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Rundreise durch Schottland: Einsamkeit und Whisky

Seenlandschaften in Bergwelten, umgeben von bräunlichblasser Moorlandschaft und schroffen Steilhängen. Ein kalter Wind, der über die menschenleere Hochebene bläst und tief über den Horizont hinjagende Wolkenfetzen verbreiten Weltuntergangsstimmung. Das ist nicht jedermanns Sache, aber wer Einsamkeit und schroffe Natur liebt, ist in Schottland gut aufgehoben. Wer eine Rundreise durch den nördlichsten Teil der britischen Inseln unternimmt, wird früher oder später ein schmales Asphaltband finden, das sich durch die karge Berglandschaft der Highlands schlängelt und den Weg in eine großartige Natur weist.

Schottland brennt für seinen Whisky

Eine Rundreise durch Schottland beginnt für diejenigen, die mit dem Flugzeug anreisen, unkomplizierterweise in Glasgow oder Edinburgh, da beide Flughäfen von Deutschland aus direkt angeflogen werden. Empfehlenswert wäre eine Rundreise mit dem Start in Edinburgh. Vor dort aus startet die Tour, für die sich Urlauber mindestens zwei Wochen Zeit nehmen sollten, Richtung Norden die M90 bzw. A9 über Perth bereits mitten in die Highlands. Kurz hinter Perth geht es in die Berge. Die A9 umkreist den Cairngorms National Park, in dem unter anderem der Glenmore Forest Park liegt. Ein Abstecher lohnt sich, weil die Parkverwaltung die letzten Reste des Caledonian Forest, der einst ganz Schottland bedeckte, zu bewahren versucht.

Auf der nördlichen Seite der A9 hat sich zudem der Fluss Spey seine Bahn in den Felsen gegraben und der Speyside seinen Namen gegeben. Diese inoffizielle Region Schottlands beherbergt knapp die Hälfte der rund 100 schottischen Whisky-Brennereien. Viele dieser Betriebe bieten Besichtigungen und Verkostungen an. Gerade bei den kleineren Brennereien empfiehlt es sich, vorher nachzufragen bzw. nachzuschauen, wann es Führungen gibt. Die Speyside – und die damit verbundene Spur des Whiskys – zieht sich bis zur Nordsee hin. In diesem Abschnitt der Küste locken dann einige Jahrhunderte alte Dörfer mit teils pittoreskem, teils morbidem Charme, so der Fischerort Portsoy.

Nicht verpassen: Loch Ness und den Caledonian Kanal

Die Küste entlang sollte die Route der Rundreise nach Inverness führen: Die Stadt, die den Eingang zum Great Glen und zum Loch Ness bewacht, ist nicht wirklich eine Schönheit, aber sehr lebhaft. Wer in Inverness angekommen ist, steht vor einer schwierigen Entscheidung: Geht die Rundreiseweiter nach Norden bis zum nördlichsten Punkt der britischen Insel und einige der einsamsten Täler Europas oder in den Great Glen, den Caledonian Kanal entlang bis zum Loch Ness und der Burgruine von Urquhart Castle? Beide sollte man auf einer Schottland-Rundreise auf keinen Fall auslassen. Ebenfalls lohnen könnte sich ein kleiner Abstecher zu den Inneren Hebriden vor der Westküste Schottlands. Insbesondere Islay, nach einer mehrstündigen Fährfahrt zu erreichen, lockt mit einer Mischung aus abgeschiedener Einsamkeit und lebhafter Whisky-Kultur. Einige der torfigsten Whiskys der Welt kommen von der Insel im Atlantik nördlich von Irland.

Glasgows neue Blüte

Schottlandreisende, die keinen vollständigen „Kreis“ schlagen möchten, können ihre Tour in Glasgow beenden, jener rauen Industriestadt am westlichen Ausgang des Great Glen, das die Highlands durchschneidet. Glasgow, das lange synonym für den Niedergang einer Industriestadt stand, hat mittlerweile einen Wandel geschafft und zeigt wieder kulturelle Blüte. Den Charme einer schroff-heruntergekommen Arbeiterstadt hat die Glasgow dabei nicht abgelegt.

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