> > Tokajer, König der Weine

Tokajer, König der Weine

Der Tokajer wird nicht nur seit Jahrhunderten getrunken, es wurde auch schon viel über ihn gesagt. Sonnenkönig Ludwig XIV. zum Beispiel  soll nach dem Genuss des Süßweines aus Ungarn so entzückt gewesen sein, dass er ihn als „Wein der Könige, König der Weine“ bezeichnete und ihn gleich auf seinem königlichen Hof einführte. Weinkenner Michael Broadbent sagte nach einer Verkostung im Jahre 1972: „Sein Duft und Geschmack waren nicht von dieser Welt.“ Und fügte dann noch hinzu: „Er blieb einfach im Mund – und blieb und blieb und blieb …“

Tokajer wird in der ungarischen Nationalhymne besungen

Tokaj – so heißt auch die kleine Stadt, die dem traditionsreichen Weinanbaugebiet im Norden Ungarns seinen Namen gab. Ein Ort, der sich ganz dem Wein widmet. Hier reiht sich ein Weinlokal ans andere. Eine Bacchus-Figur steht mit weltvergessendem Blick und Weinbecher in den Händen auf dem Brunnen im Zentrum. Und tief unter ihm, in den Kellern der Häuser, reift der Wein in schweren Eichenfässern vor sich hin, dafür bestimmt, den Durst von vielen Menschen zu stillen.  Dieser Wein ist für die Ungarn so wichtig, dass er sogar in der Nationalhymne besungen wird.

Eszencia gilt als der seltenste Tokajer-Wein

Das Städtchen selbst schmiegt sich an den Fluss Theiß, der sich bis in die Puszta-Region hinein durch das Land schlängelt. Drumherum erheben sich malerisch die Weinberge, die sich über 5800 Hektar und 27 weiteren Weinbaugemeinden erstrecken. Hier wachsen die Reben, aus denen später wertvolle und edle Weine werden. Der Eszencia gilt als der seltenste Tokajer-Wein überhaupt. Er besteht ausschließlich aus edelfaulen Trauben und ist hochkonzentriert. Mehrere Hundert Euro kostet so eine Halbliterflasche. Doch es geht auch günstiger. Andere Sorten wie Furmint, Lindenblättriger oder Muskateller gibt es auch schon für fünf Euro pro Flasche.

Renaissance eines Weinbaugebietes

In den vergangenen Jahren erlebte der Tokajer wieder eine Renaissance. Denn durch den Eisernen Vorhang, der das Gebiet ein halbes Jahrhundert lang vom Rest der Welt abschirmte, litt nicht nur das Image, sondern auch die Qualität des Weines. Doch die engagierten Winzer haben es innerhalb weniger Jahre geschafft, wieder an den Ruhm vergangener Zeiten anzuknüpfen. Und schließlich, im Jahre 2002, wurde das Weinanbaugebiet von Tokaj in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

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