Man hält einfach am Straßenrand an. Blinken nicht vergessen!

Wo keine Ampeln stehen, sind belebte Kreuzungen nur mittels Verständigung zu überqueren. Meine Erfahrung: Lasse ich jemanden vor, machen mir die anderen als nächstem Platz. Man kann sich sein Vorfahrtsrecht auch erzwingen. Die Verachtung der Thailänder ist einem gewiss, auch wenn sie einen hinter den dunklen Scheiben nicht erkennen.

Anders ist es mit Bussen und Lkw: Diese haben als Berufsfahrer und aufgrund ihrer Größe immer Vorfahrt. Das ist nachvollziehbar, schließlich sind diese die einzigen, die es wirklich eilig haben. Taxis dagegen sind mir zumindest auf Koh Samui als besonders rücksichtvoll aufgefallen. Warum das so ist? Keine Ahnung. Wissen Sie es?

Hier finden Sie weitere Tipps zum Urlaub in Thailand

myEntdecker bietet Ihnen Inspirationen für Ihren nächsten Urlaub. Sie sind fündig geworden und möchten gerne eine Reise buchen? Hier können Sie bei unserem Partner Ihren Urlaub in Thailand buchen

Themen des Artikels

Weitere Artikel von Ulrich Lenhard

Kommentare

Eine Antwort hinterlassen