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Prachtvolle Palastanlage: die Verbotene Stadt in Peking

Die chinesischen Kaiser blieben früher lieber unter sich. Mit dem Volk wollten sie bitteschön nichts zu tun haben, jedenfalls nicht, wenn sie zuhause waren. Also zogen sich die gekrönten Häupter in die Purpurne Verbotene Stadt in Peking zurück. Dort wohnten und regierten die Kaiser der Ming- und der Qing-Dynastien mit ihren Haupt- und Nebenfrauen, Konkubinen, Kindern und Eunuchen bis 1911.

Eindrucksvolle Palastanlage in Peking

Bescheiden ist der Komplex im Zentrum der etwa 1200 Kilometer von Shanghai entfernten Hauptstadt Chinas nicht. Schließlich wollten die Herrscher damit ihre Macht demonstrieren. Sie ließen Dächer vergolden und mit gelb glasierten Ziegeln decken, sorgten dafür, dass es außerhalb der Verbotenen Stadt kein Haus gab, das höher war als ihre Palast-Bauten und ließen auf dem 720.000 Quadratmeter großen Areal 890 Paläste und Pavillons mit insgesamt 9999,5 Räumen erbauen – wobei der halbe Raum bloß Symbolcharakter hat. Denn es hieß, 10.000 Räume dürfe nur der Himmel besitzen…

Eine Million Sklaven waren am Bau beteiligt

Begonnen wurde die Palastanlage, die eine 3800 Meter lange und zehn Meter hohe Mauer umgibt, im Jahre 1406. Angesichts der Größe ist es nicht erstaunlich, dass eine Million Sklaven und etwa 100.000 Kunsthandwerker an der Entstehung beteiligt waren. Sie schafften es, die Verbotene Stadt im Jahre 1420 zu vollenden.  Ein 52 Meter breiter und sechs Meter tiefer Wassergraben umgibt den Komplex, zu dem vier Tore und vier Ecktürme gehören.  Betreten wird die Verbotene Stadt durch das mächtige Mittagstor.

Die Namen der Bauwerke klingen wie Poesie. Da gibt es die Halle der Höchsten Harmonie, den Drachenthron, den Palast der Himmlischen Reinheit oder jenen der Irdischen Ruhe. Um nur einige zu nennen. Zur Verbotenen Stadt gehören Bauten für die Kaiserin, die Konkubinen und für die unterschiedlichsten Aktivitäten des Kaisers – vom Fastenpalast bis zur Halle zur Bildung der Gefühle.

Die Verbotene Stadt – Pekings Wahrzeichen

Heute ist die Verbotene Stadt, die wie die Chinesische Mauer 1987 zum Weltkulturerbe der Unesco erklärt wurde, nicht mehr verboten, sondern längst die wohl bedeutendste Sehenswürdigkeit Pekings. Seit 1925 ist dort außerdem das Palastmuseum Peking untergebracht – es beherbergt Teile der kaiserlichen Kunstsammlung und Gegenstände aus dem Besitz der Dynastien. Besucher staunen über die prachtvollen Bauwerke des Palastareals, die mit Wasserspeiern, Weihrauchgefäßen und anderen Details verziert sind. Reizvoll ist auch der Palastgarten, der mit bizarr gewachsenen Bäumen, verspielten Pavillons, einem künstlichen Gebirge und einem Tempel gestaltet ist.

Berühmter noch als die Verbotene Stadt ist der Platz des Himmlischen Friedens, der direkt vor ihren Toren liegt. Er ist mit beinahe 40 Hektar Fläche einer der größten Plätze der Welt. Getrennt werden Platz und Verbotene Stadt durch das Tian’anmen, das Tor des Himmlischen Friedens. Das hat für China eine besondere Bedeutung, denn dort  wurden nicht nur die Proklamationen des Kaisers verlesen, sondern an dem Ort proklamierte Mao Zedong am 1. Oktober 1949 die Volksrepublik China. Heute schmückt ein Porträt Maos das 33,70 Meter hohe Tor. Im südlichen Teil des Platzes steht das riesige Mausoleum, in dem der mumifizierte Leichnam Maos aufgebahrt ist.

Traurigen Weltruhm erlangte der Platz des Himmlischen Friedens am 4. Juni 1989, als  das chinesische Militär Proteste der studentischen Demokratiebewegung mit Gewalt niederschlug.  Bis zu 3000 Menschen kamen dabei ums Leben. Das Ereignis stieß weltweit auf Entsetzen.

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